Deutsche Schicksale - DER SPIEGEL
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Deutsche Schicksale Der Stürmer und der Dränger

Beide waren ehrgeizige Sportler, beide waren umjubelte Stars. Und beide landeten im selben KZ: der eine als Aufseher, der andere als Gefangener. Die parallelen Leben von Fußballer Tull Harder und Boxer Johann Trollmann - eine deutsche Schicksalsgeschichte.
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Box-Champ ohne Titel: Johann Trollmann kämpft 1933 gegen Adolf Witt um die deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Er gewinnt, aber der Titel wird ihm wieder aberkannt - die Nazis wollen nicht, dass ein Sinto deutscher Meister ist.

Foto: Manuel Trollmann
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Amateurboxer Trollmann: Ein Foto der Gau-Meister 1928 des Kreises 4 im Nordwestdeutschen Amateur-Box-Verband. Unter ihnen Johann Trollmann (4.v.r.), der auch Rukeli genannt wurde. Er entwickelt beim Boxen sehr erfolgreich einen eigenen Stil, der mehr nach Tanzen als nach Kämpfen aussieht. Von vielen Box-Fans wird er dafür verachtet - sie wollen Boxen als "deutschen Faustkampf" sehen.

Foto: Manuel Trollmann
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Beneideter Tänzer: Der Boxer Johann Trollmann wurde durchaus bewundert - von aufgeschlossenen Boxsportfreunden, auch von den Frauen. Die anderen verachteten ihn für seinen federleichten Stil, mit dem er seiner Zeit weit voraus war. Sie sahen in ihm einen Tänzer, keinen Kämpfer.

Foto: Manuel Trollmann
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Rukeli im Ring: Johann Trollmann, genannt Rukeli, im Kampf gegen einen unbekannten Gegener. Weil er Sinto war, steckten ihn die Nationalsozialisten ins KZ Neuengamme. Sie behaupten, dort sei er 1943 gestorben, doch tatsächlich wurde sein Tod nur fingiert. In Wirklichkeit wurde er 1944 im KZ-Außenlager Wittenberge erschlagen.

Foto: Manuel Trollmann
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Eine Straße für Trollmann: In Hannover wurde 2004 eine Straße nach Johann Trollmann benannt.

Foto: Manuel Trollmann
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Posthume Meisterschaft: Boxer Trollmann wurde sein Titel 1933 von den Nazis genommen. Erst 2003 wurde ihm der Meistertitel posthum wieder zuerkannt.

Foto: Manuel Trollmann
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Der junge Harder: Otto Harder als junger Soldat im Ersten Weltkrieg. In den dreißiger Jahren wird der HSV-Fußballer begeisterter Nationalsozialist und SS-Mann - und wird Aufseher im KZ Neuengamme bei Hamburg.

Foto: HSV-Museum & Archiv
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Sturmspitze Harder: Als Sturmspitze mit großem körperlichen Durchsetzungvermögen wird "Tull" Harder beim Hamburger SV in den zwanziger Jahren zur Legende. Mit dem HSV gewinnt er 1923 und 1928 die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

Foto: HSV-Museum & Archiv
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Deutscher Fußball-Meister: Otto Harder, genannt Tull, verhalf dem HSV mit seinen Toren zur Deutschen Fußball-Meisterschaft 1923 - er wird mit fünf Treffern Torschützenkönig.

Foto: HSV-Museum & Archiv
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