Die echten Daltons Tödliche Witzfiguren
Das Ende einer Verbrecherkarriere: Für den 5. Oktober 1892 hatten die Daltons ihren größten Coup geplant. Sie wollten in ihrer Heimatstadt Coffeyville nicht nur eine, sondern gleich zwei Banken gleichzeitig überfallen. Trotz falscher Bärte wurden sie jedoch beim Einreiten in die Stadt erkannt - und beim Verlassen der Banken von einer Bürgerwehr gestellt. Bill Power, Bob Dalton, Grat Dalton und Dick "Texas Jack" Broadwell (von links) wurden erschossen - nur Emmet Dalton überlebte, schwer verletzt, das Feuergefecht.
Seitenwechsel: Ursprünglich waren die Dalton-Brüder (hier Bill, links, und Emmet) selbst einmal auf der Jagd nach Verbrechern gewesen. Ihr älterer Bruder Frank war ein gefürchteter Marshall, der allerdings 1887 von einem Pferdedieb erschossen wurde. Anschließend begann...
...die kurze, aber umso heftigere Verbrecherkarriere der Brüder (hier Bob und Grat). Gemeinsam mit Bill Power und Dick "Texas Jack" Broadwell raubten sie Banken und Züge aus und zogen mordend und plündernd durch den Wilden Westen.
Vier auf einen Schlag: In den "Lucky Luke"-Comics tauchten die Daltons erstmals 1952 auf. In der Geschichte "Die Gesetzlosen" tritt Lucky Luke gegen Bob, Grat, Bill und Emmett an, die am Ende der Geschichte sterben. Nachdem daraufhin allerdings viele Leserbriefe bei dem Verlag eingingen, erfand der Zeichner Morris die Brüder Joe, William, Jack und Averell Dalton - die fiktiven Vettern der Verbrecherbande.
Viermal geringelt bitte: Im Gegensatz zu ihren Vorbildern sind die Comic-Brüder Joe, Jack, William und Averell Dalton außerordentlich tollpatschig und schaffen es - trotz ihres Rufs als gefährliche Verbrecher - in keiner "Lucky Luke"-Geschichte, einen Raubzug erfolgreich durchzuführen. Zumeist beginnen die Geschichten damit, dass die vier aus dem Gefängnis ausbrechen, woraufhin Lucky Luke sie wieder einfangen muss - hier in dem Film "Lucky Luke: Das große Abenteuer" von 1983.
Der letzte der Brüder: Das letzte lebende Mitglied der Dalton-Gang war Emmett Dalton (hier am 16. Februar 1931). Er hatte den missglückten Überfall 1892 und die folgende Schießerei überlebt. Er wurde 1907 begnadigt und verdingte sich in den Jahren danach als Makler und Berater für Western-Filme in Hollywood. 1931 veröffentlichte er seine Biografie, die 1940 mit dem Titel "When the Daltons Rode" (deutsch: "Die Bande der Fünf") verfilmt wurde. Emmet starb am 13. Juli 1937 nach einem Schlaganfall.
Die Daltons am Atomium: Erfinder der trotteligen Dalton-Vettern Joe, William, Jack und Averell war der belgische Comic-Zeichner Morris. Entsprechend populär sind die Figuren in seiner Heimat, wo sie auch schon mal über eine Häuserfassade in Brüssel jagen.
Vier gegen einen: Auch in Deutschland sind die vier Comic-Daltons nach wie vor beliebt. Zuletzt verfilmt wurden die Abenteuer der trotteligen Verbrecher 2004 in dem Film "Die Daltons gegen Lucky Luke", in dem sie gegen Mantafahrer Til Schweiger als Lucky Luke anreiten durften.