Die Guillotine: Leine los, Kopf ab - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Die Guillotine Leine los, Kopf ab

Bis 1981 wurden in Frankreich Todesurteile durch die Guillotine vollstreckt. Doch Anfangs enttäuschte das Enthauptungsgerät der Französischen Revolution die Zuschauer: Der Tod käme zu schnell.
1 / 7

Hinrichtung eines Kriminellen mit der Guillotine um 1920 in Frankreich: Die Hinrichtungsmaschine wurde in Frankreich auch noch lange nach der Französischen Revolution zur Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzt. So enthauptete der von 1899 bis 1939 amtierende Scharfrichter Anatile Deibler in diesem Zeitraum 299 Menschen mit der Guillotine.

Foto: FPG/ Getty Images
2 / 7

Guillotine im Einsatz (Zeichnung): Der französische Arzt Joseph-Ignace Guillotin war es, der am 10. Oktober 1789 die Einführung eines mechanischen Enthauptungsgeräts beantragte, um grausame und entehrende Hinrichtungsarten abzuschaffen. Sechs Punkte umfasst der Vorschlag des Mediziners, darunter ist zu lesen: Die Strafe solle "ausschließlich vermittels einer einfachen mechanischen Vorrichtung" durchgeführt werden. Doch die Pariser Abgeordneten vertagen die Köpfungsfrage.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
3 / 7

Scharfrichter beim Bedienen der Guillotine: Erst 1792 liegt Guillotins Vorschlag erneut auf dem Tisch. Vor allem Sanson, ein Henker der Französischen Revolution, drängt darauf, die Köpfungen künftig zu mechanisieren. Allzu mühselig sei es, die Urteile mit dem Beil oder Schwert zu vollstrecken. Der Delinquent habe die nötige "Ruhe zu bewahren" und nicht zu zucken. Und selbst dann hieben die Henker noch oft genug daneben und bräuchten mehrere Streiche.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
4 / 7

21. Januar 1793 auf der "Place de la Revolution" in Paris: Auch König Ludwig XVI. stirbt durch die Guillotine.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
5 / 7

Vor dem Schafott: Der französische Anwalt Georges Jacques Danton (1759 - 1794) und sein Mitstreiter Camille Desmoulins (1760 - 1794) auf dem Weg zur Guillotine. Desmoulins wurde nach der Verurteilung durch den Jakobinerführer Robespierre gemeinsam mit Danton und mehreren anderen hingerichtet. Auf dem Blutgerüst am 5. April 1794 rief er aus, auf die Guillotine deutend: „Dies ist also der Lohn für den ersten Apostel der Freiheit! Die Ungeheuer, die mein Blut fordern, werden mich nicht lange überleben!“

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
6 / 7

Joseph-Ignace Guillotin (1738 - 1814): Die Enthauptungsmaschine wurde später nach ihm benannt.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
7 / 7

Guillotine des 19. und 20. Jahrhunderts: Bis zur Untersagung der Todesstrafe 1981 wurden in Frankreich Todesurteile durch die Guillotine vollstreckt.

Foto: Bernd_Weißbrod/ picture-alliance / dpa/dpaweb
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?