Schaf unter der Guillotine Kopflos in den Kunstskandal
Los, wir finden einen Schatz: Wochenlang bauten die Berliner Kunststudenten Rouven Materne (l.), 23, und Iman Rezai, 31, an einer poppig-neonbunten Guillotine. Dann behaupteten sie: Je nach Ausgang einer Internetabstimmung machen wir ein Schaf einen Kopf kürzer. Ausgang der verrückten Kunstshow - mehr als ungewiss. mehr...
"Norbert" nannten sie das Schaf, von dem keiner mehr so recht weiß, wo es eigentlich gerade ist. Anfang Mai gab ihre PR-Agentur bekannt, die Guillotine sei an einen Amerikaner verkauft, für 2,3 Millionen US-Dollar, und werde nach dem 17. Mai in die USA verschifft. Klingt unglaublich? Zu den Details wollen Künstler und PR-Agentin nichts verraten.
Als Millionäre wollen Rezai und Materne Immobilien kaufen und Schulden abbezahlen.
Auf der Internetseite www.die-guillotine.com läuft bis zum Vatertag die Abstimmung, ob das Schaf enthauptet werden soll. Doch dass der Wuschelkopf wirklich rollt, ist unwahrscheinlich.
Iman Rezai, 31, stammt aus Iran und kam mit seinen Eltern nach Deutschland, als er 17 war. Er habe viel Mist gebaut...
... und immer wieder die Schule gewechselt, erzählt er. Aber Kunst (hier ein Screenshot von Rezais Webseite ), die wollte er immer machen. Jetzt ist er Meisterschüler an der renommierten Universität der Künste (UdK), eine Ehre, die nicht vielen Studenten zuteil wird. Genau wie...
...Rouven Materne, 23, lernt Rezai bei der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura, aus Ideen Kunst zu machen. Die Dozentin hätte sich von der Guillotinen-Aktion vor allem gewünscht, dass ihre Studenten bewusster und geplanter vorgegangen wären.
Was zu verstecken? Die poppige Guillotine haben die Studenten in ihrer Uni gebaut. Dann drehten sie eine Art Drohvideo, in dem sie ihre Intention erklärten: Das Schaf steht für den Menschen, die Guillotine für eine grausame Gesellschaft, die bunt lackiert ist. Und die Abstimmung im Internet, das sei die Demokratie, die immer wieder Kriege legitimiere.
In diesem Berliner Industriehinterhof hat Rezai sein neues Atelier, drinnen...
...sieht es aber noch recht karg aus. Immer dabei, wo Materne und Rezai aufeinander treffen: ihre geliebte Wasserpfeife. Die zwei sind während des Gesprächs über Demokratie, Tod und...
...Kapitalismus stets zu Scherzen aufgelegt. Was ist nun mit dem Schaf, mit den Millionen, mit dem Erfolg und der Guillotine?
Darüber reden wir nicht. Kein Kommentar. Schade.