Die Bilder der Woche Zeichen am Himmel
Auge des Sturms: Einheiten der griechischen Polizei bilden in Athen einen Puffer zwischen wütenden Menschengruppen. Sie trennen Demonstranten, die sich gegen den Sparkurs des Landes wehren, von solchen, die eher aufseiten der EU stehen. Die ganze Woche lang gab es in Athen, Brüssel und Berlin ein Krisentreffen nach dem anderen. Die bange Frage: Wie lange kann das pleitebedrohte Land noch so weitermachen?
Farbkleckse im Trauerschwarz: Ein Kind steht in einer Gruppe von verschleierten Frauen. Betrauert werden in Teheran drei Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden, die in Syrien gefallen sind. Laut offizieller Darstellung starben sie im Kampf gegen die Einheiten des Islamischen Staats.
Porträts gegen das Vergessen: Weißrussische Studenten halten die Fotos von Nazi-Opfern des Zweiten Weltkriegs in die Luft. Nahe dem Dorf Trostinez, vor den Toren der Hauptstadt Minsk, liegen die "Tore der Erinnerung". Auf diesem Gelände stand einst das NS-Vernichtungslager Maly Trostinez. Das Mahnmal soll an die vielen Menschen erinnern, die dort von Hitlers Schergen ermordet wurden.
Queen auf Kahn: Bei ihrem Besuch in Berlin kam die britische Königin Elizabeth II. um eine Bootstour auf der Spree nicht herum. Über Tage hatte der Hype um die Monarchin das ganze Land fest im Griff. Jeder Schritt des royalen Besuchs wurde (natürlich auch von SPIEGEL ONLINE) ausgiebig dokumentiert. Und mal ehrlich: Beim formvollendeten Winkgruß haben Bundespräsident Joachim Gauck (l.) und auch seine Partnerin Daniela Schadt noch viele Übungsstunden vor sich.
Zwei lachende Herren, ein Tätscheln der Wange: Dieses Foto von Jean-Claude Juncker und Alexis Tsipras wurde diese Woche zum Sinnbild des Griechenland-Pokers. Denn Juncker hatte vor der Tätschelei im SPIEGEL gesagt, er verstehe Tsipras nicht. Bleibt also die Frage: Was kann man in der Debatte noch ernst nehmen?
Auf Fels gebettet: Ein Migrant hat sich an der Mittelmeerküste im italienisch-französischen Grenzgebiet eingerichtet. Zusammen mit anderen Flüchtlingen, die meisten von ihnen aus Afrika, wartet er auf die Einreise nach Frankreich. Doch diese bleibt ihnen verwehrt. Paris beruft sich auf die Dublin-Regelung, laut der die Flüchtlinge das Problem jenes Landes sind, in dem sie zuerst EU-Gebiet betreten haben.
Kleiner Kämpfer statt großer Krieger: Ein Kind zeigt seine Karate-Künste am Weltflüchtlingstag im Mole-Camp nahe der Ortschaft Zongo in der Demokratischen Republik Kongo. Aus der nahen Zentralafrikanischen Republik mussten Zehntausende vor Gewalt und Enteignung fliehen. In den Auffanglagern spielt Sport vor allem unter den kleineren Bewohnern eine große Rolle. Die Idee dahinter: Wer im Wettkampf alles gibt, den Teamgedanken schon früh lebt, entkommt später vielleicht der Spirale aus Hass und Gewalt.
Zug nach Irgendwo: Ein Flüchtling balanciert auf Waggons in San Mateo Atenco, Mexiko. Das Land ist für zahllose Flüchtlinge aus Zentralamerika die entscheidende Transitstation auf ihrem Weg in eine vermeintlich bessere Zukunft. Das große Ziel: die Vereinigten Staaten von Amerika.
Hundsmiserabel: Auf einem Markt in der südchinesischen Stadt Yulin werden Hunde zum Verkauf angeboten - und die Nachfrage ist groß. Trotz wachsender Proteste findet dort jedes Jahr das "Hundefleisch-Festival" statt. Tausende Tiere werden während des zweitägigen Schlachtfests verzehrt.
Warten unter freiem Himmel: Seit Monaten tobt die Gewalt in Burundi. Der Grund: Staatschef Pierre Nkurunziza hat erklärt, noch einmal bei den Wahlen anzutreten. Dabei ist ihm eine dritte Amtszeit laut Verfassung nicht erlaubt. Daraufhin kam es in der Hauptstadt Bujumbura zu Ausschreitungen, die Lage ist bis heute nicht geklärt. Für diese Studenten bedeutet das: keine Vorlesungen, stattdessen Leben im Camp. Sie haben sich in der Nähe der US-Botschaft in einem Behelfslager niedergelassen.
Mordshitze: Es ist unerträglich heiß in Pakistan. Bei Temperaturen von mehr als 45 Grad ist so ein kleiner Wasserstrahl schon eine willkommene Abkühlung. Landesweit sind mehr als tausend Menschen infolge der Hitze gestorben, allein in Karatschi mehr als 780.
Lavaleuchten: Hübsch sieht er aus, der Vulkan Sinabung auf der indonesischen Insel Sumatra. Doch für die Menschen der Region ist er eine Gefahr. 10.000 Einwohner sind beim derzeitigen Ausbruch aus den umliegenden Dörfern geflüchtet.
Rasend schnell: Wenn die Boxen-Crew von Ferrari an Sebastian Vettels Formel-1-Auto einen Reifen wechselt, ist das nur eine Frage von wenigen Sekunden. Der Fotograf hat hier allerdings nicht die falsche Einstellung gewählt, der Effekt ist gewollt.
