Deutsche Hooligans in Lille - DER SPIEGEL
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Gewalt beim Fußball Wie konnte das passieren?

Rund 300 deutsche Hooligans befanden sich am Sonntag in Lille. Während des Spiels der deutschen Nationalmannschaft wurden zudem Personen gesichtet, die dem rechten Sektor zuzuordnen sind. Die Europameisterschaft wird immer mehr zu einem Sicherheitspolitikum.
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Kurze Zeit später wurde der Mann verhaftet. Er hatte am Sonntagabend an der Attacke auf völlig überraschte ukrainische Fans teilgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte alles nach einem friedlichen Fußballfest ausgesehen - 50 Chaoten reichten, den positiven Eindruck zu trüben.

Foto: MSSP
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Ein kurzes Video, das um die Welt ging: Das Handyvideo dokumentiert, wie überfallartig die Attacke gegen die Ukrainer geschah. Es hatte keine Provokationen gegeben, die Stimmung war entspannt - und die Attacke offensichtlich geplant und koordiniert.

Foto: Privat
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So kurz der Spuk war, mussten danach doch mehrere ukrainische Fans mit Verletzungen von Sanitätern versorgt werden.

Foto: MSSP
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Eigentlich hatte die deutsche Polizei versucht, solche Szenen schon weit im Vorfeld zu verhindern: Schon Tage vor dem Spiel wurden die Grenzkontrollen verschärft. Hier geleitet ein Polizeiwagen ein zu kontrollierendes Fahrzeug von der Autobahn A64.

Foto: Harald Tittel/ dpa
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Denn Hooligans waren in Deutschland seit Langem ein empfindliches Thema. Im Juni 1998 verprügelten deutsche Hooligans im französischen Lens den Polizisten Daniel Nivel derart, dass dieser ins Koma fiel.

Foto: Staatsanwaltschaft Essen/ picture alliance / dpa
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Nivel überlebte, blieb aber halbseitig gelähmt und blind auf einem Auge, er konnte nie wieder arbeiten: Die Bilder des brutalen Überfalls auf den jungen Polizisten gingen um die Welt. DFB und Fifa unterstützten ihn finanziell und begründeten 2000 die nach Nivel benannte Stiftung gegen Gewalt im Sport.

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Deutschlands Sicherheitsbehörden gingen nach Lens dazu über, den Hooliganismus sehr gezielt und frühzeitig zu bekämpfen. Hier verhaften deutsche Polizisten einen deutschen Hooligan bei einem Länderspiel 2008 in Österreich. Sowohl Vorfeldprävention als auch Strafverfolgung wurden nach Lens erheblich effektiver.

Foto: © Nikola Solic / Reuters/ REUTERS
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Daniel Nivel am Sonntagabend im Stadion von Lille: Nicht zum ersten Mal war der Ex-Polizist Ehrengast des DFB bei einem Länderspiel der deutschen Mannschaft. Über den Tag hatten Zehntausende Fans oft gemeinsam miteinander gefeiert. Die Schlagzeilen machten am Ende wenige Dutzend Gewalttäter.

Foto: Dpa/ dpa
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Denn der Vorfall in Lille fügte sich ein ins katastrophale Bild, dass randalierende Fans in Marseille und Nizza geprägt hatten. Die Eskalation der Gewalt begann mit Zusammenstößen zwischen jungen Franzosen und Engländern sowie russischen Hooligans.

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Die EM wurde seit dem Eröffnungsspiel von Gewalt zwischen Fans überschattet: Schon am Freitag setzte die französische Polizei Tränengas gegen englische Anhänger ein.

Foto: Ariel Schalit/ AP
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Sie hatten sich mit einheimischen Jugendlichen geprügelt, mit russischen Fans und Polizisten. Zwischenzeitlich wurde das Zentrum für den Verkehr gesperrt.

Foto: Darko Bandic/ AP
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Auch die Rolle der Polizei wurde schnell infrage gestellt: Experten bemängelten ein oft zu hartes und unflexibles Vorgehen der Sicherheitskräfte.

Foto: Darko Bandic/ AP
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So produzierten Scharmützel zwischen wenigen Hundert Fans Bilder von Straßenschlachten, die an Bürgerkrieg erinnerten. Marseille kam über drei Tage nicht zur Ruhe.

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Bilanz der Chaostage: Dutzende Verletzte, darunter ein englischer Fan, dessen Zustand erst nach drei Tagen als stabil bezeichnet werden konnte - der Mann war offenbar durch den Schlag mit einer Eisenstange gegen den Kopf verletzt worden.

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