Die Herrschaft der Zwei-Meter-Shrimps - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Evolution Die Herrschaft der Großgarnelen

Insekten, Spinnen, Krebs- und Krustentiere haben gemeinsame Vorfahren: Vor über 500 Millionen Jahren herrschten sie in den Ozeanen. Bis über zwei Meter große, an Garnelen erinnernde Giganten besetzten verschiedenste Nischen.
1 / 11

Aegirocassis benmoulae: Dieses bizarre Wesen war eines der größten Tiere des Ordoviziums (485-443 Millionen Jahre). Doch obwohl über zwei Meter lang, stellten diese frühen Vorfahren der Krustentiere kaum eine Gefahr dar. Aegirocassis war ein Suspensionsfresser - er filterte seine winzige Beute aus dem Wasser.

Foto: Marianne Collins/ ArtofFact
2 / 11

So, wie schon Tamisiocaris borealis, ein Vorfahr von Aegirocassis, der vor circa 520 Millionen Jahre lebte. Beide gehören zur Gruppe der Anomalocarididen, was übersetzt etwa "absonderliche Garnele" bedeutet. Über 100 Millionen Jahre sollte diese vielfältige Tiergruppe nicht nur die größten Wesen der Meere stellen,...

Foto: Rob Nicholls/ Palaeocreations
3 / 11

...sondern auch die Top-Prädatoren am obersten Ende der Nahrungskette. Anomalocaris, der vor etwas mehr als 500 Millionen Jahren im Kambrium lebte, war mit seinen 1,2 Metern Länge das Top-Raubtier seiner Zeit. Per Fangarm führte er seine Beute einem kreisrunden, mit messerscharfen Platten umgebenen Mund zu, der optisch an eine Ananasscheibe erinnerte.

Foto: DPA/ University of Adeilaide/ Katrina Kenny
4 / 11

Die Konkurrenz war weicher: Der zeitgleich lebende Nectocaris pteryx gilt als einer der frühesten Vorfahren von Kraken und Tintenfischen. Konkurrenten für Anomalocarididen waren das wohl kaum - eher Beute. Doch der Weg hin zu Krebs und Krabbe, Insekt und Spinne führte nicht...

Foto: Marianne Collins/ dpa
5 / 11

...über die Anomalocarididen, ihr Zweig im Stammbaum der Gliederfüßer endete irgendwann. Es gab genug andere Zweige, die eine frappierende Vielfalt an Arten hervorbrachten: Diania cactiformis (ca. 450 Millionen Jahre) war ein Stachelwurm - und verbindet evolutionär möglicherweise die Stummel- mit den Gliederfüßern.

Foto: Dr. Liu Jiann/ dpa
6 / 11

Die prägten in der Zeit zwischen 460 und 248 Millionen Jahren ebenfalls zahlreiche, teils riesige Formen aus. Seeskorpione wie Eurypterid waren die dicksten Krabbler am Meeresgrund, die Spitze der Nahrungskette aber...

Foto: Simon Powell/ University of Bristol
7 / 11

...sollten bald schon mächtige Räuber anderer Art besetzen. Dunkleosteus lebte vor 380-360 Millionen Jahren, und er wäre wohl auch heute noch ein übermächtiger Gegner für fast jede denkbare Beute: Je nach Art erreichten diese Panzerfische Größen bis zu sechs, andere möglicherweise bis zu zehn Meter Länge. Wirbeltiere beendeten die Herrschaft der Gliederfüßer in den Meeren.

Foto: Martin Rücklin/ John Long/ Philippe Janvier
8 / 11

Die Gliederfüßer und ihre Nachfahren hatten da schon ein völlig neues Biotop erobert: Vor fast 400 Millionen Jahren hinterließen erste Krebse, Spinnentiere, Milben, Insekten und Hundertfüßer ihre Spuren an Land. Dieses umstrittene Fossil von Strudiella devonica (ca. 365 Millionen Jahre) wird von vielen als eines der ersten erhaltenen Fluginsekten gedeutet.

Foto: DPA/ Nel et al.
9 / 11

Apropos Deutung: Wie mühselig der Weg vom Fossil über die Rekonstruktion zur bildhaften Vorstellung oft ist, zeigt dieses Aegirocassis-benmoulae-Fossil, auf der die erste Darstellung einer "anormalen Garnele" in dieser Bildserie beruht.

Foto: Peter Van Roy/ Yale University
10 / 11

Manche Teile des Fossils sind erkennbar erhalten: Hier sieht man Teile der wahrscheinlich wie Flossen eingesetzten Lappen an den Körperseiten - Anomalocarididen bewegten sich im Wasser wohl ähnlich wie heutige Sepien fort.

Foto: Peter Van Roy/ Yale University
11 / 11

Andere Teile des Fossils muss man "lesen": Hier sieht man links eine regelmäßige Struktur, die von den Forschern als "Barten" gedeutet wird - ein "Kamm", mit dem das Tier seine Nahrung aus dem Wasser filterte.

Foto: Peter Van Roy/ Yale University
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?