Kamikaze für den Führer "Alle Geier und Falken - Angriff frei!"
Messerschmitt-Jäger im Einsatz: Zwei Jagdflugzeuge vom Typ Messerschmitt Bf 109. Das Standardmodell der deutschen Luftwaffe nutzten auch die Rammjägerpiloten, die sich Anfang April 1945 auf die Bomber der 8. US-Luftflotte stürzten. "Ich rufe euch auf zu einem Einsatz, bei dem es nur mit geringer Wahrscheinlichkeit eine Rückkehr gibt", hatte Luftwaffen-Oberbefehlshaber Hermann Göring zuvor per Rundschreiben verbreitet.
Focke-Wulf-Jagdflugzeug: Ein deutscher Jagdflieger im Cockpit seiner Focke-Wulf Fw 190 auf einem Propagandafoto von Januar 1943. Dieser Flugzeugtyp wurde 1945 als Rammjäger eingesetzt - wie viele Maschinen bei dem Einsatz verloren gingen, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren. Nur 15 Rammjäger-Piloten kehrten zu ihrer Einheit zurück; einige überlebten zwar den Einsatz, wurden dabei aber verwundet oder gerieten in Gefangenschaft.
Abgeschossen: Ein getroffener US-Bomber vom Typ Liberator bricht in der Luft auseinander. Die Maschine wurde allerdings nicht Opfer eines deutschen Rammjägers, sondern wurde im Dezember 1944 von der deutschen Flak abgeschossen. Für die Besatzung gab es so oder so nur geringe Überlebenschancen.
Glückliche Rückkehr: Piloten der 8. US-Luftflotte kehren am 14. Juni 1944 von einem Einsatz zurück. Am 7. April 1945 war die 8. US-Luftflotte bei der letzten Luftschlacht des Krieges gegen die Deutschen beteiligt. Dabei setzte die deutsche Luftwaffe zum ersten Mal massiv Rammjäger ein, die alliierte Bomber mit gezielten Rammstößen vom Himmel holen sollten.
Luftwaffensoldat Rittmann: Als 18-jähriger Flugschüler an der Luftkriegsschule Berlin-Gatow meldete sich Wolfgang Rittmann Anfang 1945 freiwillig zum Einsatz als Rammjäger. Weil Rittmann vor Ende der Ausbildung an die Ostfront versetzt wurde, entging er dem Einsatz als Rammjäger im April 1945. Stattdessen geriet Rittmann in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1948 zurückkehrte.
Düsenjäger: Die Hoffnung der deutschen Luftwaffenführung, den alliierten Bomberverbänden Paroli bieten zu können, ruhten auch auf dem neuen Düsenjäger Me 262, dem ersten in Großserie gebauten Strahlflugzeug der Welt. Das revolutionäre Flugzeug, von den Nazis als "Wunderwaffe" gefeiert, kam bei der Luftschlacht über dem Maschsee am 7. April 1945 gemeinsam mit den Rammjägern zum Einsatz.
Harakiri am Himmel: Ein abgeschossener japanischer Kamikaze im Januar 1945 über dem Pazifik. Anders als bei den japanischen Kamikaze-Einsätzen gab es für die deutschen Rammjäger zumindest eine theoretische Überlebenschance. "Der Schleudersitz war das Zugeständnis an unsere abendländische Kultur", so Zeitzeuge Wolfgang Rittmann, der 1945 als 18-Jähriger zum Rammjäger ausgebildet worden war. In den letzten Kriegswochen setzten allerdings auch die Nationalsozialisten echte Kamikaze ein, sogenannte SO-Piloten. "SO" stand dabei für Selbstopfer.
Luftwaffengeneral Dietrich Peltz: Der Generalmajor galt vielen in der Luftwaffenführung als fliegerisches und organisatorisches Ausnahmetalent. Schon im Alter von 29 Jahren kommandierte Peltz ein Fliegerkorps und wurde zum General befördert. Er war einer der wichtigsten Befürworter des deutschen Rammjäger-Konzepts.
Luftschlacht über Deutschland: In 11.000 Metern Höhe lauerte am 7. April 1945 insgesamt 183 deutsche "Rammjäger", um US-Bomber mit gezielten Rammstößen zum Absturz zu bringen. Unterstützt wurde die neuaufgestellte Einheit dabei auch von regulären Jagdfliegern, darunter auch von einigen Düsenjägern vom Typ Messerschmitt 262. Wie viele Bomber die Deutschen mit Rammstößen zerstörten, lässt sich daher nicht mehr rekonstruieren. Insgesamt verloren die Amerikaner bei der Luftschlacht wohl mindestens 23 Bomber, möglicherweise auch mehr.
Das Bild zeigt einen Bomber vom Typ "Fliegende Festung" bei einem Angriff auf Deutschland im Jahr 1944.
US-Bomber greifen an: Die 3. Luftdivision der 8. US-Luftflotte bei einem Bombenangriff in der Nähe von Dresden am 6. Februar 1945. Zwei Monate später war gerade die 3. Division über dem Steinhuder Meer bei Hannover in heftige Gefechte mit deutschen Rammjägern verwickelt. Es war die letzte große Luftschlacht des Krieges über Deutschland, doch die deutschen Jagdflieger konnten auch mit ihrer wahnwitzigen Kampfmethode die Bomberverbände nicht aufhalten.
