DFB-Frauen Heldinnen von Helsinki
Ein gewohntes Bild: Die deutschen Nationalspielerinnen im Jubel vereint (v.l. Linda Bresonik, Birgit Prinz, Ariane Hingst und Inka Grings beim 3:1 über Russland Anfang August). Sieben Europameister- und zwei Weltmeistertitel haben die DFB-Damen seit 1989 schon gesammelt.
Birgit Prinz hatte auch in Finnland gut lachen. Die Rekordnationalspielerin (198 Einsätze) und Torjägerin (125 Treffer) ist das Gesicht der DFB-Auswahl. Ihr Trophäenschrank platzt schon längst aus allen Nähten: Zwei WM-, fünf EM- und Dutzende Vereinstitel sprechen für sich. Die 32-jährige Stürmerin ist nach einem Intermezzo in den USA wieder für den 1.FFC Frankfurt am Ball.
Routine und Stabilität im deutschen Tor: Nadine Angerer ist seit Anfang 2007 die unumstrittene Schlussfrau Nummer eins. Die 30-Jährige steht in der Liga für den 1.FFC Frankfurt zwischen den Pfosten und wurde bei der WM 2007 zur besten Torhüterin gewählt.
Das deutsche Mittelfeld ist ohne sie nicht vorstellbar: Kerstin Garefrekes (l.) zählt mit der Erfahrung von 112 Länderspielen zu den Stützen des Teams. Im rechten Mittelfeld setzt sie Impulse und sucht oft selbst den Abschluss. Die 29-jährige Frankfurterin gab im November 2001 ihr Debüt im Nationaltrikot.
Spätestens als sie an der ZDF-Torwand in Stöckelschuhen traf, wusste man um die feine Technik von Fatmire "Lira" Bajramaj. Die 21-Jährige sorgt über die Flügel für Schwung im deutschen Angriffsspiel. Nach fünf Jahren beim FCR Duisburg wechselte sie in diesem Sommer zu Meister Turbine Potsdam. Bei der EM kam sie von der Bank, konnte aber trotzdem drei Treffer bejubeln (hier gegen Norwegen).
Sie ist immer für ein Tor gut: Inka Grings bildet mit Birgit Prinz für gewöhnlich die DFB-Doppelspitze. In ihren bisher 78 Länderspielen netzte sie 51 Mal ein. In der Bundesliga stürmt die 30-Jährige für den FCR Duisburg und wurde zur besten Spielerin der abgelaufenen Saison gewählt. Mit sechs Treffern avancierte sie zur Top-Torjägerin der Europameisterschaft.
Aufgepasst, hier kommt die Überraschung des Jahres: Kim Kulig spielte sich durch starke Leistungen beim HSV ins Blickfeld von Silvia Neid und feierte im Februar dieses Jahres ihr Debüt im Nationalteam. Mit 19 Jahren ist Kulig die jüngste Akteurin im DFB-Aufgebot.
Eigentlich bringt sie alles mit: Schnelligkeit, Technik, Übersicht, Torgefahr. Doch Simone Laudehr war mit einer Verletzung nach Finnland gereist. Zum Einsatz kam sie trotzdem - und steuerte beim 3:1 gegen Norwegen im Halbfinale einen wichtigen Treffer bei.
Auch dank ihr zählt die deutsche Defensive zu den besten der Welt: Ariane Hingst gibt in der Abwehrzentrale den Ton an. Zu Beginn ihrer Länderspielkarriere, die schon 1996 begann, kam sie noch im Mittelfeld zum Einsatz. In Finnland zwang sie eine Knieverletzung aus dem Viertelfinale gegen Italien in den letzten beiden Spielen zum Zuschauen.
Kopfballstark, kräftig, kompromisslos - Krahn. Annike Krahn bildete mit Ariane Hingst das Innenverteidiger-Duo. Der Durchbruch gelang ihr vor zwei Jahren bei der WM in China, als sie für die verletzte Sandra Minnert ins Team rückte. Als feine Technikerin ist sie bisher nicht bekannt, ihr Passrepertoire beschränkt sich zumeist auf "lang und hoch". Die 24-Jährige spielt seit 2004 beim FCR Duisburg.
Sie ist die Zuverlässigkeit in Person: Seit 1995 rennt, grätscht und kämpft Kerstin Stegemann auf der rechten Außenbahn. Die dreifache Europa- und zweimalige Weltmeisterin schont weder sich selbst noch den Gegner. Stegemann, die im Sommer von Borussia Friedensthal zum FSV Gütersloh wechselte, hat bereits im Alter von 23 Jahren ihren Trainerschein gemacht und betreut die Bundeswehr-Nationalmannschaft der Frauen.
Sie zeigt auch abseits des Platzes vollen Einsatz: Sonja Fuss engagiert sich für Frauenfußball-Projekte in Afrika (auf dem Foto in Ghana). In der Nationalmannschaft debütierte sie bereits 1996, kam jedoch lange über die Rolle als Ersatzspielerin nicht hinaus und hat nun in Linda Bresonik erneut eine starke Konkurrentin auf der linken Außenverteidiger-Position.
Einen rasanten Aufstieg hat Melanie Behringer (r.) hinter sich: 2004 wurde sie U19-Weltmeisterin, im Jahr darauf feierte sie ihr Debüt in der A-Nationalelf. Die 23-Jährige Mittelfeldspielerin, bei Bayern München unter Vertrag, zeichnet sich durch Schnelligkeit und gefährliche Distanzschüsse aus. Ex-Bundestrainerin Tina Theune-Mayer bezeichnet sie als "echten Turniertypen".
Als Spielerin und Co-Trainerin war Silvia Neid an sechs deutschen EM-Titeln beteiligt. Nach der Europameisterschaft 2005 übernahm sie den Posten von Tina Theune-Mayer - prompt gelang ihr die Titelverteidigung 2009. Das 6:2 im Finale gegen England in Helsinki bedeutete den fünften Europameister-Titel in Folge.