Deutsche Heiligtümer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Deutsche Heiligtümer Wo Schlümpfe schlüpfen

Happy Hippos statt Sex und Crime: Das Überraschungsei ist das meistverkaufte Spielzeug der Welt - und seit jeher gewaltfreier Raum. Selbst "Star Wars"-Star Luke Skywalker durfte nur als niedliches Nilpferd in die gelbe Kapsel. Trotzdem hätte die EU die Eier fast verboten.
1 / 25

Bemützte Eier: Kinder-Überraschungseier, die aus Anlass der 28. Olympischen Sommerspiele 2004 in Athen Schirmmützchen verschiedener Nationen tragen, liegen im März 2004 in Potsdam zum Verkauf bereit

Foto: Nestor Bachmann/ dpa
2 / 25

Pharaonen-Katzen: Auch wenn die alten Ägypter Katzen sehr verehrten, Miezen in alt-ägyptischen Kostümen gibt es eben nur im Überraschungsei. Die Sammlerserie "Miezi Cats" brachte 1998 die Figuren "Tut Echt Nix", "Tut Echt Was", "Orakelus", "Tut sich Chef Nenn" und "Babysittra" unter die Sammler.

Foto: Ferrero
3 / 25

Überraschungs-Hochzeit: Als 1999 Susi Sonnenschein und Happy Hippo heirateten, kamen natürlich alle zur Feier. Uli Unscharf machte die Fotos, Service Sepp servierte Getränke und die Pingo Boys machten Musik. In der Welt der Überraschungsei-Figuren herrscht eben immer gute Laune.

Foto: Ferrero
4 / 25

Ein Teller Buntes: Der Nürnberger Cartoonist Paul Fassold zeigt im November 1998 in Nürnberg eine Auswahl von ihm entworfener Plastikminiaturen. Er ist einer von fünf Künstlern in Deutschland, der die Spielzeugfiguren für Überraschungseier entwirft. Zum Figurendesign kam der 48-Jährige vor fünf Jahren per Zufall. Ein Kollege hatte ihn bei Ferrero empfohlen. Seine Mustermappe kam gut an. Fassold und seine Kollegen brauchen vom ersten Bleistiftstrich bis zur fertigen Figur etwa ein Jahr.

Foto: dpa
5 / 25

Mini-U-Boot: Nur 38 Gramm schwer und 71,5 Millimeter lang ist das U-Boot, das am 16.9.1999 in Hamburg zu Beginn der 4. Hamburger Modellbautage zu sehen ist. Das leichteste Spielzeug-U-Boot der Welt wurde von Thorsten Feuchter aus Uelzen aus einem Überraschungsei gebaut. Es ist mit Fernsteuerung und Scheinwerfern ausgerüstet und voll tauchfähig.

Foto: dpa
6 / 25

Urlaubs-Teddies: Die lustigen kleinen Teddies auf ihrer Urlaubsinsel wurden 2001 für die italienischen Überraschungseier-Fans produziert. Sie nennen sich "Orsetten".

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
7 / 25

Das Ei des Ferrero: Was mag da wohl drin sein? Im Jahr 1974 hatte der Unternehmer und Konditormeister Michele Ferrero die Idee, Spielzeug in gelbe Plastikkapseln zu packen und diese mit Schokolade zu ummanteln. Seitdem schütteln Kinder ihre Überraschungseier und rätseln darüber welches Spielzeug sich darin verstecken könnte.

Foto: DDP
8 / 25

"Der Heiland auf dem Eiland": Eine Besucherin betrachtet im April 2004 im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main die Installation "Der Heiland auf dem Eiland", die Teil der Ausstellung "30 Jahre Kinder Überraschung" ist. Das Museum zeigte in der Ausstellung mehrere hundert Objekte des Kopenhagener Ü-Ei-Sammlers Thomas Gjol.

Foto: ddp
9 / 25

Hippo-Pärchen: Den großen Erfolg des Überraschungseis brachten vor allem Sammelfiguren, die sich "in jedem siebten Ei" befinden sollen. Einen Verkaufsrekord brachte etwa die Serie "Happy Hippos", mit Figuren wie den "Happy Hippo"-Hollywoodstars "Marilynichen" und "Humphrey Heartbreaker".

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
10 / 25

So viele: Zwei Kinder bestaunen Überraschungseier. Der Erfolg der Schokoeier liegt vor allem im Inneren, in dem sich kleine Plastikfiguren und Spielzeug verstecken. Schon in der Nachkriegszeit verkaufte sich Margarine, Kaffee oder Schuhcreme besser, wenn sich Kinderspielzeug in der Packung versteckte.

Foto: ddp
11 / 25

Mickey und Co: Zu Beginn der Überraschungsei-Zeit steckte Ferrero noch Fremdspielzeug - in erster Linie Disney-Figuren - zwischen die Schokohälften. Erst 1982 wurde der Spielzeug-Designer Horst Mann engagiert, der ein Jahr später mit den Schlümpfen die erste Sonderserie ins Ei brachte und so einen Sammelboom auslöste. Die hier abgebildeten Mäuse sind von 1987, die Schlümpfe von 1990.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
12 / 25

Das Innere des Ei: Der Italiener Michele Ferrero, so will es die Legende, streifte 1974 zur Osterzeit durch die Turiner Innenstadt und fragte sich, wozu dort riesige Ostereier standen, die aber im Inneren hohl waren. So kam er auf die Idee Schoko-Eihüllen mit in gelbe Plastikkapseln gestecktes Spielzeug zu füllen.

