Die Anfäge des Films Als der Kaiser den Kintop entdeckte
Ufa-Eröffnung am Lehniner Platz: Im Dezember 1917 wurden zahlreiche Betriebe der deutschen Filmindustrie in der "Universum-Film AG" (Ufa) zusammengefasst. In Kriegszeiten sollte die Beeinflussung der Bevölkerung durch das Medium Film so besser gesteuert werden. Erst damit etablierte sich der Film als Medium in Deutschland. Das Foto zeigt die Eröffnung des vom Architekten Erich Mendelsohn entworfenen Ufa-Filmtheaters "Universum" in Berlin 1928.
Ein schöner Kopf: Mit ihrer Bubikopf-Frisur, die sie in der "Hamlet"-Verfilmung von 1921 trug, trat die Schauspielerin Asta Nielsen eine Modewelle los. Dies war genau der "verderbliche" Einfluss des Films auf die Massen, den die Gegner des frühen Kinos anprangerten. Der Film floppte zwar, doch der Bubikopf siegte.
Ufa-Palast am Zoo: Das Berliner Premierenkino begeisterte sein Publikum in den Zwanzigern mit Filmen wie "Das Cabinett des Dr. Caligari" von Robert Wiene (1920) und "Metropolis" von Fritz Lang (1927). Erst mit dem Ersten Weltkrieg konnte sich das Kino als Kulturform in Deutschland etablieren - bis dahin galt es vielen selbsternannten Sittenwächtern als gefährlich, weil es zu "weiblicher Verselbständigung" führe und in der "rohen und triebgesteuerten Unterschicht" eine Antihaltung gegenüber der Staatsordnung schüre.
Kaiser Wilhelm II.: Das Kino konnte sich in Deutschland erst im Ersten Weltkrieg gegen die Skeptiker, die den Verfall der öffentlichen Moral fürchteten, endgültig etablieren - wozu auch Kaiser Wilhelm II. seinen Beitrag leistete, der seine Geltungssucht unter anderem dadurch stillte, sich filmen zu lassen und der auf diese Weise eine ganze Branche gewissermaßen adelte.