DFB-Einzelkritik Klose eiskalt, Müller gedankenlahm
Manuel Neuer (Tor, FC Schalke 04): Bewies am Dienstag (Ortszeit) bei einem weiten Ausflug aus seinem Strafraum, dass er ein guter Fußballer ist. War dann am Mittwoch (Ortszeit) bei einem schönen Schuss von Schmidtgal hellwach. Ansonsten hatte der Schalker eine ruhige Nacht. (Archivbild)
Philipp Lahm (rechte Abwehr, FC Bayern München): Ein Klassenunterschied war zwischen dem Münchner und Schmidtgal (r.) kaum zu erkennen. Im Gegenteil: Der Mittelfeldspieler vom Zweitligisten Oberhausen hatte erstaunlich viel Platz auf seiner linken Seite, Lahm wirkte ein wenig müde.
Per Mertesacker (Innenverteidigung, Werder Bremen): Wenn der Gegner gefährlich vor das Tor von Manuel Neuer kam, dann über Außen. Bei den wenigen Ballkontakten war Mertesacker (oben) gewohnt sicher.
Holger Badstuber (Innenverteidigung, FC Bayern München): Siehe Mertesacker, bis auf einige kleine Orientierungsprobleme. (Archivbild)
Heiko Westermann (linke Abwehr, Hamburger SV): Nach wie vor mit einigen Integrationsproblemen in der Defensive. Zeigte vorne allerdings ein ums andere Mal, dass er durchaus in der Lage ist, gefährliche Flanken zu schlagen.
Sami Khedira (defensives Mittelfeld, Real Madrid): Wäre sein Kopfball am Ende der ersten Hälfte nicht an die Latte, sondern ins Tor gegangen, wäre er sicher für das Tor des Monats nominiert worden. So bleibt am Ende "nur" ein solider Auftritt des Neu-Madrilenen in Erinnerung.
Toni Kroos (defensives Mittelfeld, FC Bayern München): Will seine Rolle im defensiven Mittelfeld anders als Schweinsteiger interpretieren. Das gelang ihm nur zum Teil. Einerseits immer anspielbar, andererseits oft zu verspielt und ohne den Blick für den Mitspieler. Zudem unglücklich im Abschluss.
Thomas Müller (rechtes Mittelfeld, FC Bayern München): Der WM-Torschützenkönig scheint nicht nur seine Unbekümmertheit sondern auch seinen Torinstinkt verloren zu haben. Bolzte einige Bälle aus guter Position leichtfertig über das Tor, wirkte zudem oft ein wenig gedankenlahm.
Mesut Özil (offensives Mittelfeld, Real Madrid): Zwischen Leichtfüßigkeit und Leichtsinn. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid ging fahrlässig mit seinen zahlreichen guten Möglichkeiten um, ist und bleibt aber eine absolute Bereicherung für das deutsche Offensivspiel.
Lukas Podolski (linkes Mittelfeld, 1. FC Köln): Gefiel sich, den deutschen Fans und dem Bundestrainer in der Rolle des Vorbereiters und des Torschützen. An allen deutschen Treffern maßgeblich beteiligt. Hatte allerdings den Vorteil, dass über seine Seite kaum Gefahr vom Gegner ausging und er sich so voll und ganz auf die Offensive konzentrieren konnte, wie bei seinem wunderschönen Solo zum 3:0.
Miroslav Klose (Sturm, FC Bayern München): Er trifft und trifft und trifft. An seinem 58. Länderspieltreffer haben allerdings Özil und Podolski großen Anteil, die den Münchner nach dem ersten wirklich gelungenen Spielzug der DFB-Elf in der 48. Minute perfekt bedienten. Stark, wie Klose den Ball dann Popov vom Fuß nahm und eiskalt einschob. Musste mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden.
Mario Gomez (Sturm, FC Bayern München): Kam für Klose und hat sich jüngst beschwert, dass er in der Öffentlichkeit zu schlecht bewertet wird. Ob sein Treffer zum 2:0 an diesem Zustand viel ändert?
Marko Marin (rechtes Mittelfeld, Werder Bremen): Fiel nur durch seine blonden Haare auf.
Cacau (Sturm, VfB Stuttgart): Durfte auch kurz mitmachen. (Archivbild)