Bomber über Berlin: Eine offenbar angeschossener US-Bomber vom Typ "Flying Fortress" beim Anflug auf Berlin im Juni 1944. Diese Maschinen galten als besonders robust und waren dafür bekannt, trotz schwerer Schäden in der Luft und manövrierbar zu bleiben.
Fliegeridol Hajo Herrmann: Der Kampfpilot galt im "Dritten Reich" als Kriegsheld, nachdem er zwölf Schiffe versenkt und neun alliierte Bomber abgeschossen hatte. Anfang 1945 wure er beauftragt, sein Rammjäger-Konzept gegen alliierte Bombenangriffe in die Tat umzusetzen. Nach seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft wurde Herrmann Rechtsanwalt und stand bekannten Holocaust-Leugnern juristisch zur Seite.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 146-2005-0025
Alliierte Bomber: Erstmals wurden US-Bomber am 7. April 1945 über dem Maschsee bei Hannover mit einer neuartigen Taktik angegriffen. Die sogenannten Rammjäger versuchten nicht, ihren Gegner abzuschießen, sondern ihn durch direkten Kontakt zum Absturz zu bringen - etwa, indem sie mit ihrer eigenen Tragfläche das Leitwerk der gegnerischen Maschine abscherten. Anschließend mussten die Angreifer sich allerdings selbst mit dem Fallschirm zu retten versuchen, denn auch ihr Flugzeug ging bei dieser Art von Attacke so gut wie immer zu Bruch. Das Bild zeigt einen Verband der "Fliegenden Festungen" bei einer Übung in Großbritannien im Januar 1943.
Gefürchtete Flieger: Ein US-Bomber vom Typ "Fliegende Festung" 1942 am Boden. Die alliierten Bomberverbände stießen 1945 auf kaum noch Gegenwehr und konnten fast ungehindert ihre Ziele angreifen. Die deutsche Luftwaffe lag längst am Boden - umso überraschender war für die Amerikaner der fanatische Angriff der Rammjäger im April 1945.
Geleitschutz: Ein Jagdflugzeug vom Typ Focke-Wulf Fw 190 gibt Luftdeckung für einen deutschen Geleitzug im Mai 1943. Fast zwei Jahre später kamen Focke-Wulf-Maschinen von diesem Typ zusammen mit Messerschmitt Bf 109 als Rammjäger zum Einsatz. Kurz vor oder nach der Attacke sollten sich die Piloten mit dem Fallschirm retten. Selbst die NS-Spitze rechnete dabei "mit 90 Prozent Verlust".
Fliegende Ziele: US-Bomber im Januar 1945 über Deutschland. Mit Rammjägern wollte der deutsche Oberst Hajo Herrmann die alliierten Flieger bekämpfen - ein radikaler Bruch mit der konventionellen Luftkriegsführung. Ursprünglich hatte Herrmann geplant, mit 1500 Rammjägern in einem "großen Schlag" ganze feindliche Verbände vom Himmel zu holen und damit die Alliierten nachhaltig zu schocken. Doch dafür bekam er keine Genehmigung aus der Luftwaffe - am 7. April 1945 starten zu dem Himmelfahrtskommando immerhin 183 Maschinen, von denen 133 verloren gingen.
B-17 mit Crew: Fliedende Festung vor dem Start in England.
Abschussbereit: Die im württembergischen Waldsee entwickelte und von Erich Bachem gebaute "Bachem Natter" war ein radikaler Entwurf: Als "Interceptor" für den Objektschutz konzipiert sollte der Pilot in einer senkrecht aufgestellten Natter beim Anflug eines Bomberpulks senkrecht in dem Raketenflugzeug starten. Vier seitliche Starthilfsraketen und das zentrale Walter-Raketentriebwerk sollten den "Vogel" innnerhalb weniger Sekunden mitten in den Pulk schießen. Nachdem die R4M-Raketen in der Spitze grob gerichtet auf die Bomber abgefeuert wurden, sollte sich das Flugzeug nach einer kurzen Abstiegszeit teilen und der Pilot am Fallschirm zur Erde zurückkehren. Auf dem Foto wird eine "Natter" wohl zu einem noch unbemannten Testflug am Heuberg (bei Stetten am kalten Markt) in ihrem Startgestell startbereit gemacht.
Dem Artikel zugeordnet von einestages-Leser Robert Dietz.
Senkrechtstarter: Die vier absprengbare Pulverraketen sollten das Walter-509 Triebwerk der "Natter" bei ihrem senkrechten Aufstieg in die Bomberpulks unterstützen. Zum gründlichen Erproben fehlte die Zeit: Tag um Tag wurde Stadt um Stadt von schweren US-Bomberverbänden eingeäschert. Von der schieren Ohnmacht getrieben war jede umsetzbare Idee willkommen. Nach wenigen scharfen Starts mit Puppen und Trag-Schleppflügen wurde ein Freiwilliger gesucht. Dem wegen eines Wachvergehens strafdegradierten Lothar Sieber, ein ausgezeichneter Pilot, wurde in Aussicht gestellt, dass er seinen Dienstgrad nach einem erfolgreichen Erstflug wieder zurückerhalten solle.
Eine der vier Startraketen löste sich am 1. März 1945 jedoch nicht wie geplant und somit zerschellte die Maschine samt Pilot bei diesem Himmelfahrtskommando am Boden. Das baldige Kriegsende verhinderte weitere Versuche.
Dem Artikel zugeordnet von einestages-Leser Robert Dietz.