Deutsche Mountainbikepioniere Freiheit und Adrenalin
Überraschungserfolg: Ihr erstes Rennen 1988 fuhr Susi Dahlmeier, damals Buchwieser, noch mit geliehenem Rad und Kletterhelm. Als 17-Jährige freute sie sich über den Sieg bei einem Rennen im heimatlichen Garmisch-Partenkirchen, danach waren Sponsoren zur Stelle. Dahlmeier zählt zu den
Dirk Belling/ BIKE
Voll Karacho: Am liebsten startete Susi Dahlmeier bei Wettkämpfen, wenn sie die Strecke noch nicht kannte. Weil man sich dann "weniger Kopf macht", so die erfolgreiche Sportlerin.
Ganz die Mutter: Laura Dahlmeier ist höchst erfolgreiche Biathletin, die Tochter von Susi Dahlmeier und wird häufig ebenfalls auf einem Mountainbike gesichtet, wenn sie nicht gerade auf Skiern unterwegs ist.
Regina Stiefl, die Schwester von Susi Dahlmeier, war Deutschlands erfolgreichste Downhill-Fahrerin und gewann zweimal den Worldcup. Das Foto zeigt sie im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im September 1995.
Wo die Mountainbiker wachsen: Der bayerische Ort Garmisch-Partenkirchen wurde zur Keimzelle der deutschen Szene. Hier fanden erste Rennen statt, die Alpenlandschaft bietet beste Bedingungen für Downhiller.
World Cup 1988 in Davos: Wer bonbon- oder papageienfarbene Kleidung mochte, fühlte sich als Fahrer oder im Publikum besonders wohl.
In ihrer Karriere stand Susi Dahlmeier oft auf dem Treppchen - hier beim Grundig Cup zusammen mit Rennfahrer John Tomac, der 1991 in die Mountainbike Hall of Fame aufgenommen wurde.
Über die Alpen: Bei einer Tour mit Freunden kam Ulrich Stanciu in den Neunzigerjahren die Idee zur Transalp, heute eines der weltweit bekanntesten Etappenrennen für Mountainbiker.
Stanciu gründete die Zeitschrift "Bike", die 1989 erstmals erschien - mit den für die Zeit typischen kreischigen Kleidungsfarben auf dem Titel. Die Erstausgabe kostete sieben Mark und informierte über die neue Funsportszene. Besonders beliebt waren die 29 Testberichte.
Aschige Trails: Zuvor war Stanciu bereits seit den Siebzigerjahren Chefredakteur des Magazins "Surf", entdeckte dann seine Leidenschaft fürs Mountainbiking und testete auch immer wieder selbst neue Modelle, wie hier auf der spanischen Insel Teneriffa.
Zwei Pioniere, die viel für den Sport getan haben: Uli Stanciu (rechts) und der Amerikaner Mike Sinyard, Gründer der Firma Specialized, beim "Bike"-Festival in Riva.
Das Etappenrennen Transalp fand 2019 zum 22. Mal statt und führte vom österreichischen Tux in sieben Abschnitten ins italienische Folgaria. Ulrich Stanciu (Mitte) war auch vor Ort.
Schon bei der ersten Transalp Challenge 1988 wurden laut Ulrich Stanciu Standards gesetzt - zum Beispiel, dass kurz vor dem Start der Rocksong "Highway to Hell" von AC/DC aus den Lautsprechern dröhnte.
Trendsetter: Um vorzufühlen, wie die Zielgruppe auf den neuen Sport reagiert, zeigte Stanciu in seinem Magazin "Surf" bunte Geländeräder schon lange vor der ersten "Bike"-Ausgabe im Jahre 1989. Er fand alles gut, was Sport und Spaß zusammenbringt.
Archiv Uli Stanciu
Wolfgang Renner fuhr zunächst in der Disziplin Cyclocross Erfolge ein und brachte später mit seiner Firma Centurion das erste deutsche Serienmodell fürs Gelände auf den Markt.
Westküsten-Ikone: Der Amerikaner Tom Ritchey, der mit seinen Rahmendesigns als einer der Väter des Mountainbikes gilt, bei der zweiten Etappe des Absa Cape Epic 2007; das Rennen wurde in Südafrika ausgetragen.