Die 2000er Prima Klima
Reichstagsgebäude in der Morgensonne (am 26. November 2009): De facto kann es sich mittlerweile kein Politiker der westlichen Welt mehr leisten, Maßnahmen zum Klimaschutz abzulehnen - vielleicht einmal vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus und ein paar US-Senatoren abgesehen, die noch immer die Verabschiedung eines Klimaschutzgesetzes blockieren.
Klimaaktivisten mit Merkel-Maske (am 24. Oktober 2009): Wie groß der Druck mittlerweile ist, zeigte sich erst in den vergangenen Wochen wieder. Bundeskanzlerin Angela Merkel zögerte zunächst mit ihrer Zusage, am Klimagipfel in Kopenhagen teilzunehmen. Dann ergab eine Umfrage, dass sich 90 Prozent der Deutschen wünschen, die Kanzlerin möge an dem wichtigen Treffen teilnehmen. Wenige Tage später sagte Merkel zu.
Uno-Klimagipfel in Bali (Dezember 2007): Klimadiplomatie ist im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zur Mammutaufgabe geworden: Den Haag, Bonn, Marrakesch, Mailand, Buenos Aires, Montréal, Nairobi, Bali, Posen, Kopenhagen - das sind nur die Schauplätze der großen Klimakonferenzen der vergangenen Dekade. Nicht zu reden von den zahllosen Vorbereitungstreffen und parallel stattfindenden Gesprächsrunden.
Al Gore bei der Nobel-Zeremonie (am 10. Oktober 2007): Massiv an politischer Bedeutung gewonnen hat die Sorge um das Weltklima mit dem Friedensnobelpreis, den der frühere US-Vizepräsident Al Gore und der Uno-Weltklimarat IPCC im Jahr 2007 bekamen.
Britischer Klimaforscher David Vaughan (in der Antarktis, 14. Januar 2009): Gore mag zur - nicht unumstrittenen - Symbolfigur im Kampf gegen den Klimawandel geworden sein. Doch inhaltlich weit bedeutsamere Arbeit leisteten all jene Forscher, die die wissenschaftliche Basis für die Diskussionen lieferten. Zum Beispiel in Form des Vierten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC.
IPCC-Chef Rajendra Pachauri (in Paris, 29. Januar 2007): Die Papiere des Weltklimarates brachten den Stand des Klimawandels im Jahr 2007 der Weltöffentlichkeit nahe, als drei Arbeitsgruppen ihre Einschätzungen veröffentlichten, ergänzt durch eine Zusammenfassung. Längst sind die Erkenntnisse durch andere Berichte fortgeschrieben.
Nicholas Stern (in London, 30. Oktober 2006): Zu Prominenz hat es der Ökonom gebracht, weil er der Welt im Jahr 2006 die finanziellen Folgen des Klimawandels vorrechnete. In Zahlen ausgedrückt geht es um etwa 5,5 Billionen Euro. Mittlerweile ist Stern der Chef des volkswirtschaftlichen Dienstes der britischen Regierung.
Werbung für Ökostrom (in Hamburg, 11. Juni 2008): In den Nullerjahren war Klimaschutz daheim oft nur ein Hobby der Besserverdiener. Wer zum Beispiel Ökostrom beziehen wollte, der musste bereit und in der Lage sein, die zwar nicht riesigen, sehr wohl aber merklichen Mehrkosten zu tragen. Das vergangene Jahrzehnt hat deswegen den Aufstieg einer ganz besonderen Konsumentengruppe erlebt, der sogenannten Lohas.
Billigflieger (auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, 30. Januar 2009): Billigflieger boomten in den vergangenen zehn Jahren - und mit ihnen die Kohlendioxidemissionen des privaten Flugverkehrs. Doch umweltbewusste Verbraucher können ihre Umweltsünden längst durch Geldspenden an Klimaschutzprojekte - scheinbar - neutralisieren.
Windräder in der chinesischen Provinz Yunnan (am 5. November 2009): Mit Geld aus Industriestaaten werden im Rahmen des sogenannten Clean Development Mechanism Projekte zur Nutzung regenerativer Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern unterstützt.