Deutschlands erste Astronautin Eine dieser Frauen wird ins All fliegen
Kollegin gesucht: Die US-Amerikanerin Kate Rubins verbrachte 2016 knapp vier Monate auf der Internationalen Raumstation ISS. Eine deutsche Frau war bisher noch nie im All. Das soll sich nun ändern. Eine private Initiative will den Flug für die erste deutsche Astronautin finanzieren.
Die Ausschreibung war ein großer Erfolg: 400 Frauen bewarben sich, 86 wurden zu Auswahltests eingeladen. Sechs konnten sich durchsetzen, darunter ...
Magdalena Pree, 28. Sie hat Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München studiert und sich in ihrer Abschlussarbeit mit Eigenschaften von Raumanzügen für Außenbordeinsätze auf der ISS auseinandergesetzt. Den Motorflugschein hat sie schon mit 17 Jahren gemacht. Sie arbeitet im DLR-Satellitenkontrollzentrum.
Suzanna Randall, 37, ist Astrophysikerin und forscht an der Europäischen Südsternwarte in Garching bei München unter anderem zur Evolution von Sternen. Sie hat Astronomie an der Universität London studiert und an der Universität Montreal in Kanada promoviert.
Insa Thiele-Eich, 33, hat in Bonn Meteorologie studiert und arbeitet am Institut der Universität Bonn an einer Verbesserung der Wetter- und Klimavorhersage. Parallel untersucht sie in ihrer Doktorarbeit die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch.
Die drei haben im DLR-Zentrum in Hamburg ihre Konzentrationsfähigkeit und ihre räumliche Vorstellungskraft bewiesen. Mehr als die Hälfte der 86 Bewerberinnen schied schon in dieser Runde aus.
Die 30 Besten wurden im Januar nach Köln eingeladen und mussten dort in Interviews und Gruppenspielen zeigen, wie belastbar und motiviert sie sind. Überzeugen konnte die Psychologen auch ...
Nicola Baumann, 31. Sie ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr, trägt dort den Dienstgrad Major und ist unter anderem für die Luftraumüberwachung in Deutschland und befreundeten NATO-Nationen zuständig. Neben ihrer Ausbildung zur Kampfflugzeugpilotin hat sie ein Fernstudium in Maschinenbau absolviert.
Susanne Peters, 31, ist Ingenieurin der Luft- und Raumfahrttechnik und promoviert an der Universität der Bundeswehr in München. Sie arbeitet an einem Konzept zur Entfernung von Raketenelementen und Weltraummüll aus dem Orbit.
Lisa Marie Haas, 33, hat Physik in Heidelberg studiert und arbeitet als Entwicklungsingenieurin und Teilprojektleiterin bei der Robert Bosch GmbH in Reutlingen. Sie ist spezialisiert auf die Aufbau- und Verbindungstechnik für Sensoren zum Beispiel in Handys, Tablets oder Spielekonsolen.
Als bisher letzte Astronautin der Europäischen Raumfahrtagentur Esa war die Italienerin Samantha Cristoforetti auf der ISS. Sie hat dort insgesamt 199 Tage verbracht. Die deutsche Astronautin wird dort erst mal nur zehn Tage bleiben dürfen.
Claudia Kessler ist die Initiatorin des Projekts "Die Astronautin". Sie will 40 Millionen Euro von Sponsoren auftreiben, um den Flug zu finanzieren. "Wir wollen beweisen, dass es in Deutschland hochqualifizierte und top ausgebildete Kandidatinnen gibt, auf die wir stolz sein können", sagt sie.