Dick Cheney Der letzte Bush-Krieger
Abschied von der Macht: Zu Barack Obamas Amtseinführung kam Ex-Vize-Präsident Dick Cheney im Rollstuhl. Er hatte sich am Rücken verletzt. Cheney bollerte im Rollstuhl von der Bühne in Washington, saß in seinem dunklen Anzug zusammengesunken da - wie ein grübelnder Graf Dracula.
Lange Jahre war Cheney treuer Wegbegleiter von George W. Bush, dem er als Vizepräsident diente.
Zusammen mit Donald Rumsfeld und Condoleezza Rice gehörte Cheney zu den einflussreichsten Politikern um Präsident George W. Bush, ...
... deshalb wurden sie auch die "Bush-Krieger" genannt, ...
... weil sie nach den Anschlägen des 11. September 2001 einen harten Kurs in der Außen- und Sicherheitspolitik einschlugen.
Kurz nach den Anschlägen: Im Oktober 2001 beratschlagen sich CIA-Direktor George Tenet, Cheney, Rice und Präsident Bush im Weißen Haus.
Zwei Weggefährten: Als Donald Rumsfeld (r.) 1975 unter Präsident Ford Verteidigungsminister wurde, avancierte Cheney zum Stabschef im Weißen Haus.
Cheney, hier bei einer Rede im Jahr 2007, diente in der Folge auch unter Präsident Bush senior. 1989 wurde Cheney Verteidigungsminister. 1993 schied er aus dem Dienst zunächst aus, 1995 wurde er CEO des Erdöl-Unternehmens Halliburton, bevor er ...
... dann nach Wahlsieg von George W. Bush im Jahr 2001 ins Weiße Haus zog. Dort erreichte Cheney den Höhepunkt seiner Macht und prägte die Politik der Bush-Regierung maßgeblich mit.
Passionierter Angler: Wie Dienstherr Bush warf sich Cheney gern in Pose, ob mit Angelrute ...
... oder mit dem Gewehr. 2006 schoss er bei einem Jagdunfall allerdings einen Anwalt an. Die oppositionellen Demokraten kritisierten Cheney damals dafür, dass dieser nur zögerlich zu der Aufklärung des Zwischenfalls beitrug.
Feindbild Cheney: Als Repräsentant der Falken im Weißen Haus um Präsident Bush und ehemaliger Ölmanager stand Cheney für viele Kritiker stellvertretend für den verfehlten Kurs der US-Regierung. Hier protestieren Gegner der US-Politik im Irak vor der Shell-Zentrale in London.
"Junior, Dick und Rummy": Die Anhänger des demokratischen Kandidaten und heutigen Präsident Barack Obama schossen sich im Wahlkampf auf die konservativen Republikaner ein.
Cheney gilt als Verfechter brutaler Verhörmethoden wie des Waterboarding, bei dem das Ertrinken des Gefangenen simuliert wird. Jetzt kritisiert er Präsident Obama, weil der mit dem Folter-Erbe brechen will. "Man muss wohl sagen", zürnt Cheney, "dass wir damit bereit sind, amerikanische Leben zu opfern statt intelligente Verhörmethoden einzusetzen, die uns Informationen sichern, wie wir Amerika beschützen können."
Auch Obamas Entscheidung, das umstrittene Gefängnis Guantanamo zu schließen, verdammte der frühere US-Vizepräsident. Das Lager sei wichtig, weil die USA einen Ort bräuchten, an dem mutmaßliche Terroristen so lange festgehalten werden können, bis sie keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten mehr darstellten.