Das große Fasten: Für Muslime in aller Welt hat die wichtigste Zeit des Jahres begonnen, der Fastenmonat Ramadan. 29 Tage lang dürfen sie tagsüber weder essen noch trinken. Dieser Junge sitzt in einer Moschee in Gaza und liest den Koran.
Gefährliches Nass: Heftige Regenfälle haben diese Straße im indischen Mumbai unter Wasser gesetzt. Was bleibt den Arbeitern da anderes übrig, als abzuwarten? Immerhin: Sie scheinen die Zwangspause mit Fassung zu tragen.
Endlich Sommer: Zum 33. Mal haben sich Hunderte Menschen in Coney Island zur sogenannten Mermaid Parade getroffen. Damit soll der Beginn des Sommers gefeiert werden, aber eigentlich geht es vor allem um die prächtigen Kostüme. Da gibt es Meerjungfrauen, Neptune, Muschelmonster - und grimmig dreinblickende Krabben.
Guckt grad keiner? Diese jungen Palästinenser wollen am ersten Freitagsgebet des Ramadan in der Aksa-Moschee von Jerusalem teilnehmen. Ihr Problem: Die Grenze vom Westjordanland nach Israel dürfen sie auf normalem Weg nicht überqueren, dafür sind sie zu jung. Da helfen dann nur eine wackelige Leiter und umso stärkere Nerven.
Eng umschlungen schlummert ein Paar durch den Firefly-Festival-Trubel in Dover, Delaware. Ob das Gras nach Benzin riecht? Wenn nicht musiziert wird, finden auf dem Speedway in unmittelbarer Nähe NASCAR-Rennen statt.
Gebannte Blicke: Palästinensische Kinder warten in einem Bus auf die Durchfahrt am Grenzübergang Rafah. Es geht nach Ägypten. Normalerweise ist auch dieser Weg aus dem isolierten Gazastreifen versperrt. An diesem Dienstag jedoch wurde die Grenze zum ägyptischen Nachbarn für drei Tage geöffnet.
Farbenspiel: Keinen Blick würdigt der Mann seiner Angel, so gebannt ist er vom Spektakel am Himmel über Iowa. Früher deuteten Menschen Nordlichter als Zeichen der Götter. Heute wissen Forscher, dass sie durch Sonnenwinde entstehen, wenn geladene Teilchen in den Weltraum geschleudert werden. Treffen diese auf die Erde, lenkt das Magnetfeld einen Großteil der Partikel ab. Ein kleiner Teil aber trifft auf die Atmosphäre und bringt den Himmel zum Leuchten.
Wasserkraft: In der armenischen Hauptstadt Jerewan steigen die Strompreise seit einiger Zeit enorm. So stark, dass sich manche Bürger das schlicht nicht mehr leisten können. Dagegen regt sich Protest, dem die Polizei, wie auf diesem Bild, mit durchaus rabiaten Methoden entgegnet.
Trümmer, wo eben noch Hütten standen: In Accra, Ghana, kommt es immer wieder zu schweren Überflutungen. Schuld sind auch illegal errichtete Bauten, die den Abfluss bei Regenfällen erschweren. Nun hat die Stadt durchgegriffen und ganze Areale dem Erdboden gleichgemacht. Bei den Abrissarbeiten wurde auch einer der berüchtigtsten Slums der Stadt angegangen. Für viele Ex-Bewohner stellt sich nun die Frage, wo sie von nun an unterkommen sollen.
Dampfzeichen: Ob das neue Kunden anlocken kann? Eine Verkäuferin atmet in einem Shop für E-Zigaretten in New York Wölkchen auf den Tresen. Obwohl er Zigarettenrauch sehr ähnlich sieht, enthält der Dampf der E-Zigaretten deutlich weniger schädliche und krebserregende Stoffe. Trotzdem inhalieren auch die Verdampfer ein bedenkliches Chemikaliengemisch.
Lichtblick: Eine Frau in Port-au-Prince räumt in einer Ruine auf. Manche von Erdbeben zerstörte Häuser in der Hauptstadt Haitis werden von besonders Armen als Unterkünfte, als Arbeitsplätze, als Toiletten genutzt.
Kalte Dusche: Auf den Philippinen ist der Feiertag für Johannes den Täufer ein feucht-fröhliches Vergnügen. Wie hier in Manila bespritzen sich dann die Menschen mit Wasser - das soll wie ein Segen für den Nassgemachten wirken.
Määäh: Nein, wie ein typischer Stall sieht das nicht aus. Aber diese Ziege im indischen Mumbai scheint sich auch in der Rumpel-Werkstatt wohlzufühlen und knabbert an dem Grünzeug.
Süße Fäden: Die Vorbereitungen für Id al-Fitr, das Fest des Fastenbrechens, laufen in der indischen Stadt Hyderabad auf Hochtouren. Dieser Arbeiter kümmert sich um die dünnen Teigfäden, die für die Zubereitung einer typischen Nachspeise benötigt werden.
Gimme five: Ein Schimmel bäumt sich in der Menge auf. In Ciutadella auf Menorca wird das Fest des Stadtheiligen San Juan gefeiert. Wenn die "Caixers" in einer Parade durch die Straßen reiten, versuchen die Zuschauer die Brust der Pferde zu tätscheln - das soll Glück bringen.
Im Gleichgewicht: Ein Sadhu, ein asketisch lebender Hindu, macht im indischen Gauhati Yoga.
Kinderlachen mitten im Krieg: Kobane an der Grenze von Syrien zur Türkei war über Monate umkämpft, erst Anfang des Jahres konnten die Einheiten des "Islamischen Staats" vertrieben werden. Für diese syrischen Kinder gehört der Konflikt zum Alltag und der zerstörte Panzer zum Spielgerät.