Herbst 2016 Die gefährliche Seite der Novemberkälte
Viele Obdachlose leben so wie auch der Hamburger Klaus-Dieter D. in stadtnahen Waldstücken. Für sie ist die Frostperiode nicht nur die härteste Zeit im Jahr, sondern regelrecht gefährlich.
Klaus-Dieter D. vor seinem Zelt: Besonders heikel ist die Zeit moderater Fröste und Temperaturen rund um den Gefrierpunkt. Gegen tiefe Temperaturen kann man sich verhältnismäßig gut schützen, denn starker Frost bedeutet Trockenheit. Nässe rund um null Grad aber durchdringt alles - und ist oft tödlich.
Zahlen darüber, wie viele Menschen in Deutschland ohne reguläres Obdach leben, variieren - es kommt darauf an, wen man fragt. 25.000 bis 40.000 gelten aber als realistisch. Im Bild: Ein Obdachlosenlager unter einer Brücke in Hamburg.
Statistisch überleben rund ein Dutzend Obdachlose im Jahr die Kälte nicht. Dass die Zahlen der Kältetoten in den letzten Jahren rückläufig war, ist kein Verdienst besserer Versorgung, sondern schlicht Glück: Die letzten Winter waren mild und vergleichsweise kurz.
Das könnte im Winter 2016/17 anders werden: Der beginnt offenbar etwas früher als zuletzt. In Hamburg versorgen die Mitternachtsbusse der Diakonie die Obdachlosen mit Lebensmitteln - unsichtbar für den normalen Bürger, der liegt da meist schon im Bett.
Auch die Nachfrage nach Essen für Bedürftige ist in den letzten Jahren gestiegen - auch wegen des Flüchtlings-Zustroms. Hier geben Ehrenamtliche der Hamburger "Alimaus" auf Sankt Pauli Essen aus.