Anschluss im Fußball Das "großdeutsche" Desaster
Hitlergruß vor Spielbeginn: Bei der Fußball-WM 1934 waren sie noch erfolgreich, die deutschen Spieler Reinhold Münzenberg, Hans Jakob, Ernst Lehner, Hans Berndt (v. r. n.l.). Deutschland belegte damals den 3. Platz. Vier Jahre später erlebte die "großdeutsche" Nationalmannschaft bei der WM ein Desaster.
Sepp Herberger: Die deutsche Nationalmannschaft profitierte von den taktischen Winkelzügen ihres listigen Reichstrainers Sepp Herberger. Eine ganz andere Fußballphilosophie verfolgten die Österreicher, die in den dreißiger Jahren den wohl technisch beschlagensten und kunstvollsten Fußball in Europa spielte. In einer gemeinsamen Mannschaft sollten die Unterschiede offen zutage treten. Herberger mit Hakenkreuz-Emblem auf der Brust erklärt auf diesen Foto die Spielzüge.
Deutschland - Schweden 2:1: Die deutschen Spieler (v.l.) Paul Zielinski, Fritz Szepan, Willy Busch und Torhüter Willibald Kress verlassen abgekämpft, aber zufrieden die Arena in Mailand. Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann bei der Weltmeisterschaft in Italien am 31. Mai 1934 das Zwischenrundenspiel gegen Schweden mit 2:1. Am Ende wurden die deutsche Nationalmannschaft Dritte. Vier Jahre später sollte ihr das nicht wieder gelingen.
Deutsch-österreichische Nationalmannschaft: Zur Fußball-WM 1938 in Frankreich trat Deutschland mit einem Team aus deutschen und österreichischen Spielern an - und unterlag der Schweiz. Im Achtelfinale stand es zunächst 1:1 n.V., das Wiederholungsspiel Deutschland - Schweiz endete 2:4. Das Foto entstand vor Spielbeginn, die Nationalmannschaft hebt den Arm zum "Deutschen Gruss".
Trainer Otto Nerz: Von der Bank aus betrachtet Reichstrainer Otto Nerz (mit Mütze) das Geschehen auf dem Spielfeld beim Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien (5:2) bei der Fußball-WM 1934 in Italien. Deutschland erkämpft nach einem 3:2-Sieg gegen Österreich den dritten Platz im zweiten WM-Turnier. 1938 tritt nur noch Deutschland zur WM an - mit österreichischen Spielern im Team.
Deutschland - Schweiz 2:4: Spielszene aus dem Achtelfinale der Fußball-WM 1938. Das Wiederholungsspiel in Paris am 9. Juni endete Deutschland - Schweiz 2:4. Der Wiener Torwart Rudolf Raftl (D) fing den Ball vor einem Schweizer Stürmer.
Grenzen auf: Österreichische Zollbeamte entfernen am 14. März 1938 begeistert die Grenzschranke, die Österreich von Deutschland trennte. Der "Anschluss" Österreichs sollte sich auch bald im Sport niederschlagen. Zur Fußball-WM im gleichen Jahr trat der kleine Nachbar nicht mehr mit einer eigenen Mannschaft an.
Bürckel, Frick und Lammers: Auf dem Wiener Heldenplatz stehen am 15. März 1938 anlässlich der Ansprache Adolf Hitlers (v.l.n.r.) Josef Bürckel (Reichskommissar für das angeschlossene Österreich), Wilhelm Frick (Reichsinnenminister) und Hans Heinrich Lammers (Chef der Reichskanzlei).
Einmarsch der Truppen: Die deutschen Truppen bei ihrem Einmarsch in Österreich im März 1938.