DFB-Finalelf: Risiko Lingor, Königin Prinz - DER SPIEGEL
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DFB-Finalelf Risiko Lingor, Königin Prinz

Ohne Gegentor sind die deutschen Frauen ins Finale der Fußballweltmeisterschaft in China gegen Brasilien eingezogen. SPIEGEL ONLINE zeigt, wer den brasilianischen Superstar Marta stoppen soll und wer welche Rolle beim Unternehmen Titelverteidugung spielt.
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Nadine Angerer - Was spricht eine klarere Sprache als eine Zahl, die gar keine richtige ist? Null. Fünf Spiele ohne Gegentor hat Angerer in ihrem ersten großen Turnier als Nummer eins absolviert. Was zum einen daran liegt, dass sie eine stabile Abwehr vor sich hat, manchmal auch daran, dass die Gegnerinnen gar nicht erst angriffen. Aber wenn es drauf ankam, lag es auch an Angerers Paraden. Und so konzentriert zu bleiben, wenn so wenig vor dem eigenen Kasten zu tun ist, ist schon mal eine Leistung für sich.

Foto: AFP
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Kerstin Stegemann - Die Berufssoldatin, gestern 30 Jahre alt geworden, möchte heute mit dem Titel nachfeiern. Und hat selbst einen großen Anteil daran, dass das überhaupt möglich ist. Hinter Garefrekes auf der rechten Abwehrseite sind ihr vielleicht manchmal die Gegnerinnen zu schnell gewesen, aber selten hat sie sich wirklich austricksen lassen. Marta allerdings wird eine ganz neue Herausforderung. Wenn Zeit bleibt, ist Stegemann auch eine treibende Kraft in der Offensive.

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Ariane Hingst - Das Turnier hatte noch gar nicht begonnen, da war es ihr schon "Latte", gegen wen Deutschland an diesem Sonntag ins Finale einziehen würde, Hauptsache die Titelverteidigung würde gelingen. Munter und zuversichtlich war die einzige Legionärin von Anfang an. Sie ist eigentlich die Ältere und Erfahrenere in der deutschen Innenverteidigung, aber neben Krahn ist die Chef-Frage gar nicht mehr so wichtig. Hauptsache, man macht die Gegner gemeinsam mürbe. Und das klappte ja bisher sehr gut.

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Annike Krahn - Sie kam ab dem zweiten WM-Spiel zum Einsatz, weil Sandra Minnert sich verletzte. 22 Jahre alt, ein kräftiges Mädchen aus dem Ruhrgebiet, die ihren Job erledigte, auch gegen die besten Offensivspielerinnen der Welt - und dabei so humorlos kompromisslos ist wie sie auch nur knorrig knapp Auskünfte gibt. Beim Reden ist das nicht so überzeugend, auf dem Platz ist es in seiner burschikosen Nüchternheit etwas, von dem man versucht ist zu sagen: Sie spielt wie ein Kerl.

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Linda Bresonik - Lange war die linke Abwehrseite die Sorgenposition des Teams. Viele können sie ein bisschen, keine aber kann sie konkurrenzlos gut spielen. Dann kam Bresonik und blieb die beste Lösung. Zwar hat auch sie immer wieder mal kleinere Schwächen in Stellung- und Zuspiel gezeigt und sich bei Angriffen der Gegner verschätzt. Doch gravierende Folgen hatte das noch nicht. Wie Stegemann auf der anderen Seite schaltet sie sich öfter mit ins Offensivspiel ein und versucht sich auch gern in Distanzschüssen.

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Simone Laudehr - Sie kann es besser, aber gerade jetzt nur selten. Ihr Länderspieldebüt vor zwei Monaten fiel vielleicht ein wenig zu vielversprechend aus. Bei dieser WM hat sie nur selten ihre Talente zeigen können. Abgeordnet, die eine Hälfte der Doppelsechs zu sein, musste sich die zarte Spielerin, gerade erst 21 Jahre alt, erst einmal an die Härten und das Tempo bei einer Frauen-WM gewöhnen. Wenn ihr das Spiel nach vorne freisteht, zeigt sie, was sie wirklich kann.

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Renate Lingor - Es ist nicht immer schön, einer zuzusehen, die eigentlich so gut Fußball zu spielen versteht, im Moment aber etwas mutlos ist. Wenn es einen Schwachpunkt in der Mannschaft gibt, liegt er hier, weil Lingor sich beschränken muss, Fußball zu arbeiten, statt ihn zu gestalten. Sie beschränkt sich oft darauf, vor der Abwehr Dienst zu tun und hat dann nur selten die Kraft und Ideen, das Spiel nach vorne schnell zu machen. Wie gut sie am Ball ist, zeigt sie vorzugsweise mit Toren aus der Distanz.

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Kerstin Garefrekes (l.) - Sie war beim Titelgewinn 2003 noch die große Entdeckung, längst ist sie eine der großen Stützen des Teams. Und eine wunderbare Fußballerin auf der rechten Außenbahn. Sie ist eine Vorbereiterin mit gutem Auge, eine, die auch selbst immer wieder zum Abschluss in den Strafraum zieht. Sie hat es klaglos überstanden, zwischendurch auf der ungewohnten Position im zentralen defensiven Mittelfeld auszuhelfen. Sieht immer etwas müde und abwesend aus, spielt aber das Gegenteil.

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Melanie Behringer (m.) - Es ging gut los, mit zwei Toren und einem rasanten WM-Debüt, das nahtlos an ihre Auftritte in der Vorbereitung anschloss. Nach dem Power-Fußball gegen Argentinien aber war die Luft etwas raus bei der Freiburgerin. Die couragierten Flankenläufe und kraftvollen Distanzschüsse wurden seltener. Dafür kamen: Auswechslungen, zuletzt weil sie angeschlagen war. Ihre Position könnte Lira Bajramaj übernehmen, die für leichtfüßige Spielereien, fürs Tricksen und für Überraschungen jenseits des Flankenlaufs gut ist.

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Birgit Prinz - Es ist nicht unbedingt immer eine reine Augenweide, ihr zuzusehen. Dazu ist ihr Spiel zu wuchtig. Aber herausragend und imponierend ist sie immer noch in ihrer Entschlossenheit. Ihr Wille zum Erfolg ist noch auf den Rängen spürbar. Das gesamte Turnier über zeigte sie ihre Bereitschaft, ganz und gar Teil der Mannschaft zu sein und nicht bloß die, die vorne herumhängt und wartet, dass es etwas zu knipsen gibt. Und eines kann sie immer noch in einer Art wie keine andere: den Ball abschirmen.

Foto: Getty Images
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Sandra Smisek - Die kleine Technikerin ist bei dieser WM zur festen Größe an Prinz’ Seite geworden. Sie schießt Tore, sie bereitet Tore vor, sie und Prinz brauchen Abstimmung nicht zu üben, weil sie sowieso wissen, was die andere gerade macht. Mangels durchschlagender Erfolge musste sie im Halbfinale Martina Müller weichen. Die traf postwendend. Was Smiseks Einsatz in der Startelf trotzdem sehr wahrscheinlich macht: Müller ist abonniert auf Jokertore.

Foto: Getty Images
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