DFB-Kader: Aus Erfahrung gut - DER SPIEGEL
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DFB-Kader Aus Erfahrung gut

Das Aufgebot für das Unternehmen Titelverteidigung steht: Die deutschen Fußballerinnen reisen als Favorit zur WM im September nach China. Bundestrainerin Silvia Neid setzt dabei auf eine Mischung aus Erfahrung und Talent. Katrin Weber-Klüver stellt den deutschen Kader vor.
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Trainerin: Silvia Neid, 43 Jahre alt, seit 2005 Bundestrainerin. Neid ist eine der bekanntesten deutschen Spielerinnen und mit 111 Länderspielen ehemalige Rekordinternationale. Die frühere Mittelfeldspielerin wurde 1989, 1991 und 1995 Europameisterin. 1996 übernahm sie die Assistentenrolle bei der damaligen Bundestrainerin Tina Theune-Meyer und folgte dieser 2005 nach.

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Tor I: Nadine Angerer, 28, 1. FFC Turbine Potsdam, 46 Länderspiele. Nach sieben großen Turnieren als Ersatzfrau auf der Bank nun erstmals die Nummer eins im deutschen Tor. Das verdankt die gelernte Physiotherapeutin ihrer eigenen Konstanz, Geduld und Leistungsstärke, aber auch dem Verletzungspechs von Silke Rottenberg. Von beiden sagt Bundestrainerin Silvia Neid, sie seien „Weltklasse“.

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Tor II: Ulrike Holl, 26, SC 07 Bad Neuenahr, zwei Länderspiele. Ihre Nationalmannschaftspremiere absolvierte sie als Teil einer wackeligen Abwehr beim Algarve Cup in diesem Frühjahr. Je nach Rottenbergs Genesung wird es ihr vorbehalten bleiben, als Nummer zwei oder drei im Tor das Turnier von der Bank aus zu beobachten. So ist das, wenn man Fußball mit der Hand spielt.

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Tor III: Silke Rottenberg, 35, 1. FFC Frankfurt, 123 Länderspiele. Erst ein Kreuzbandriss in China im Januar, dann Ende Juli kurz vor dem Comeback ein Muskelfaserriss warfen sie aus der Bahn. Als Führungsspielerin ist sie aber sogar in nicht optimaler körperlicher Verfassung wichtig für das Team. Oder wie es ihre us-amerikanische Torwartkollegin Hope Solo sagt: „Ein Turnier ohne Silke ist unvorstellbar.“

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Abwehr I: Kerstin Stegemann, 29, SG Wattenscheid, 161 Länderspiele. Neben Birgit Prinz die erfahrenste Nationalspielerin überhaupt. Auf der Position der rechten Außenverteidigerin ist sie gesetzt. Anders als das Gros ihrer Mitspielerinnen hält sie im Bundesligaalltag ihr Niveau nicht dadurch, dass sie bei einem der zwei, drei großen Frauenfußballvereine spielt, sondern immer bei kleinen. Gerade ist die Soldatin vom Absteiger Heike Rheine zum Aufsteiger Wattenscheid gewechselt.

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Abwehr II: Saskia Bartusiak, 24, 1. FFC Frankfurt, drei Länderspiele. Keine der ganz jungen, aber eine der unerfahrensten Nationalspielerinnen. Gehört zu denen, die Neid auf der Position der linken Außenverteidigerin getestet hat. Kann aber auch im Mittelfeld spielen.

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Abwehr III: Babett Peter, 19, 1. FFC Turbine Potsdam, zwölf Länderspiele. Die jüngste im WM-Kader ist in der Abwehr flexibel einsetzbar, sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der linken Seite der Viererkette.

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Abwehr IV: Annike Krahn, 22, FCR 2001 Duisburg, 25 Länderspiele. In Sandra Minnerts Abwesenheit kam sie zu regelmäßigen Einsätzen in der Innenverteidigung. Hat nun wohl das Nachsehen, weil die Erfahrenere wieder fit ist.

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Abwehr V: Sandra Minnert, 34, SC 07 Bad Neuenahr, 139 Länderspiele. Die älteste Feldspielerin im Kader, die ihr erstes Länderspiel bereits 1992 absolvierte, durchlebte nach einer Knorpelverletzung eine lange Rekonvaleszenz und drohte nach neun Monaten Länderspielpause ihren Platz in der Innenverteidigung zu verlieren. Doch seit ihrem soliden Comeback beim WM-Testspiel gegen Dänemark Ende Juli sieht das schon wieder ganz anders aus.

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Abwehr VI: Sonja Fuss, 28, FCR 2001 Duisburg, 49 Länderspiele, ist ebenfalls eine der Spielerinnen, die für die linke Seite der Abwehr in Betracht kommt, der Position im Team, die in den letzten Monaten am muntersten durchgewechselt und ohne eindeutige Favoritin getestet worden ist.

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Abwehr VII: Ariane Hingst, 28, Djurgarden IF, 132 Länderspiele. Die Innenverteidigerin hat es in diesem Frühjahr von Potsdam nach Stockholm gezogen. Was den Nachteil hat, dass Teile ihrer Vorbereitung aus Pendeln zwischen Deutschland und Schweden bestanden, und den Vorteil, dass sie nun einen ziemlich guten Einblick hat, wo Stärken und Schwächen des möglichen Viertelfinalgegners und Mitfavoriten Schweden liegen.

