Deutschland in der Einzelkritik - DER SPIEGEL
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Einzelkritik des DFB-Teams gegen Estland Weltstar in Westfalen

Joshua Kimmich ist sich für nichts zu schade, Manuel Neuer kann man wieder vertrauen: Beim 8:0 gegen Estland hinterließen die meisten DFB-Profis einen guten Eindruck. Die Einzelkritiken.
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Manuel Neuer, Tor: Irgendwann wird man mal erfahren, was da im Frühsommer 2019 eigentlich passiert ist. Dass dieser Manuel Neuer plötzlich wieder so wirkt wie der Dominator vergangener Tage. Dass man ihm in der Körperhaltung das Selbstvertrauen wieder ansieht. Dass man bereit ist, ihm wieder zu vertrauen. Die Zweifel an ihm sind verschwunden. Gegen die Esten reichte das als Eindruck.

Foto: Adam Pretty / Getty Images
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Thilo Kehrer, Abwehr: Der junge Verteidiger von PSG ist mittlerweile auf der rechten Abwehrseite so gut wie gesetzt. Kehrer ist einer der Profiteure des Umbruchs, er hat mit seinen Leistungen aber auch viel dafür getan. Offensiv war er diesmal effektiver als Schulz auf der anderen Seite.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Matthias Ginter, Abwehr: Wenn es gälte, den Sieger eines Unauffälligkeits-Wettbewerbes beim DFB auszurufen: Der Gladbacher wäre regelmäßig unter den Gewinnern. Was überhaupt nichts Schlechtes heißen muss. Ginter machte auch gegen Estland sein Zeug. Ohne Aufhebens, ohne allerdings auch gefordert zu werden.

Foto: Adam Pretty / Getty Images
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Niklas Süle (Mitte), Abwehr: Der Bayern-Verteidiger hat ein Jahr hinter sich, in dem es für ihn einfach lief. Er hat Mats Hummels und Jérôme Boateng im Verein und beim DFB ausgestochen, er checkte auch am Dienstag in der Abwehr souverän die gegnerischen Angreifer zur Seite. Er wirkt schon sehr reif. Körperlich hatte er gegenüber den estnischen Stürmern auch noch alle Vorteile auf seiner Seite.

Foto: Federico Gambarini / DPA
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Nico Schulz, Abwehr (bis 46. Minute): Der künftige Dortmunder hat sich schon auffälliger präsentiert. Was aber auch daran lag, dass er nur 45 Minuten spielte. In dieser ersten Hälfte trug er so einige Offensivaktionen vor, aber die Musik spielte woanders. Dafür konnte er nichts. Schulz ist einer der Gewinner des Länderspieljahres.

Foto: Thomas Frey / DPA
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Marcel Halstenberg, (ab 46. Minute): Der Leipziger kam zur zweiten Halbzeit als Schulz-Ersatz. Und man könnte zu seiner Leistung sagen: Er ließ sich nichts zuschulden kommen. In der Defensive musste er nichts Außergewöhnliches leisten, die Offensive besorgten meistens andere. Er kann später von einem 8:0 erzählen.

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX
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Joshua Kimmich, Mittelfeld: Der Bayernspieler ist dann noch mehr Chef, wenn Toni Kroos bei einem Länderspiel fehlt. Kimmich ist der Mann für die Struktur, zudem ist er sich für nichts zu schade, er läuft, grätscht, ist hinten und vorne. Gegen Estland macht so etwas noch ein bisschen mehr Spaß, wenn die Räume so groß sind, die man ausnutzen darf.

Foto: INA FASSBENDER / AFP
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Leon Goretzka, Mittelfeld: Der Bayer bekam mal wieder eine Chance von Anfang an, und er war entschlossen sie zu nutzen. Nicht nur wegen seines Tores zum 3:0 fiel er auf, er war vor allem in der ersten Hälfte sehr eifrig und oft dabei, wenn die Angriffe aufs estnische Tor liefen. Nach dem Wechsel tauchte er ein bisschen unter.

Foto: Federico Gambarini / DPA
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Ilkay Gündogan, Mittelfeld (bis 52. Minute): Der Meister des Lupf-Passes. Wie er das 2:0 vorbereitete, zeigte all seine Majestät im Mittelfeld. Der ManCity-Profi ist der Kopf dieser Mannschaft, er verteilt die Bälle und tut dies auf denkbar kunstvollste Weise. Die Esten standen um ihn herum, stille Bewunderer seiner Kunst. Und wahrscheinlich heilfroh, dass er nach 52 Minuten schon ausgewechselt wurde.

Foto: Federico Gambarini / DPA
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Julian Draxler, Mittelfeld (ab 52. Minute): Er kam nach 52 Minuten für Gündogan und tat sich schwer, in dessen Rolle zu schlüpfen. Draxler hat das Problem, dass er beim DFB ein Dazwischenspieler ist. Eigentlich zu jung, um trotz des Titels von 2014 zur Weltmeistergeneration zu gehören, zu alt, um jetzt zu den gefeierten Aufstrebenden zu zählen. Im Umbruch sitzt Draxler auf der Sollbruchstelle.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images
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Serge Gnabry (l.), Angriff: Man hat sich schon fast daran gewöhnt, dass der Bayern-Stürmer auch beim DFB trifft. Gegen Estland tat er es sogar doppelt. Trotzdem war es nicht unbedingt das Spiel von Gnabry. Die schnellen Konter gegen starke angriffslustige Gegner, da kann er all seine Stärken ausspielen. Nicht unbedingt, wenn elf Gegenspieler im und am Strafraum herumstehen. Aber Meckern auf ganz hohem Niveau: Zwei Tore, was will man denn mehr?

Foto: Daniel ROLAND / AFP
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Marco Reus (bis 65. Minute), Angriff: Der BVB-Profi blüht im Moment in der Nationalmannschaft, er spielt jetzt seit langer Zeit verletzungsfrei durch, die Sicherheit ist da, die Klasse hat er ohnehin immer gehabt. Aber so ein souveräner, routinierter und dennoch spielfreudiger Reus wie 2018/2019 war lange nicht vorhanden. Man darf gar nicht erst anfangen, nachzudenken, wie es wäre, wenn er immer ohne Verletzungen hätte spielen können. Er hat immer noch das Zeug zu einem großen internationalen Star. Wenn man Toni Kroos einen Weltstar nennt, dann ist Reus ein Weltstar in Westfalen.

Foto: Martin Rose / Getty Images
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Timo Werner (ab 65. Minute), Angriff: Kam in der 65. Minute für Marco Reus aufs Feld und holte sich mit seinem Treffer zum 7:0 das Erfolgserlebnis. Der Leipziger ist im Moment leicht hintendran, was die Hierarchie der jungen Stürmer angeht. Da tut ein Tor gut. Jetzt ist Urlaub, man wird sehen, mit welchem Arbeitgeber er aus den Ferien zurückkehrt.

Foto: Ralph Orlowski / REUTERS
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Leroy Sané, Angriff: Für ihn gilt noch etwas verstärkter, was auf Gnabry zutraf. Eine Schnelligkeit, seine Dribblings, die konnte er gegen die estnische Mauer nur begrenzt anwenden. So löchrig die Mauer auch war. Sein Tor hat er trotzdem gemacht. Pflicht erfüllt. Alles gut. Ab sofort kann er sich darum kümmern, ob er den Verein wechselt oder nicht.

Foto: Daniel ROLAND / AFP
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