Deutsche Kolonialgeschichte Global Player der Kaiserzeit
Schutztruppe in Deutsch-Neuguinea: Schon 1885 hatte das Bismarck-Archipel einen kaiserlichen Schutzbrief erhalten, und im Jahre 1899 hatte die Reichsregierung die von der nach preußischem Landrecht gegründeten "Neuguinea-Kompagnie" erworbenen Gebiete übernommen. Das Schutzgebiet umfaßte unter anderem das Kaiser-Wilhelm-Land auf Neuguinea, die Karolinen, einige Salomoninseln, die Mariannen, Neupommern, Neumecklenburg und die Marshallinseln. Es gab 19 deutsche Polizeimeister, 670 einheimische Polizisten in Neuguinea und auf den Inseln.
"Platz an der Sonne": Postkarte eines Eingeborenendorfes am Strand von Neuguinea. Am 17. Mai 1885 erhielt die Neuguinea Kompagnie einen kaiserlichen Schutzbrief, der sie zur wirtschaftlichen Ausbeutung des Landes bevollmächtigte und ihr alle Hoheitsrechte übertrug, wie auch das Recht, Verträge mit den Eingeborenen abzuschließen. Der Schutzbrief garantierte der Neuguinea Kompagnie, dass das Deutsche Reich ihre Interessen schützt - im Bedarfsfall auch mit Kriegsschiffen und Marinesoldaten.
Einheimische Polizeitruppe: Auf der rechten Seite ist die Flagge der "Neuguinea-Kompagnie" zu sehen. Es gab bis zu 670 einheimische Polizisten auf dem sogenannten Kaiser Wilhelm-Land und auf den dazugehörigen Inseln.
Johan Cesar VI. Godeffroy: Der Hamburger Überseekaufmann, Reeder und Werftbesitzer war ein früher "Global Player" und in der Südsee aktiv. Seine umfangreichen Aktivitäten in Australien und Samoa brachten ihm den Titel "Südseekönig" ein. Er befehligte eine Flotte von 100 Schiffen und besaß ein Netz aus 45 Handelsposten. Aufgrund mangelnder Liquidität stellte die Firma am 1. Dezember 1879 die Zahlungen ein.
Postkarte aus Deutsch-Neuguinea: Eine Kolonialszene mit Baumhaus, "Eingeborenen" und einem Mitglied der farbigen Schutztruppe
Adolf von Hansemann: Einer der reichsten Männer des Kaiserreiches und Gründer der "Neuguinea Kompagnie". 1826 wurde der Sohn David Hansemanns in Aachen geboren. Er ging 1841 nach Hamburg. Nach dem Tod seines Vaters 1864 führte Adolf Hansemann die Geschäftsführung dessen Firma, der Disconto-Gesellschaft, alleine weiter. Er machte sie zur größten Privatbank des Deutschen Kaiserreiches und zu einer der renommiertesten in ganz Europa.
Deutsche in der Südsee: Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich auch das deutsche Kaiserreich seinen "Platz an der Sonne" in Form von Kolonien verschafft. Dazu gehörte auch der Nordosten von Neuguinea, "Kaiser-Willhelms-Land" (heute Republik Papua-Neuguinea). Hier sind einige deutsche Kolonialherren mit "eingeborenen Schutztrupplern" zu sehen.
Pfennigmünzen der Neuguinea-Kompagnie: Die Neuguinea-Kompagnie hatte alle Hoheitsrechte, so auch ihr eigenes Geld
Wohlwollend und paternalistisch: Die Besatzungsmitglieder eines deutschen Schiffs, das zwischen den Südseekolonien des Kaiserreichs verkehrt, lassen sich mit Insulanern fotografieren
Otto Finsch: Der Ethnograph und Ornithologe war für die Neuguinea Kompagnie bei der Landnahme tätig. Mit Unterstützung der Humboldt-Stiftung bereiste er von 1879 bis 1882 die Südsee. Als Agent des privaten Neuguinea-Konsortiums von Adolph von Hansemann reiste er 1884 erneut nach Neuguinea, wo er erfolgreich für die Besitzergreifung des Landes tätig war. 1885 wurde die Nordhälfte der Insel unter dem Namen "Kaiser-Wilhelm-Land" Schutzgebiet der Neuguinea-Kompagnie und 1885 wurde mit Finschhafen der erste Verwaltungssitz von Deutsch-Neuguinea gegründet.
Kaisergeburtstag: Junge Frauen in der Kolonie Deutsch-Samoa bei einer Darbietung anlässlich des Geburtstags von Kaiser Wilhelm II. Im Hintergrund (l.) steht mit einem Blumenkranz um den Hals der Gouverneur Wilhelm Solf.
Für den Kaiser: Marine-Soldaten beim Hissen der deutschen Flagge in Apia auf der Insel Upolu, damals ein Teil von Deutsch-Samoa
"Hotel Deutscher Hof" in Herbertshöhe: Herbertshöhe (heute Kokopo) auf der Insel Neupommern (heute Neubritannien) im Bismarckarchipel war bis 1910 Sitz des deutschen Gouvernements in Deutsch-Neuguinea. 1910 wurde der Gouverneurssitz nach Rabaul verlegt.