Die Geburt Hollywoods Es werde Lichtspiel!
Fluchtpunkt Hollywood: Um 1910 beschlossen die ersten Filmproduzenten, sich in das verschlafene Örtchen Hollywood abzusetzen. Der Grund: Thomas Alva Edison, der Erfinder der Filmkamera, machte ihnen das Leben schwer, weil sie ohne Patentrechte Filme drehten.
Der bekannte Schriftzug in den Hollywood Hills kam allerdings erst später. Die Buchstaben des Zeichens, wurden 1923 errichtet. Jeder einzelne ist rund 15 Meter hoch. 1949 entschied man, die Silbe "LAND" zu entfernen.
Edisons "Black Maria": Das erste Filmstudio auf dem Laborgelände von Thomas Alva Edison war eigentlich nur ein mit pechschwarzer Teerpappe verschlagener Schuppen. Immerhin stand die sogenannte Black Maria auf einer drehbaren Plattform und hatte ein aufklappbares Dach, so dass sie bei den Filmaufnahmen im Inneren immer zur Sonne gedreht werden konnte.
Wunderkommode: Die ersten Filmvorführungen hatten wenig mit einem Kinobesuch von heute zu tun. Denn es gab noch keine Projektoren und keine Leinwand. Stattdessen hatte Edison zur Vorführung seiner Werke das Kinetoskop ersonnen. In diese Automaten warfen die Zuschauer fünf Cent ein und konnten dann durch ein Guckloch das wunderbare Kürzestkino bestaunen.
Wachsende Filmstadt: 1908 entdeckten die ersten Filmemacher Hollywood für sich. Danach wuchs das kleine Städtchen in rasantem Tempo zur Filmmetropole heran. Bald darauf baute die Filmfirma Universal die Universal City Studios (Aufnahme von 1921). Zur damaligen Zeit war die riesige auf Farmland errichtete Studiostadt einzigartig.
Edisons Labor: Thomas Alva Edison posiert am 11. Februar 1915 vor einer Filmkamera. Im Hintergrund ist sein privates Labor in West Orange, New Jersey, zu sehen. Hier tüftelten mehr als hundert Mitarbeiter an seinen neuesten Geistesblitzen.
Ende des 19. Jahrhunderts lag die Erfindung des Films in der Luft: Bereits im 17. Jahrhundert projizierte die Laterna magica Bilder, die auf gläserne Platten gemalt worden waren an die Wand. 1834 dann erfand der englische Mathematiker William George Horner das Zoetrop. In diesem Minikarussell konnte der Betrachter durch Drehen bewegte Bilder bestaunen. Der größte Durchbruch gelang allerdings ...
... dem französischen Filmpionier Louis Le Prince: Der Franzose (Foto circa von 1870) hatte bereits 1888 - also sechs Jahre vor Edison - den ersten Film in seinem heimischen Garten in Roundhay, England auf einem Papierstreifen aufgenommen. Leider verschwand der Filmpionier 1890 unter mysteriösen Umständen auf einer Zugfahrt nach Paris, bevor er seine sensationelle Erfindung einem größeren Kreis präsentieren konnte.
Seine "Roundhay Garden Scene" gilt heute als erste Filmaufnahme der Geschichte. Dennoch wurde Edison wohl von etwas anderem inspiriert. Es waren ...
... die Serienfotografien von Eadweard Muybridge: Diesem gelang es 1872 erstmals die Bewegung eines Pferdes in einer Reihe von Fotoaufnahmen festzuhalten. 1887 dann, im selben Jahr, in dem Edison beschloss, eine Filmkamera zu entwickeln, erschien eine elfbändige Werkausgabe der Bildsequenzen Muybridges mit dem Titel "Animal Locomotion; An Electro-Photographic Investigation Of Consecutive Phases Of Animal Movement". Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass Edison von diesen Aufnahmen zu seiner Erfindung inspiriert wurde.
Das ist ein Überfall!: Zwei maskierte Banditen überfallen den Angestellten eines Telegrafenbüros und zwingen ihn, einen Zug an der Station zu stoppen - so beginnt "The Great Train Robbery", der 1903 gedreht wurde. Der Film ...
... ist einer der ersten Hits der Kinogeschichte: In nur 14 Szenen, insgesamt zwölf Minuten, erzählen die Drehbuchautoren Edwin S. Porter und Scott Marble in "Der große Eisenbahnraub" (Orginaltitel: "The Great Train Robbery") die Geschichte eines Überfalls auf einen Zug und die Jagd auf die Räuber. Viele Westernklischees stammen aus Porters und Marbles Feder - der Film von 1903 gilt heute als der erste Westernstreifen überhaupt. Besonders beeindruckend ...
... ist die letzte Einstellung des Films: In ihr richtet der Schurke eine Pistole ins Publikum und drückt ab. Diese Szene ist nicht nur äußerst effektvoll, sie gilt auch als erster Close-up der Filmgeschichte.
Einwanderer im Filmgeschäft: Im Gegensatz zu Zeitungen, Literatur und Theater waren die Gesten im Stummfilm eine weltweit verständliche Sprache. So wurde Kino für eine ganze Generation von Einwanderern in den USA zur heiß geliebten Fluchthilfe aus dem oft grauen Alltag - und zur Geschäftsidee.
Bald lag die Zukunft des Films zu großen Teilen in den Händen der Einwanderer. Der Deutsche Carl Laemmle (Bild) eröffnete die ersten Nickelodeons in Chicago und gründete später die Universal Studios, ...
... die Warner Bros. wurden von vier Brüdern aus Polen gegründet: Auf diesem Bild sehen Sie den Filmmagnaten Jack Warner etwa 1952 mit seinen beiden Töchtern Joy und Barbara vor einem Flugzeug. Warner hatte 1923 mit seinen drei Brüdern, Harry M., Albert und Sam, Warner Brothers Pictures gegründet. Ebenfalls aus Polen stammt ...
... Samuel Goldwyn: Er war Mitbegründer von Paramount Pictures und Metro-Goldwyn-Mayer. Auch das Studio ...
... Fox wurde von einem Immigranten gegründet: Der Filmpionier William Fox war Ungar und gründete 1915 die Fox Filmstudios, aus denen später das Unternehmen 20th Century Fox hervorging.
Traummaschine: Thomas Alva Edison erprobt um 1905 einen frühen Filmprojektor. Mit Geräten wie diesem wurde in den Nickelodeons die Filme vorgeführt.