Berlin 2048 und jede Menge Klischees Zum Durchklicken: Zehn Games, die in Deutschland spielen
Deutschland ist schon oft Szenario von Videospielen gewesen - oft jedoch drehten diese sich um das sogenannte Dritte Reich. Fast jedes Weltkriegs-Spiel spielt zumindest teilweise in Deutschland. In "Call of Duty: WW2" kam 2017 beispielsweise das Aachener Theater vor.
Es gibt aber zum Beispiel auch Simulatoren und Science-Fiction-Titel, in denen das Land oder eine deutsche Stadt vorkommt. Unsere Fotostrecke stellt beispielhaft zehn Games vor.
Through the Darkest of Times - Paintbucket Games
Nazi-Deutschland existiert virtuell in grotesken Überzeichnungen wie in den "Wolfenstein"-Spielen, aber zum Beispiel auch in "Through the Darkest of Times", einem Strategiespiel, in dem der Widerstand aktiviert werden muss.
"Through the Darkest of Times" machte im Sommer 2018 Schlagzeilen, weil seine Demoversion für die Gamescom das erste Spiel überhaupt war, in dem in Deutschland Hakenkreuze gezeigt werden durften. Mittlerweile wurde dies unter anderem auch den Spielen "My Child Lebensborn" und "Attentat 1942" gestattet.
State of Mind - Daedalic Entertainment
"State of Mind" ist ein Videospiel-Thriller, eine Dystopie und Utopie zugleich. Protagonist ist der Journalist Richard Nolan, der eine Amnesie erleidet und sich auf die Suche nach seiner Familie und seiner Vergangenheit begibt. Dabei trifft er nicht nur auf menschliche Spuren. Transhumanismus ist das bestimmende Motiv von "State of Mind". Dabei handelt es sich um eine Denkschule, die die Erweiterung des Menschen, sowohl physisch als auch intellektuell, durch Technologie diskutiert. Das Spiel präsentiert ein Berlin der Zukunft, das im Jahr 2048 mit der deutschen Hauptstadt der Gegenwart nicht mehr viel gemein hat. Lesen Sie hier mehr zum Spiel.
Overwatch - Blizzard Entertainment
"Overwatch" ist ein Helden-Shooter, der mehrere Klassen mit verschiedenen Charakteren bietet. Jede dieser Figuren hat eine eigene Nationalität. "Reinhardt" heißt der deutsche Charakter. Er ist 61 Jahre alt, kommt aus Stuttgart und trägt eine gigantische metallene Rüstung. Neben ihm gibt es im Spiel auch eine deutsche Karte. Sie heißt "Eichenwalde" und ist von jedem nur erdenklichen Deutschland-Klischee durchzogen. Die Brezel-Bäckerei reiht sich hier an den Biergarten und die mittelalterliche Burg. Viel Fachwerk, viel Grün. Und Einbahnstraßen.
Trüberbrook - bildundtonfabrik
Deutschland in den späten Sechzigerjahren: eine spannende Zeit voller Umwälzungen und gegensätzlicher Strömungen. Das abgelegene und fiktive Dorf Trüberbrook ist Schauplatz dieses Adventures, das im März 2019 erschienen ist. Der Name zeigt schon den Gegensatz auf, der im Spiel verhandelt wird: Ein US-Amerikaner kommt nach Westdeutschland, wo ihm direkt seine wissenschaftliche Dissertation aus dem Gasthaus gestohlen wird. Der Amerikaner heißt "Tannhauser", im Laufe des Spieles lernt er den Charakter "Gretchen Lemke" kennen. Das lässt die Art erahnen, wie "Trüberbrook" mit Klischees spielt.
Autobahn Raser - Davilex
Von 1997 bis 2005 erschien diese überaus deutsche Videospiel-Reihe, die jedoch in den Niederlanden entwickelt wurde. Auf der Autobahn sollte der Spieler mit vielen unterschiedliche Automodellen um die Wette rasen. Des Deutschen liebste Blechliebe, das Auto, steht hier also im Mittelpunkt. Freilich waren diese Spiele oft geplagt von schlechter Grafik und umständlicher Handhabung. Doch ihrem Erfolg tat das keinen Abbruch. Ein Spiel, das auf deutschen Autobahnen spielt - das schien die Deutschen zu faszinieren.
