Bilanz des DFB-Kaders Blasse Bayern, neuer Chef
Sami Khedira kann sich als großer Sieger der EM fühlen. Er übernahm die Chef-Rolle im Mittelfeld von Bastian Schweinsteiger. Sogar gegen Italien war er einer der wenigen, die nicht enttäuschten.
Auch Marco Reus zeigte bei seinen Auftritten gegen Griechenland und Italien gute Leistungen. Seine Dynamik und Schnelligkeit wurden in der ersten Hälfte gegen die "Squadra Azzurra" schmerzlich vermisst. Reus kann sich als Gewinner fühlen - trotz des Halbfinal-Aus.
Tragisch endete das Turnier für Mats Hummels. Gegen Italien war er einer der schwächsten deutschen Spieler - doch insgesamt gehört er eindeutig zu den Gewinnern des Turniers. Vom Bank-Kandidaten stieg er zum Abwehrchef auf. Nicht schlecht für das erste Turnier.
Lars Bender wird kann die EM ebenfalls in positiver Erinnerung behalten - zumindest, was seine persönliche Leistung angeht: Bei seinem einzigen Spiel von Beginn an (gegen Dänemark) beendete er mit seinem Tor das Zittern um den Viertelfinal-Einzug.
Für Mario Gomez war es eine Achterbahnfahrt: Drei Treffer gelangen ihm in den ersten beiden Gruppenspielen, doch gegen Italien blieb er wirkungslos. Er wird dennoch in den kommenden Jahren die Nummer eins im DFB-Sturm sein.
Bastian Schweinsteiger ist der große Verlierer des Turniers. Seine Mittelfeld-Chefrolle musste er an Sami Khedira abtreten, spielerisch war er weit von früheren Top-Leistungen entfernt. Zwar setzte er mit seinen zwei Torvorlagen im Niederlande-Spiel Glanzpunkte - doch insgesamt leistete er sich zu viele Abspielfehler.
Vom Selbstverständnis her war Per Mertesacker vor dem EM-Turnier als Abwehrchef gesetzt. Doch damit sollte schnell Schluss sein: Bundestrainer Joachim Löw setzte im ersten Spiel auf Hummels, der spielte stark - und Mertesacker fand sich plötzlich auf der Bank wieder. Auch er gehört zu den klaren Verlierern der EM.
101 Länderspiele hat Lukas Podolski mittlerweile absolviert. Ein überzeugendes suchte man bei dieser EM allerdings vergeblich. Zwar traf er gegen Dänemark zu seinem Jubiläum - doch mit seinen schwankenden Leistungen macht er den lauernden Konkurrenten, wie etwa André Schürrle, Hoffnung.
Thomas Müller hat mittlerweile sämtliche Leichtigkeit verloren, die ihn noch bei der WM 2010 auszeichnete. Er wirkte müde und torungefährlich. Ihm gelang kein Glanzmoment.
Er war der einzige Bayer, der fast nie spielte: Toni Kroos bekam nur im Halbfinale gegen Italien das Vertrauen von Löw geschenkt - und konnte nicht überzeugen.