Foto: dpa
13 / 25

Überraschungszwerge: Seit 1981 hat die Firma Ferrero eigene Designer, die sich Kinder-Überraschungen ausdenken. Die erste Sonderserie waren die Schlümpfe, die 1983 einen ungeahnten Sammelboom auslösten. Dem folgten bis heute etliche weitere Serien, unter anderem diese Zwerge (hier bei einer Ausstellung im April 1999 in Münster). Für seltene Exemplare wie den Regenkobold bieten Sammler heute hunderte Euro.

Foto: dpa
14 / 25

Mission Schokolade: Nicht ins All sondern ins Ei flogen diese Astronauten. Die Spielzeugfiguren erschienen 1977 in Überraschungseiern. Heute lieben Sammler zumeist diese alten Figuren.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
15 / 25

Niedliche Streitobjekte: Durch sie waren die Überraschungseier zum meistverkauften Spielzeug der Welt avanciert: die "Happy Hippos", freundliche blaue Nilpferde mit lustigen Namen. Nach dem Erfolg der Tierchen wurde Ferrero verklagt, sie solltem den "Hippo Azul" des mexikanischen Zeichners Alfonso Lopez Negrete nachgebildet sein. Ferrero gewann 1999 den Prozess und durfte die beliebten Figuren weiterhin verkaufen.

Foto: dpa
16 / 25

Eier-Fahrzeuge: In Überraschungseiern sind immer wieder kleine Spielzeuge, die nach Anleitung zusammengebaut werden müssen. Das Walzenmotorrad stammt von 1980, das Eismobil von 1993 und der T-Racer schlüpfte 2000 aus der Schokolade.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
17 / 25

Volksfeststimmung: Diese Überraschungsei-Figuren kamen 1996 in einer der "Top Ten Teddies"-Serien ins Ei. Paul Puppenspieler, Heidi Herzilein, Emil Eiermann und Alois Abräumer (v.l.) sind mittlerweile begehrte Sammlerstücke.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
18 / 25

Auf Schokolade fliegen: Nicht immer verstecken sich in Überraschungseiern die beliebten Figuren aus Sammlerserien, sie sind nur "in jedem siebten Ei". In den anderen befinden sich kleine Spielzeuge, die zumeist zum zusammenbauen sind, wie dieses Propellerflugzeug.

Foto: dpa
19 / 25

Peppy Pingos: Diese Pinguine heißen Theo von Trinkgeld und Toni Trantüte. Die beiden schlüpften 1994 aus ihren Überraschungseiern.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
20 / 25

Tapsige Schildkröten: Im Jahr 1991 kam die Serie "Teeny Tapsy Turtles" in die Überraschungseier. Robinson, Marino, Tölpi und Kolumbus heißen diese vier entzückenden Exemplare.

Foto: Museum für Angewandte Kunst Frankfurt
21 / 25

Gewaltlose Eier: Ein Kind bastelt ein Überraschungsei-Spielzeug zusammen. Zwei Dinge sind nie zwischen die Schoko-Hälften gekommen, Sex und Gewalt. Auch Star-Wars-Figuren durften nur als verniedlichte Version ins Ei.

Foto: ddp
22 / 25

Schlumpfball: Seit sich 1983 die ersten Schlümpfe in Überraschungseiern versteckten, sind immer wieder neue Schlumpf-Serien dazugekommen. Die lustigen Mützenträger gehören zu den beliebtesten Figuren zwischen den Schokoladenhälften. Hier ist der Füßballschlumpf mit seinen Freunden in einer Ausstellung im April 2004 in Frankfurt am Main zu sehen.

Foto: ddp
23 / 25

Wahre Liebe: Die beiden Überraschungsei-Figuren Hubert Herzbube und Vroni Frohsinn von den "Top Ten Teddies" sind süß wie die Schokolade in der sie 1996 steckten

Foto: Ferrero
24 / 25

Lok im Ei: Diese Lok gehört zu einem Personenzug, den es in Ü-Eiern gab

Foto: Ulrich Voigt
25 / 25

Sammlerstücke aus dem Überraschungsei: Links: Die Simpsons-Figuren Marge und Tochter Maggie aus der 2007er Serie. Das Besondere: Aufgrund eines Fertigungsfehlers hat Maggie doppelte Pupillen.

Rechts: Dark Laser (BE) aus der 2002er Serie "Das Hipperium spielt verrückt". Der Unterschied zur normalen Serienfigur Dark Laser zeigt sich in der Bemalung. Anstatt des gewohnten "Happy Hippo Blau" ist diese Figur dunkelblau-schwarz an den Hautstellen bemalt. Bei dieser Figur ist Ferrero ein kleiner Geniestreich gelungen. Es wurde die erste offizielle Variante produziert, die Black Edition (kurz BE). Die BE war aber keine Figur, die man einfach so mal aus dem Ü-Ei holen konnte. Es heißt, dass es sie nur in jedem 600. Ei gab. (Quelle Dark Laser: www.ue-ei-world.de)

Foto: Lars Hunkert
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?