Katalanischer Nationalfeiertag Ab auf die Avenidas!
Am 11. September feiern die Katalanen ihren Nationalfeiertag Diada.
2017 kamen mehr als 600.000 Menschen zu Umzügen und Demos nach Barcelona.
"Castells", die schwindelerregenden Menschenpyramiden, in denen sich jeder auf seinen Nächsten verlassen muss, sollen die kulturelle Eigenständigkeit Kataloniens symbolisieren. Und den Zusammenhalt.
Im realen Leben der Katalanen hapert es mit dem Zusammenhalt allerdings derzeit. Etwa die Hälfte der Katalanen ist entschieden gegen den katalanischen Staat. Die andere Hälfte will die Loslösung - oder mehr Autonomie. Es ist verfahren.
Mehr Impressionen aus 2017: "Das prokatalanische Lager hat sich intern weiter ausdifferenziert", sagt der deutsch-katalanische Politologe Peter A. Kraus von der Uni Augsburg. "Es gibt Hardliner und Softliner - und innerhalb der Blöcke unterschiedliche Positionen."
Im katalanischen Herbst 2017 (hier Demonstrantinnen am 11. September) hatten die drei separatistischen Parteien ein gemeinsames Ziel. Sie wollten das verfassungswidrige Referendum gegen den Willen Madrids durchziehen - und anschließend möglichst die Unabhängigkeit verwirklichen. Ihr Plan scheiterte.
Wie gut die Independentistas mobilisieren können, wird der Dienstag zeigen. "Die Diada wird ein Motivationstest", sagt Kraus. "Es geht darum, massive Präsenz auf den Straßen zu zeigen, mit mehreren Hunderttausend Menschen.