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Mittelfeld I: Linda Bresonik, 23, SG Essen-Schönebeck, 28 Länderspiele. Die gebürtige Essenerin war schon bei der WM 2003 in den USA dabei, allerdings nur in der Vorrunde. Nach einem Muskelfaserriss flog sie wieder nach Hause. Später durchlebte die gelernte Kauffrau einige Turbulenzen, als ihre Beziehung zur ehemaligen Nationalmannschaftskollegin Inka Grings in die Brüche ging. Nun soll doch wieder das Fußballspielen im Mittelpunkt stehen.

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Mittelfeld II: Melanie Behringer, 21, SC Freiburg, 15 Länderspiele. Hat sich auf der linken Mittelfeldseite in der Vorbereitungsphase munter und dynamisch präsentiert. Zug zum Tor und kräftigen Schuss inklusive. Hat den Beruf gelernt, den Fußballspielerinnen am liebsten neben ihrer sportlichen Karriere erlernen: Bürokauffrau.

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Mittelfeld III: Renate Lingor, 31, 1. FFC Frankfurt, 128 Länderspiele. Die Frau, die im Mittelfeld die Strippen ziehen und das Spiel lenken soll. Nach Verletzungen und lange Zeit nicht erkanntem Pfeifferschen Drüsenfieber, das ihrem Spiel einigen Elan und Inspiration raubte, sammelt sie sich langsam wieder. Was von Vorteil ist, das Bundestrainerin Silvia Neid zwar gern Alternativen an ihrer Seite, aber nicht zu Lingor selbst testet.

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Mittelfeld IV: Simone Laudehr, 21, FCR 2001 Duisburg, zwei Länderspiele. Stieg nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau in die Vorbereitung der Spielerinnen auf die WM ein – und machte dann Ende Juli ihr erstes Länderspiel überhaupt. Etablierte sich überraschend gut an der Seite von Renate Lingor im zentralen Mittelfeld. Und krönte ihr zweites Spiel schon mit einem Tor.

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Mittelfeld V: Kerstin Garefrekes, 27, 1. FFC Frankfurt, 77 Länderspiele. Spielte sich bei der WM in den USA ins Rampenlicht. Ist schlaksig und sieht immer ein wenig verschlafen aus, aber das täuscht. Scheint eine Frühjahrsformkrise überwunden zu haben. Nun bespielt sie die rechte Seite wieder souverän und tritt sowohl als durchsetzungsstarke Flankengeberin wie auch als Torschützin in Aktion.

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Mittelfeld VI: Fatmire Bajramaj, 19, FCR 2001 Duisburg, sieben Länderspiele. Zart gebaut und technisch beschlagen. Die aus dem Kosovo stammende Mittelfeldspielerin ist eine Kandidatin für die Außenbahnen. Im Leben neben dem Sport verdient sie ihr Geld beim größten Arbeitgeber für Leistungssportler: der Bundeswehr.

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Mittelfeld VII: Petra Wimbersky, 24, 1. FFC Frankfurt, 63 Länderspiele. Kann im Mittelfeld ebenso wie im Sturm spielen. Hat jüngst durch einen guten Blick für und gutes Zuspiel auf die Mitspielerinnen als Vorbereiterin auf der linken Seite überzeugt. Was im Zweifelsfall immerhin Assist-Punkte bringt. Selbst hingegen hat sie bei sieben Länderspieleinsätzen in diesem Jahr noch kein Mal ins Tor getroffen.

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Angriff I: Birgit Prinz, 29, 1. FFC Frankfurt, mit 163 Länderspielen die erfahrenste, mit 108 Toren und etlichen Titeln im Verein, mit der Nationalmannschaft und als dreimalige Weltfußballerin die erfolgreichste und mit Abstand bekannteste deutsche Fußballspielerin. Jenseits des Platzes steht sie mehr als ungern in der Öffentlichkeit, auf dem Platz lässt es sich schlecht vermeiden, dass die Kapitänin die Blicke von Mit- und Gegenspielerinnen auf sich zieht. Macht nicht selten durch reinen Willen und ihre Präsenz den Unterschied.

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Angriff II: Anja Mittag, 22, 1. FFC Turbine Potsdam, 38 Länderspiele. Die junge Stürmerin hat gelegentlich ein kleines Problem mit der Chancenverwertung. Bringt sich zwar selbst gut ins Spiel ein und wird auch von ihren Mitspielerinnen gut in Szene gesetzt, aber versemmelt die Bälle dann zu oft. Ihre Bilanz daher: gerade mal fünf Länderspieltore.

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Angriff III: Martina Müller, 27, VfL Wolfsburg, 57 Länderspiele. Gab ihr Länderspieldebüt vor sechs Jahren gegen China und ist eine von zwölf Spielerinnen im Kader, die 2003 in Kalifornien Weltmeisterinnen wurden und ihren Titel nun in China verteidigen wollen. Müllers Rolle ist oft die des Jokers, was zwar für sie nicht unbedingt befriedigend sein dürfte, aber mannschaftsdienlich ist. 26 Treffer sprechen für sich.

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Angriff IV: Sandra Smisek, 30, 1. FFC Frankfurt, 116 Länderspiele. An der Seite von Prinz spielt sie mit kurzen Unterbrechungen nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch im Verein fast schon ihr gesamtes Fußballerinnenleben. Die Treffsicherheit der gesetzten Sturmpartnerin hat sie nicht. Ihr letztes Tor für Deutschland liegt zehn Monate zurück. Wenn sie nicht Fußball spielt, macht die gelernte Bürokauffrau bei der Polizei Karriere.

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