Die Höhepunkte der Formel-1-Saison 2013 - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Reifenplatzer und Eier-Sprüche Die Höhepunkte der F1-Saison 2013

Sebastian Vettel missachtet die Stallorder bei Red Bull, Mercedes testet heimlich in Spanien und beim Großen Preis von Großbritannien platzen die Reifen: Die Formel-1-Saison 2013 war reich an Skandalen und Höhepunkten, am Ende mit Vettel als Weltmeister. Die größten Momente in Bildern.
1 / 16

Kimi Räikkönen heißt der Sieger des ersten Formel-1-Rennens des Jahres. Beim Großen Preis von Australien gewinnt der Finne im Lotus vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso und Sebastian Vettel im Red Bull. Entsprechend ist auch die Reihenfolge im WM-Klassement. Es sollte das einzige Mal sein, dass Titelverteidiger Vettel nicht an Position eins liegt.

Foto: Clive Mason / Getty Images
2 / 16

Beim Großen Preis von Malaysia siegt Sebastian Vettel und setzt sich an die Spitze des WM-Klassements. Doch davon spricht nach dem zweiten Saisonrennen niemand mehr. Das beherrschende Thema ist die Stallorder-Affäre bei Red Bull. Obwohl ihn seine Chefs anweisen, hinter Teamkollege Mark Webber zu bleiben, überholt Vettel den Australier und rast zum Sieg. Es folgen öffentliche Prügel für den Deutschen, gegenseitige Schuldzuweisungen und eine Entschuldigung des Weltmeisters. Später stellt Vettel klar: Er würde wieder so handeln.

Foto: Ahmad Yusni/ dpa
3 / 16

Beim Großen Preis von China fährt Ferrari-Pilot Fernando Alonso als erster durchs Ziel und ist im dritten Saisonrennen der dritte Sieger. Doch die Schlagzeilen werden von den Reifenproblemen bestimmt. Kaum ein Team kommt mit den neuen Pneus zurecht, fast alle Fahrer schimpfen. Sie fordern eine Überarbeitung der Reifen, und die wird im Laufe der Saison auch kommen – allerdings wegen ganz anderer Vorfälle Ende Juni.

Foto: Aly Song / REUTERS
4 / 16

Am Samstag haben sie bei Mercedes noch gute Laune, weil sich ihre Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton im Qualifying die Startplätze eins und zwei sicherten. Am Renntag dann der Absturz: Rosberg wird bis auf Platz sechs durchgereicht, Hamilton schafft es gar nicht in die Punkteränge, er wird Zwölfter. Mercedes‘ Hauptproblem: Das Auto verschleißt die Reifen immens. Doch das Team hat eine Idee, um das Problem in den Griff zu bekommen. Und diese wird noch für heftige Diskussionen sorgen.

Foto: AP/dpa
5 / 16

1983 gewann der Finne Keke Rosberg den Großen Preis von Monaco, 30 Jahre später tut es ihm sein Sohn gleich. Der Deutsche Nico Rosberg triumphiert im Fürstentum, es ist der erste Saisonsieg für das Mercedes-Team. Doch noch am Tag des Erfolgs machen erste Meldungen die Runde, das Team des Stuttgarter Autobauers hätte verbotene Testfahrten in Barcelona absolviert. Der nächste große Skandal dieser Saison bahnt sich an.

Foto: Valdrin Xhemaj/ dpa
6 / 16

Nur einen Tag nach dem Sieg in Monte Carlo spricht niemand mehr über Rosbergs Sieg. Mittlerweile ist klar, dass Mercedes vom 15. bis 17. Mai auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona auf Einladung von Pirelli, Reifenlieferant aller Formel-1-Teams, Testfahrten durchgeführt hat. Dabei seien laut Pirelli zu 90 Prozent Reifen für die kommende Saison zum Einsatz gekommen. Die anderen neuen Reifen sollten erstmals für den anstehenden Großen Preis von Kanada geliefert werden. Mercedes testete mit seinem aktuellen Auto, betont jedoch, bei den Tests keinerlei Vorteile für die laufende Saison gewonnen zu haben. Die Konkurrenz glaubt kein Wort und fordert eine harte Bestrafung von Mercedes, der Automobil-Weltverband Fia ermittelt.

Foto: Julian Finney/ Getty Images
7 / 16

Kein Punktabzug, keine Geldstrafe: Mercedes kommt in der Testfahrt-Affäre glimpflich davon. Der Automobil-Weltverband Fia verwarnt den Rennstall lediglich. Zudem dürfen die anderen Teams ebenfalls Testfahrten absolvieren, zu denen Mercedes nicht zugelassen wird. Die Konkurrenz schäumt, doch zu sehr will man den Stuttgarter Autobauer auch nicht verärgern: Würde sich Mercedes aus der Formel 1 zurückziehen, stünden gleich vier Teams ohne Motor da.

