Von Federer bis Connors Die Helden von Wimbledon
Rekordsieger: Insgesamt siebenmal hat Roger Federer in Wimbledon triumphiert - Bestwert. Von 2003 bis 2007 gewann er das bedeutendste Tennisturnier der Welt fünfmal in Folge - ebenfalls Bestwert. Allerdings muss sich der Schweizer beide Bestmarken teilen.
Pete Sampras gewann Wimbledon seit Beginn der Open-Ära 1968 ebenfalls siebenmal. Der US-Amerikaner siegte von 1993 bis 1995 sowie 1997 bis 2000.
Federers anderen Rekord von fünf Titeln in Folge darf auch Björn Borg für sich in Anspruch nehmen. Der Schwede siegte von 1976 bis 1980 in London.
Ein Landsmann Borgs trumpfte Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre groß auf: Stefan Edberg. Aufschlag, Volley, das war's: So sahen damals die Ballwechsel aus. Und mit diesem Spiel sicherte sich Edberg 1988 (Foto) und 1990 den Titel.
Einer seiner großen Kontrahenten dieser Zeit war Boris Becker. Er gewann Wimbledon erstmals am 7. Juli 1985, als er im Finale den Südafrikaner Kevin Curren 6:3, 6:7, 7:6, 6:4 bezwang. Becker war damals 17 Jahre und 227 Tage alt - und ist damit bis heute der jüngste Sieger in der Geschichte des Turniers.
Als Beckers Stern aufging, ging seiner gerade unter: Jimmy Connors. Sechsmal schaffte es der US-Amerikaner ins Wimbledon-Finale, konnte allerdings nur zweimal gewinnen (1974 und 1982). Connors hält bis heute einen bemerkenswerten Rekord: Er gewann in Wimbledon 84 Matches, mehr als jeder andere.
Einer von Connors Dauerkontrahenten in Wimbledon war John McEnroe. Der US-Amerikaner gewann das Turnier dreimal, dabei schlug er 1984 Connors im Endspiel. Es war die Revanche für die Finalpleite 1982, als sich Connors gegen McEnroe durchgesetzt hatte.
Vor McEnroe, Connors und Co. war der Australier Rod Laver der große Dominator in Wimbledon. Er gewann das Turnier viermal. Unter anderem 1968, in dem Jahr, in dem die Open-Ära begann.
Bei den Frauen siegte 1968 Billie Jean King. Es war einer von sechs Titeln der US-Amerikanerin in Wimbledon, die in den sechziger und siebziger Jahren zur Königin von Wimbledon wurde.
Im Finale 1973 unterlag Chris Evert noch King, ein Jahr später tauschten Siegerin und Besiegte die Rollen. Es war Everts erster Triumph, 1976 und 1981 (Foto) folgten weitere. Dennoch wird ihr Name immer auch mit bitteren Niederlagen in Verbindung gebracht, denn Evert verlor auch sieben Endspiele in Wimbledon.
Allein fünfmal unterlag Evert ihrer Dauerkontrahentin Martina Navratilova im Wimbledon-Endspiel. Die Tschechoslowakin, die später die Staatsbürgerschaft der USA annahm, ist mit neun Einzeltiteln Rekordhalterin an der Church Road.
Abgelöst als "Königin von Wimbledon" wurde Navratilova von Steffi Graf. Sie gewann insgesamt sieben Titel, in dieser Szene jubelt Graf nach ihrem letzten Wimbledon-Erfolg 1996 gegen Arantxa Sánchez Vicario. Das Finale 1999 verlor Graf gegen Lindsay Davenport.
Seit Beginn des neuen Jahrtausends dominieren zwei Schwestern in Wimbledon: Venus und Serena Williams. Seit 2000 fanden 13 Wimbledon-Endspiele statt, in elf stand eine der beiden Williams-Schwestern - oder sie trafen sogar aufeinander. Venus (Foto) siegte 2000, 2001, 2005, 2007 und 2008.
Ihre Schwester Serena gewann 2002, 2003, 2009, 2010 und 2012 (Foto) in Wimbledon. Sie tritt in diesem Jahr damit als Titelverteidigerin an.
In Wimbledon triumphierte Goran Ivanisevic 2001. Der Kroate schlug im Finale den Australier Patrick Rafter 6:3, 3:6, 6:3, 2:6, 9:7. Das Besondere an dem Sieg: Ivanisevic kam nur dank einer Wildcard zum Turnier.
Tragischer Held: Ivan Lendl gehörte zu den besten Spielern seiner Generation. Der Tscheche holte 94 Titel in seiner Karriere und war lange die Nummer eins der Welt. Alle großen Turniere hat er gewonnen, nur eines nicht: Wimbledon.
Einer der frühen Helden war Fred Perry. Der Brite gewann dreimal in Folge Wimbledon (1934 bis 1936), ein weiteres Mal stand er im Finale. Später ging aus seiner Idee, beim dem Rasenturnier Poloshirts zu tragen, eine Modemarke hervor.
Auch René Lacoste gründete eine Modefirma. Der Franzose triumphierte 1925 und 1928 im Finale von Wimbledon.
Suzanne Lenglen war die dominierende Spielerin der zwanziger Jahre. Die Französin gewann 1920 als erste Spielerin in Wimbledon im Einzel, Doppel und Mixed den Titel. Diesen Erfolg konnte sie 1922 und 1925 wiederholen. Im Einzel holte sie insgesamt sechs Titel.
Erfolgreiche Brüder: Einer der ersten Tennis-Helden war Reggie Doherty. Er gewann um die Jahrhundertwende vier Einzeltitel in Folge - von 1897 bis 1900. Im Doppel war er sogar achtmal erfolgreich.
Sein Partner dabei war Bruder Laurence. Auch er gewann im Einzel - fünf Titel insgesamt von 1902 bis 1906. Immerhin traf er in den Finalpartien nicht auf seine Bruder Reggie. Der hat ihn 1898 bei seinem Triumph noch besiegt.