DFB-Kader Die Außenseiter
Hans Jörg-Butt (Bayern München): Hat durch die verletzungsbedingte Absage von Stammtorwart René Adler gute Chancen, von Löw als dritter Torwart mit zur Weltmeisterschaft nach Südafrika genommen zu werden. Füllte diese Rolle bereits erfolgreich bei der WM 2002 aus.
Jens Lehmann (VfB Stuttgart): Der Torwart-Oldie ist einer der Kandidaten, die aufgrund des Ausfalls von Adler auf Löws Liste stehen. Er kennt die Abläufe, allerdings dürfte er sich nicht mit dem Status als Nummer drei zufrieden geben, weswegen der Bundestrainer auf ihn verzichten wird.
Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund): Wäre von seinem Leistungsvermögen der logische Nachrücker als dritter Torwart, hat sich aber durch seine lautstarken Beschwerden zu seiner bisherigen Nichtberücksichtigung um eine Nominierung gebracht.
Sascha Riether (VfL Wolfsburg, hinten): Der Abwehrspieler ist die Konstante in der Mannschaft des Deutschen Meisters. Normalerweise auf der Rechtsverteidigerposition oder im rechten Mittelfeld, zuletzt aber auch in der Innenverteidigung. Löw würde gut daran tun, den vielseitigen Verteidiger zu nominieren. Allerdings ist wohl eher davon auszugehen, dass Riether die WM im Fernsehen verfolgen muss.
Mats Hummels (Borussia Dortmund, r.): Der Innenverteidiger spielt eine tolle Saison. Er erzielte bereits fünf Tore und half auch schon im defensiven Mittelfeld aus. Zuletzt kursierten Gerüchte, er solle beim Testspiel gegen Malta am 13. Mai auflaufen. Immerhin dürften dort einige Stammkräfte wegen des noch laufenen Spielbetriebs verhindert sein. Tendenz: Löw nominiert Hummels, streicht ihn aber vor WM-Beginn wieder aus dem Kader.
Benedikt Höwedes: (FC Schalke 04, oben): Für ihn gilt das gleiche wie für Hummels, auch er soll gegen Malta dabei sein. Kann in der Defensive fast alle Positionen spielen, wird aber wie Hummels wohl erst nach der WM richtig in die Nationalelf integriert werden.
Robert Huth (Stoke City): Spielt in der laufenden Saison wieder regelmäßig und ist bei Löw nie ganz in Vergessenheit geraten. Allerdings bevorzugt der Bundestrainer spielstarke Innenverteidiger - was auf Huth nicht unbedingt zutrifft. Fazit: Löw wird auf Huth verzichten, es gibt genügend Innenverteidiger, die das geforderte Profil besser erfüllen.
Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund, unten): Der Linksverteidiger hat sich in der aktuellen Saison enorm entwickelt, schaltet sich zunehmend besser in die Offensive ein. Verdrängte sogar BVB-Ikone Dede und wäre die perfekte Backup-Lösung hinter Lahm. Schmelzer wird Löws Überraschungsnominierung.
Dennis Aogo (Hamburger SV, r.): Ist ein großes Talent auf der linken Außenverteidigerposition, hat aber derzeit wie alle HSV-Spieler mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Könnte eine Alternative zu Philipp Lahm werden, für die WM in Südafrika reicht es aber noch nicht.
Marcel Schäfer (VfL Wolfsburg, l.): Spielt eine für seine Verhältnisse schwache Saison, nachdem es schien, dass er sich schon in der Nationalmannschaft etabliert hatte. Muss nun wieder um seinen Platz im Kader bangen. Wahrscheinlich ist, dass Löw ihn zu Hause lässt.
Thomas Hitzlsperger (Lazio Rom): Er ist der Absteiger der Saison, auch sein Wechsel nach Italien brachte nichts. Im Gegenteil, dort nahm Bundestrainer Löw noch weniger Notiz von seinen schwachen Leistungen. Zwar ist Löw bekannt dafür, alte Verdienste vor Formstärke zu stellen - für Hitzlsperger wird es dennoch nicht reichen.
Tobias Weis (TSG Hoffenheim, r.): Musste lange verletzt pausieren und ist noch nicht wieder auf dem Niveau seiner ersten Nationalmannschaftsnominierung. Konnte nach seiner Rückkehr Hoffenheim nicht aus der Krise helfen. Für seine sehr aufwendige Spielweise braucht er eine optimale körperliche Verfassung. Diese hat er noch nicht - daher wird Löw auf ihn verzichten.
Aaron Hunt (Werder Bremen, r.): Hat seine Leistungen stabilisiert und ist zudem nicht mehr so verletzungsanfällig wie in der Vergangenheit. Hat sich bei Werder einen Stammplatz gesichert, im Team von Löw gibt es aber keine Verwendung für ihn. Er muss zu Hause bleiben.
Marco Reus (Borussia Mönchengladbach): Eine der größten Entdeckungen der Saison. In der Offensive flexibel einsetzbar und torgefährlich. Auch defensiv arbeitet Reus sehr gut mit. Seine Zeit in der Nationalmannschaft wird kommen - allerdings noch nicht in Südafrika.
Patrick Helmes (Bayer Leverkusen, l.): Der Stürmer galt schon als fester Bestandteil der Nationalmannschaft, bis ihn ein Kreuzbandriss stoppte. Seitdem haben sich im Verein Stefan Kießling und Eren Derdiyok einen Stammplatz erspielt, Helmes kommt nur noch als Einwechselspieler zum Zuge. Aufgrund der großen Konkurrenz auf dieser Position wird Löw ihn zu Hause lassen.