DFB-Trikot Von Schnürkragen bis EKG
Traditionell spielt Deutschland in weißen Trikots und schwarzen Hosen. Bei der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz sorgte ein Schnürkragen für freigelegte Brusthaare. In diesen Jerseys durfte das DFB-Team seinen ersten WM-Titel bejubeln.
Schon vor fast 60 Jahren gab es immer mal wieder modische Korrekturen bei den Trikots. So liefen Helmut Rahn und Co. bei der WM 1958 mit Schnürkragen auf, der komplett in Schwarz gehalten war.
Reduziert auf das Nötigste: Der dreifache WM-Teilnehmer Helmut Haller (1962, 1966, 1970) zeigt ein Trikot, das mit seiner Schlichtheit überzeugt.
Im Laufe der Jahre gab es so gut wie keine Veränderungen an dem traditionellen Trikot mit schwarzen Bündchen an den Ärmeln und am Hals. Franz Beckenbauer wurde in diesem Jersey 1974 als Kapitän Weltmeister.
Fast schon revolutionär war das Trikot bei der EM 1980. Mit schwarz-weißem Kragen köpfte Horst Hrubesch Deutschland zum Titel.
Bei der WM 1982 trug Kapitän Karl-Heinz Rummenigge wieder die klassische Variante. Neu waren die drei Streifen auf den Ärmeln.
Wenn Deutschland früher auf das Ersatztrikot ausweichen musste, war dieses grün. So wie Hans-Peter Briegels (r.) Oberbekleidungsstück auf diesem Bild des WM-Finales von 1986 gegen Argentinien (2:3). Bis heute gab es auch schwarze und rote Ausweichtrikots.
Sportlich war Deutschland bei der WM 1990 top, modisch - na ja. Wie zwei Jahre zuvor bei der EM im eigenen Land gab es Trikots mit drei Streifen in Schwarz-Rot-Gold. Ihr Verlauf auf dem Jersey erinnerte ein wenig an ein EKG.
Der Bruststreifen war zwar weg, aber wirklich hübsch waren die Trikots bei der EM 1992 auch nicht. Kult-Charakter wie die Trikots 1990 bekamen sie später auch nicht, weil Deutschland im Finale 0:2 gegen Dänemark verlor.
Zackig: Bei der WM 1994 in den USA wirkten die Nationalfarben wie aus Mosaiken zusammengesetzt. War ebenfalls gewöhnungsbedürftig.
Bei der EM 1996 trug Deutschland die Trikotnummer vorne auf der ungewohnten rechten Seite, das Jersey war ansonsten sehr schlicht gehalten. Die Spielereien mit Streifen und Salinos waren zum Glück vorbei.
Bei der WM 1998 trug Deutschland einen schwarz-rot-goldenen Brustring und die Nummer wieder mittig. Man beachte, wie weit die Trikots damals noch waren. Heute sind sie ja mehr eine zweite Haut.
Düster: Bei der EM 2000 bot die deutsche Mannschaft ein Trikot, dessen Ärmel zum Großteil in Schwarz gehalten waren. Es brachte keinen Erfolg: Erstmals seit 1984 schied das Team bereits in der Vorrunde aus.
Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2002 war von Nüchternheit geprägt. Michael Ballack und Co. spielten auch nicht sonderlich spektakulär, kamen aber bis ins Finale, wo Deutschland 0:2 gegen Brasilien verlor.
Kein gutes Omen: 2004 lief die DFB-Elf in Portugal wie schon 2000 mit schwarzen Ärmeln auf - und schied wie vier Jahre zuvor in der Vorrunde aus.
Strichlein, Strichlein, du musst wandern: Bei der WM 2006 im eigenen Land wurden die Nationalfarben einmal über das gesamte Trikot verteilt. Im Halbfinale war gegen Italien Endstation (0:2).
Für die EM 2008 versahen die Designer das deutsche Trikot mit einem fetten schwarzen Balken auf der Brust, in den Wappen und Nummer integriert waren. Mal wieder eine völlig neue Variante, mit der es das Team bis ins Finale schaffte, dort aber 0:1 gegen Spanien verlor.
Schlicht und klassisch: Manager Oliver Bierhoff und die Profis Michael Ballack, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Bundestrainer Joachim Löw (v.l.) präsentieren das Trikot, mit dem die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika antrat. Das Jersey orientierte sich an Modellen aus der erfolgreichen Vergangenheit der DFB-Elf. Und erfolgreich war die WM auch, Platz drei wurde es am Ende.
Für die EM 2012 kamen feine schwarz-rot-goldene Diagonalstreifen zum Einsatz. Die Bündchen der Ärmel wurden wieder weiß. Im Halbfinale war gegen Italien Schluss.
Ganz in Weiß: Bei der WM 2014 in Brasilien lief die DFB-Elf in weißem Hemd und weißer Hose auf, auf der Brust prangt ein roter Streifen. Thomas Müller (Mitte) und Julian Draxler (r.) führten es der Öffentlichkeit vor. Am Ende stand der vierte WM-Titel.