Deutschlands WM-Quartiere - DER SPIEGEL
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Deutsche WM-Quartiere Militärschule, Castello und ein toter Hund

Ob in einer Sportschule in Malente, in einem vornehmen Schloss oder mitten in Berlin - die WM-Unterkünfte der deutschen Nationalmannschaft boten immer wieder Raum für Legendenbildung. Manchmal flohen die DFB-Spieler jedoch auch aus ihren Unterkünften.
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Löw im Dschungelcamp: Der Bundestrainer und sein Team sollen bei der WM 2014 in Brasilien angeblich in einem eigens angelegten Dorf wohnen. SPIEGEL ONLINE zeigt die Highlights der bisherigen WM-Quartiere.

Foto: Marcus Brandt/ dpa
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1958, Schweden, Bjärreds Saltsjöbad: Bei dem WM 1958 in Schweden wählt der DFB Bjärred als Mannschaftsquartier aus. Das abgelegene, familiäre Hotel bietet Aktivitäten wie Tischtennis und Minigolf zum Abschalten zwischen den Spielen. Lediglich Torwart Fritz Herkenrath beklagt später "die immer wieder verordnete Bettruhe, obwohl keiner ruhig schlafen konnte" ¿ was vor allem den hellen schwedischen Sommernächten geschuldet war. Nach dem 1:3 gegen Gastgeber Schweden platzt der Traum von der Titelverteidigung. Das Spiel um Platz drei gewinnt Frankreich 6:3.

Foto: Werner Kreusch/ AP
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1966, England, Peveril of the Peak: In der mittelenglischen Grafschaft Derbyshire wohnt die deutsche Nationalmannschaft während der WM in England, das Quartier findet bei den Spielern Anklang. Verteidiger Willi Schulz im westfälischen Dialekt: "Also nett is dat Dingens ja hier, und wir wollen die ganze Miete abwohnen, die bezahlt worden ist." Schulz' Wunsch geht in Erfüllung, auch wenn Deutschland das Finale am 30. Juli 1966 gegen England 4:2 nach Verlängerung verliert.

Foto: Central Press/ Getty Images
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1974, Deutschland, Sportschule Malente: Die Zeit während der ersten WM auf deutschem Boden verbringt das Team von Bundestrainer Helmut Schön in der Sportschule Malente in der Holsteinischen Schweiz. Nach dem blamablen 0:1 gegen die DDR fliehen Sepp Maier und Uli Hoeneß aus dem Quartier zu ihren Frauen nach Hamburg. Letztlich ohne Spätfolgen: mit dem "Geist von Malente" spielt sich Deutschland zum zweiten WM-Sieg.

Foto: imago
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1978, Argentinien, Offiziersschule der argentinischen Luftwaffe in Ascochinga: In der alles andere als weltmeisterlichen Offiziersschule schlägt der Titelverteidiger sein Quartier auf. Schon die Übersetzung des indianischen Namens der Unterkunft verheißt nichts Gutes: "Toter Hund". Vor dem Halbfinale geht es für den Titelverteidiger wieder nach Hause.

Foto: imago
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1982, Spanien, Hotel Principe de Asturias in Gijon: Bei der Wahl des Quartiers zeigt der DFB kein glückliches Händchen. Das Luxushotel Hotel Principe de Asturias liegt an einer vielbefahrenen Hauptverkehrsstraße. Die Mannschaft um Bundestrainer Jupp Derwall wohnt Tür an Tür mit Touristen, Fans und Journalisten. Bereits das Vorbereitungs-Trainingslager im Schluchsee im Schwarzwald wird aufgrund zahlreicher Trinkgelage der Nationalspieler kurzerhand zum "Schlucksee" umbenannt. Trotz aller Widrigkeiten kämpft sich das Team ins Endspiel, unterliegt dort Italien 1:3.

Foto: imago
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1986, Mexiko, Trainingsquartier Mansión Galindo bei Queretaro: Das luxuriöse Anwesen nahe dem Vorrundenspielort Queretaro bietet dem neuen Teamchef Franz Beckenbauer (r.) und seinem Aufgebot einen nahezu perfekten Rahmen für das Turnier in Mexiko. Nur Uli Stein fühlt sich in dem Anwesen und in seiner Rolle als Ersatztorwart nicht wohl - er beschimpft Beckenbauer als Suppenkasper und wird vor dem Viertelfinalsieg gegen Mexiko als erster Spieler der Geschichte von einem Turnier vorzeitig nach Hause geschickt. Seine Teamkollegen kommen bis ins Finale und unterliegen Argentinien 2:3.

Foto: Bongarts/ Bongarts/Getty Images
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1990, Italien, Castello di Casiglio in Erba: Die Zeit während der WM in Italien residiert die deutsche Mannschaft im noblen Castello nahe des Comer Sees. Für das mit zahlreichen Italien-Legionären gespickte Aufgebot von Franz Beckenbauer der perfekte Ort, um in dem malerischen Anwesen schließlich den dritten WM-Sieg nach dem 1:0 gegen Argentinien ausgiebig zu feiern.

Foto: imago
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1994, USA, Oak Brook in Chicago: Rund 30 Kilometer vor den Toren Chicagos bezieht der DFB-Tross im Golfhotel Oak Brook bei der WM 1994 in den USA Quartier. Den Spielern fehlt es an nichts, dennoch ist früh Schluss: im Viertelfinale verliert das Team 1:2 gegen Bulgarien. Bereits nach dem gewonnen Gruppenspiel gegen Südkorea wird Stefan Effenberg nach Hause geschickt, nachdem er pfeifenden deutschen Fans den Mittelfinger gezeigt hatte.

Foto: imago
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1998, Frankreich, Hotel "Le Mas d'Artigny": Das Hotel in der Nähe von St. Paul de Vence an der Cote d'Azur dient der Mannschaft von Bundestrainer Berti Vogts als Rückzugsstätte bei der WM 1998 in Frankreich. Nach einem 0:3 gegen Kroatien geht es nach dem Viertelfinale nach Hause.

Foto: imago
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2002, Japan, Seagaia-Komplex in der südjapanischen Stadt Miyazaki: Erstmals in der Geschichte findet ein WM-Turnier in zwei Ländern statt. Als "Hauptquartier" wählt der DFB den Resortkomplex Seagaia im japanischen Miyazaki auf der Insel Kyushu. In Südkorea schlägt das Team von Teamchef Rudi Völler unter anderm im Jeju Paradise Resort in Seogwipo auf. Die Reisestrapazen schlagen sich nicht auf die Leistung nieder, erst im Finale gegen Brasilien geht das erste WM-Spiel verloren.

Foto: Bongarts/ Bongarts/Getty Images
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2006, Deutschland, Schlosshotel Grunewald in Berlin: Im Berliner Schlosshotel wohnt die Nationalmannschaft unter der Leitung von Jürgen Klinsmann bei der zweiten WM mitten in der Stadt und scheitert erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Italien. Im "kleinen Finale" gewinnt Deutschland 3:1 gegen Portugal und krönt das "Sommermärchen" mit Platz drei.

Foto: Alexander Hassenstein/ Bongarts/Getty Images
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2010, Südafrika, Fünfsterne-Hotel Velmore Grande in der der Nähe von Pretoria: Bei der WM 2010 in Südafrika gastiert die Nationalmannschaft nahe der Hauptstadt. Das Anwesen wird erst kurz vor WM-Beginn fertig. Im Halbfinale verliert die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw gegen den späteren Weltmeister Spanien, sichert sich Platz drei im Spiel gegen Uruguay.

Foto: Markus Gilliar/ picture alliance / dpa
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