Architekturwettbewerb Die besten Einfamilienhäuser 2018
Anerkennung für Davide Macullo Architects mit Daniel Buren, Lugano (CH), für das Haus "Kunstbau" in Rossa (CH): Eine bewohnbare Skulptur wollte der Architekt Davide Macullo bauen. Ein Haus, dessen Architektur erst durch die Kunst vollendet wird. Also holte er sich für seinen "Kunstbau" Unterstützung von dem französischen Maler und Bildhauer Daniel Buren. Sein Markenzeichen sind die bunten Streifen auf der Fassade.
Für den Grundriss schnitt Macullo ein Kreuz mit abgerundeten Ecken in ein zehn mal zehn Meter großes Quadrat. Jeder Arm ist vier Meter lang. Damit bildet das Haus die Maße seiner Umgebung ab: Die Bürgerhäuser haben zehn Meter Seitenlänge, die Bauernhäuser vier.
Von dem außergewöhnlichen Haus ist nicht jeder der Dorfbewohner in Rossa begeistert. Aber die Leistung der Zimmerer hat den meisten Menschen vor Ort Respekt abgenötigt.
Anerkennung für Beer Bembé Dellinger Architekten, Greifenberg, für das Haus "Länge läuft" in Oberbayern: In diesem Wohnhaus von Beer Bembé Dellinger Architekten wurden die Schlafräume im Souterrain untergebracht, wobei die Grasnarbe auf Augenhöhe liegt. Der Graben um die bodentiefen Fenster lässt zusätzliches Licht in die Räume und sorgt gleichzeitig für eine isolierende Luftschicht um das Untergeschoss.
Innen wurden die Räume komplett mit Eiche verkleidet. Das sorgt für einen warmen Kontrast zu all dem Beton und Glas.
Der Bauherr wünschte sich für sein Grundstück "ein Haus aus ehrlichen und sichtbar belassenen Materialien, aus Beton und Holz".
Anerkennung für Modersohn & Freiesleben Architekten, Berlin, für das Haus "Landhaus" in Gramzow Melzow: Zuerst lehnten die Architekten, Johannes Modersohn und Antje Freiesleben, dieses Bauprojekt ab. Zu knapp bemessen erschien ihnen das Budget. Doch dann packte sie der Ehrgeiz. Sie entschieden sich für eine Fassade aus Blech, ließen Oberflächen unbehandelt, reduzierten die Elektroinstallationen auf das Notwendigste und sparten, wo immer es möglich war. Am Ende stand dieses bescheidene, aber nicht ungemütliche rote Haus in der Uckermark.
Die Innenseiten der Wände wurden mit unbehandelten Grobspanplatten verkleidet.
Unter dem Dach haben Modersohn & Freiesleben einen Rückzugsraum geschaffen. In den Räumen darunter sind zwei Bäder untergebracht.
Anerkennung für Caramel Architekten, Wien (AT), für das Haus "Leben im Grünen" in Baden bei Wien (AT): Zu den Winzerhäusern in der Umgebung von Wien gehört ein Innenhof. Caramel Architekten nutzten den Platz für einen Neubau, in dem die Bauherren schlafen können, bis das alte Haus rechts saniert ist.
Kunstrasen kam nicht nur im Dachgarten zum Einsatz, sondern auch im Wohnzimmer.
Durch das Fenster im Giebel fällt genügend Licht ins Treppenhaus.
Anerkennung für Innauer-Matt Architekten, Bezau (AT), für das Haus "Kraftort" in Bürserberg (AT): Weil die Hochebene Tschengla - dreißig Autominuten vom österreichischen Bludenz entfernt - so ein besonderer Ort ist, lobten die Bauherren einen kleinen Architekturwettbewerb für ihr Bauvorhaben aus. Der Entwurf von Markus Innauer und Sven Matt würdigte die Landschaft am besten.
Wie für die Region üblich ist das Obergeschoss aus Holz gebaut. Unter dem Dach liegen zwei Schlafzimmer, ein Bad sowie ein kleiner Arbeitsbereich.
Der graue Putz passt perfekt zu den Treppenstufen aus Esche.
Anerkennung für Titus Bernhard Architekten, Augsburg, für das Haus "Kulturbau" in Gargnano (IT): Dieses Schmuckstück wurde anstelle eines alten Landhauses aus dem 19. Jahrhundert gebaut. Bis es so weit war, mussten Bedenkenträger in fünf Behörden überzeugt werden.
Titus Bernhard Architekten entschieden sich für traditionelles Bruchsteinmauerwerk, bei dem jeder Stein von Hand behauen wird.
Die Schwarz-Weiß-Bilder machte Fotograf Florian Holzherr mit einer Plattenkamera aus dem Jahr 1924.
Auszeichnung für Bearth & Deplazes Architekten, Chur (CH), für das Haus "High Performance, Low Tech" in Tamims (CH): Das Haus liegt an einer topografischen Kante. Von Süden erscheint es eingeschossig, von Norden zweigeschossig.
Im Obergeschoss wird gekocht, gegessen und gewohnt. In den Giebelstirnseiten sind die Schlafzimmer und Bäder untergebracht.
Zur Hofseite ist in dem holzverschalten Betonsockel ein Atelier untergebracht.
Der erste Preis für das "Haus des Jahres" geht an Thomas Kröger Architekten aus Berlin für das Projekt "Haus am Deich" in Ostfriesland: Das Projekt realisierte der Großstadtarchitekt Thomas Kröger gemeinsam mit Handwerkern aus Berlin und der Uckermark.
Aus dem Urteil der Jury: "Welch ein erfrischendes kleines Haus, das einerseits so daherkommt, als wäre es schon immer in dem ostfriesischen Dorf Ostrhauderfehn gestanden, mit seiner spezifischen Gestalt, den roten kunstvoll gemauerten Backsteinen und den ebenso roten, lokal gebrannten Dachziegeln, die dem Haus seine monolithische Massivität geben. [...] East meets West, Tradition meets Moderne. Und das alles in Leer, Ostfriesland. Unglaublich."
Die kreisrunden Öffnungen in den Außenwänden erinnerten die Juroren an "Moon Gates in einem traditionellen chinesischen Garten".
Der Preis "Häuser des Jahres - die besten Einfamilienhäuser" wird vergeben vom Callwey Verlag in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architektur Museum und den Partnern InformationsZentrum Beton, Hofquartier, dem Verband Privater Bauherren sowie dem Magazin Baumeister. Das Buch zum Wettbewerb präsentiert diese 50 besten Häuser - mit etlichen Fotos, Lage- und Architektenplänen. Bis zum 25. November hängen die Bilder auch im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt am Main .