Kummersdorf Heereshundeschule - "Der Meldehund befördert Brieftauben"
Schwere Geschütze, chemische Kampfstoffe oder Panzer waren dem Deutschen Reich nach dem Ersten Weltkrieg verboten. Als weniger bedrohlich galten Hunde. In Kummersdorf gingen Militärhunde zur Schule.
Die Entwicklung neuer Waffen war den Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg verboten. Geforscht wurde auf dem Schießplatz Kummersdorf trotzdem. Im Geheimen. Ganz offiziell hingegen präsentierte sich...
...die Hunde- und Brieftaubenschule. 1925 wurde sie eröffnet und war eine der wenigen nichttechnischen Militäreinrichtungen vor Ort. Der Berliner Fotograf Walter Stiehr durfte 1928 die Übung "Der Meldehund befördert Brieftauben" beobachten oder...
...die Dressur der Hunde im Gelände. Fotograf Stiehr wurde auch Augenzeuge neuartiger Experimentieranordnungen. Dazu gehörte etwa...
...dieses "Fährtenrad zum Erstellen unsichtbarer menschenähnlicher, aber von Menschengeruch freier Fährten". Als Erkenntnis aus dieser Untersuchung notierte er: "Die Hunde verfolgen diese künstlichen Fährten genauso wie die menschlichen."
Der Erste Weltkrieg war erst wenige Jahre vorbei - und in Kummersdorf trainierte der Meldehund das Angelegt-Bekommen einer Gasmaske.
Die militärische Hundeforschung ging zudem der Frage nach: Bildet die vom Körper des Menschen fallende Witterung eine Geruchsspur? Fotograf Stiehr erfuhr und notierte zu diesem Bild: "Die Versuche, wobei Menschen dicht über dem Erdboden ohne dessen Berührung entlang gezogen wurden, verneinten diese für das Spüren der Hunde wichtige Frage."
Auch die medizinische Betreuung der vierbeinigen Soldaten war sichergestellt.