Call of Duty: Black Ops - Activision
In der "Call of Duty"-Reihe sind schon einige Karten erschienen, die in Deutschland spielen. Besonders im Zombie-Modus können die Spieler öfter in deutschen Gegenden auf Nazi-Zombies schießen. Davon abgesehen konnte Deutschland auch in "Black Ops" von 2010 besucht werden. Auf der Multiplayer-Karte "Berlin Wall" galt es, die Berliner Mauer zu überleben. In einem verschneiten Berlin mussten die Spieler den Todesstreifen durchqueren und vor Geschütztürmen in Deckung gehen. Das deutschsprachige "Call of Duty"-Wiki nennt diese Karte ein "Paradies für Scharfschützen".
Patrizier - Ascaron
Zur Zeit in der die "Patrizier"-Strategiespiel-Reihe spielt, gab es noch kein Deutschland. Aber es gab die Hanse, ein Wirtschaftsbündnis deutsprachiger Länder, die über Schiffe Handel miteinander trieben. "Patrizier" setzt auf viele historische Details und lässt den Spieler Orte miteinander vernetzen, die tatsächlich existiert haben. Dabei gilt es, das Ansehen beim Volk und anderen Herrschern zu stärken, aber auch einen Landstrich so zu bebauen, dass er wirtschaftlich prosperiert.
Soul Calibur - Bandai Namco
Die Kampfspiel-Reihe "Soul Calibur" hat einige deutsche Charaktere: "Hilde", "Siegfried" oder "Frederick" etwa. Das klingt nach dem "Ring des Nibelungen" von Richard Wagner, aber auch nach deutscher Königsgeschichte. Genauso gestaltet sich auch die Kampfarena, die in Deutschland spielt. Sie heißt "Ostrheinsburg Castle" und wirkt wie eine generische mittelalterliche deutsche Burg. Besonders japanische Entwickler scheint das deutsche Mittelalter zu faszinieren - in vielen ihrer Spiele haben die Charaktere urdeutsche Namen, was für unsere Ohren meist recht befremdlich klingt.
All Walls Must Fall - inbetweengames
"All Walls Must Fall" spielt in den Nachtklubs eines futuristischen Berlins, in dem die Mauer noch steht. Die Entwickler lassen vor den Augen des Spielers eine dreckige, queere Hauptstadt aufleben. Pumpende Techno-Beats pulsieren durch die Klubs, während der Spieler taktische Spielzüge vollzieht - etwa einem Türsteher so sehr Honig um den Mund schmieren, dass dieser ihn in den Club lässt. "All Walls Must Fall" zeigt eine Subkultur Deutschlands, die sonst kaum Raum in Videospielen findet. Außerdem lädt das Spiel eines der bekanntesten Symbole Deutschland - die Mauer - mit der Frage auf: Was wäre, wenn sie nie gefallen wäre? Lesen Sie hier mehr zum Spiel.
OMSI 2 - Bremen-Nord - Halycon Media
Immer wieder finden sich Teile Deutschlands auch in sehr ernsten Simulationen wieder. Hierzulande beliebt ist zum Beispiel der "Omnibussimulator 2" ("OMSI 2"), dem über einen YouTube-Clip auch viele Menschen begegnet sein dürften, die sich sonst nicht sonderlich fürs virtuelle Busfahren interessieren. Im Dezember 2017 stellte Moderator Jan Böhmermann nämlich ein Let's-Play-Video ins Netz, in dem er eine "OMSI 2"-Erweiterung namens "Bremen-Nord" vorführte. Böhmermann erzählte beim Busfahren Anekdoten über seine Heimat, bis heute wurde sein Video fast 670.000 Mal angeklickt.