Deutscher Buchpreis Vier Autorinnen, zwei Autoren auf der Shortlist
María Cecilia Barbetta ist für den Deutschen Buchpreis mit ihrem Roman "Nachtleuchten" nominiert. Es ist der zweite Roman der 46-Jährigen, die in Buenos Aires geboren wurde, 1996 nach Berlin kam und auf deutsch schreibt. "Nachtleuchten" spielt im Argentinien der Siebzigerjahre, kurz vor Ausbruch der Militärdiktatur.
Maxim Biller, 1960 in Prag geboren, hat neben seinen journalistischen Arbeiten (unter anderem als Kolumnist für "Tempo" und die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung") zahlreiche Erzählungsbände, Kinderbücher und Dramen veröffentlicht, aber auch Romane wie "Die Tochter" oder "Biografie". Dennoch hat er es nun mit "Sechs Koffer" - der autobiografisch angehauchten Geschichte einer russisch-jüdischen Familie - erstmals in die Auswahl für den Deutschen Buchpreis geschafft.
Nino Haratischwili kam 1983 in Tiflis zur Welt, sie lebt in Hamburg. Ihr Romandebüt "Juja" stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, mit dem Familienepos "Das achte Leben (für Brilka)" gelang ihr ein Bestseller. Nun steht sie mit "Die Katze und der General" auf der Shortlist, einem Schuld-und-Sühne-Roman, der sich um ein Ereignis im Tschetschenien-Krieg dreht.
Inger-Maria Mahlke, 1977 in Hamburg geboren, wuchs in Lübeck und auf Teneriffa auf. Die Kanareninsel ist auch der Handlungsort ihres vierten Romans "Archipel", der nun ebenso wie sein Vorläufer "Wie ihr wollt" auf der Shortlist für den Buchpreis steht. "Archipel" folgt den Lebensläufen einiger Bewohner Teneriffas rückwärts in die Vergangenheit hinein.
Ihr Name ist die vielleicht größte Überraschung auf der Shortlist 2018: Susanne Röckel, vor 65 Jahren in Darmstadt geboren, hat zahlreiche Bücher aus dem Englischen und Französischen übersetzt, unter anderem von Paula Fox, aber ihre eigenen Romane sorgten bisher nicht für das ganz große Aufsehen. Mit "Der Vogelgott" ist das nun anders, der "zeitgenössischer Schauerroman" ist laut Jury-Kommentar "ein später Nachfahr der schwarzen Romantik".
Schon zum dritten Mal steht der 1972 im hessischen Biedenkopf geborene Stephan Thome auf der Buchpreis-Shortlist. Anders als "Grenzgang" und "Fliehkräfte" spielt "Gott der Barbaren" nicht im Deutschland der Gegenwart, sondern in China um 1860 - doch der darin errichtete Gottesstaat verweist durchaus auch auf heutige Entwicklungen.