Die britische Monarchie seit 1702 - DER SPIEGEL
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Die britische Monarchie seit 1702 Long live the Queen

Stotternde Brüder, ungebildete Protzer, mächtige Frauen - der Thron des britischen Königreichs hat bereits viele Monarchen kommen und gehen sehen. Ein Überblick.
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Queen Anne (*6. Februar 1665 bis 1. August 1714) wurde am 1. Mai 1707 zur ersten Herrscherin über Großbritannien, nachdem England und Schottland sich zu einem Königreich vereint hatten. Ihre Ära steht für ein Empire in Expansion.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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Kein Katholik auf den Thron! Von dieser Regelung profitierte das Haus Hannover. Als erster Deutscher bestieg am 1. August 1714 George I. (*7. Juni 1660 bis 22. Juni 1727) den britischen Thron. Bis heute können nur Protestanten Staatsoberhaupt von Großbritannien werden. Daran ändert auch die Reform der Thronfolgeregelung nichts.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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George II. (*9. November 1683 bis 25. Oktober 1760) regierte das Empire ab 1727. Unter seiner Führung bauten die Briten ihre Vormachtstellung in Amerika aus.

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King George III. (*4. Juni 1738 bis 29. Januar 1820) saß ab dem 25. Oktober 1760 auf dem Thron. Er musste nach militärischer Niederlage die Unabhängigkeit der USA hinnehmen und starb schließlich nach jahrelanger geistiger Umnachtung.

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Feingeist unter den Monarchen: King George IV. (*12. August 1762 bis 26. Juni 1830) hatte eine Vorliebe für Jane-Austen-Romane, ausufernde Gelage und Antiquitäten. Unter seiner Rigide ab 1820 entstand der Buckingham Palast. Das Volk hatte jedoch wenig Sinn für Pomp und Plauze - und verspottete den König. Weil er keine Kinder hatte, bestiegt nach seinem Tod sein Bruder den Thron.

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Prunk und Protz, die zweite: King William IV. (*21. August 1765 bis 20. Juni 1837) war wegen seines dekadenten Gebarens genauso unbeliebt wie sein Bruder King Georg IV. Immerhin: Er machte das Königreich mit einer Wahlrechtsreform ein Stück demokratischer. Da keinen Thronfolger hervorbrachte, bestieg schließlich die einzige Tochter seines Bruders Edward den Thron.

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Unter Königin Victoria (*24. Mai 1819 bis 22. Januar 1901) wandelte sich das britische Empire zur Industrienation Europas. Unter ihrer Regentschaft erreichte das Königreich die Höhe seiner Macht: Victoria regierte über ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung. Sie saß mehr als 63 Jahre auf dem Thron (länger als jeder andere Monarch, obwohl ihr Queen Elizabeth II. dicht auf den Fersen ist). Daher gilt die Epoche auch als Viktorianisches Zeitalter.

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Edward VII. (*9. November 1841 bis 6. Mai 1910) bestieg wegen der langen Regentschaft seiner Mutter erst im Alter von 60 Jahren den Thron. Als er 1901 endlich König wurde, erlebte er soziale Unruhen - das britische Großbürgertum erstarkte.

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Ein Nachname, bitte! Ab 1910 sitzt George V. (*3. Juni 1865 bis 20. Januar 1936) auf dem Thron. Während des Ersten Weltkriegs verzichtete er auf seine deutschen Titel. 1917 gab er der Königsfamilie erstmals einen Familiennamen: Windsor - nach dem Schloss.

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Kurzes Zwischenspiel: König Edward VIII. (*23. Juni 1894 bis 28. Mai 1972) hielt nicht einmal ein Jahr durch. Er hatte von Politik wenig Ahnung, seine Freizeit verbrachte er am liebsten mit einer zweifach geschiedenen Amerikanerin. Der Palast war wenig amused. Im Dezember 1936 dankte Edward nach zehn Monaten ab.

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K-k-k-k-önig: Vollkommen überraschend bestieg King George VI. 1936 den Thron. Der stotternde, zurückhaltende Monarch (*14. Dezember 1895 bis 6. Februar 1952) gab seinem Volk während des Zweiten Weltkriegs Rückhalt. Sein Werdegang wurde später verfilmt: "The King's Speech" wurde mit vier Oscars ausgezeichnet - inklusive einem für Colin Firth als George.

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Long live the Queen: Am 6. Februar 1952 starb George VI. - und seine Tochter Elizabeth (*21. April 1926) wurde im Alter von 25 Jahren Königin. Gekrönt wurde sie allerdings erst am 2. Juni 1953. Sie pflegt die Nähe zum Volk - allerdings wirkt sie stets professionell und ein wenig unterkühlt.

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