Foto: Christophe Karaba/ dpa
8 / 16

In der Saison 2010 stand er kurz vor dem Gewinn des WM-Titels – doch Mark Webber wurde damals noch von seinem Red-Bull-Teamkollegen Sebastian Vettel abgefangen. Seitdem steht der Australier im Schatten des Deutschen, ihr Verhältnis gilt als problematisch. Weil Webber längst nur noch die Nummer zwei im Team ist, verkündet er seinen Abschied von Red Bull und aus der Formel 1 nach dieser Saison. Er wechselt zu Porsche und fährt in Zukunft in der Langstrecken-WM.

Foto: Paul Gilham/ Getty Images
9 / 16

Nach dem ersten geplatzten Reifen dachten viele Beobachter: nicht unüblich in der Formel 1. Nach dem zweiten war die Reaktion: na gut, kann auch noch passieren. Aber als beim Großen Preis von Großbritannien auch der dritte und vierte Reifen ihren Geist aufgaben, wollte niemand mehr an einen Zufall glauben. Wieder schimpften die Fahrer. Dieses Mal allerdings, weil sie Angst um ihre Gesundheit hatten. Sie drohten sogar mit einem Boykott des folgenden Rennens, das auf dem Nürburgring stattfinden sollte. Reifenhersteller Pirelli versprach sofortige Besserung und lieferte neue Pneus. Damit waren auch die Reifen-Diskussionen aus dem Frühjahr vollends verstummt.

Foto: NIGEL RODDIS/ REUTERS
10 / 16

Dass Sebastian Vettel in der zweiten Saisonhälfte immer besonders gute Leistungen zeigt, ist bekannt. Aber so stark wie in diesem Jahr war er nach der Sommerpause bislang noch nie. Beim Großen Preis von Belgien, dem ersten Rennen nach dem Urlaub, gewann Vettel überlegen vor Ferrari-Pilot Fernando Alonso, auf den er fast 17 Sekunden Vorsprung hatte. Auch beim Großen Preis von Italien in Monza zwei Wochen später ist Vettel nicht zu schlagen, wieder wird Alonso Zweiter.

Foto: ALEXANDER KLEIN/ AFP
11 / 16

Kimi Räikkönen war im Gespräch, sogar Fernando Alonso – am Ende fiel die Wahl auf Daniel Ricciardo als neuen Fahrer bei Red Bull. Der Australier ersetzt ab der Saison 2014 seinen Landsmann Mark Webber. Ricciardo ist eine logische Wahl, weil er jung ist, vom Red-Bull-Nachwuchsteam Toro Rosso kommt – und Vettel nicht gefährlich werden kann. Dessen Status als Nummer eins ist mit der Verpflichtung von Ricciardo zementiert.

Foto: ALEXANDER KLEIN/ AFP
12 / 16

Über Wochen deutete sich der spektakuläre Wechsel an, drei Tage nach dem Großen Preis von Italien gibt Ferrari bekannt: Kimi Räikkönen kehrt zur Saison 2014 zu dem italienischen Rennstall zurück, für den er bereits von Anfang 2007 bis Ende 2009 fuhr. In seinem ersten Jahr bei der "Scuderia" holte der Finne den WM-Titel. Er wird gemeinsam mit dem Spanier Fernando Alonso das wohl beste Fahrerpaar 2014 bilden. "Räikkönen bei Ferrari ist schlecht für uns, weil Ferrari mehr Punkte als Team einfahren wird", sagt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko: "Aber Räikkönen bei Ferrari ist gut für Vettel. Ein Räikkönen stellt sich nicht hinten an. Alonso und er werden sich in der Fahrerwertung gegenseitig Punkte wegnehmen."

Foto: Vladimir Rys/ Getty Images
13 / 16

In Singapur gewinnt Vettel das dritte Rennen in Folge. Weil einige Zuschauer während der Siegerehrung pfeifen, beginnt eine Image- und Neid-Debatte um den Titelverteidiger. Vettel befeuert die Diskussion, indem er die Überlegenheit seines Teams mit den Worten erklärt: "Wenn die anderen nach Hause gehen und die Eier in den Pool hängen, sind wir noch da und tüfteln weiter am Auto." Im Fahrerlager kommt der Spruch nicht so gut an. Mercedes-Pilot Nico Rosberg kontert später: "Er sollte sich weniger Gedanken über meine Eier machen und mehr auf sich selbst gucken. Mein Team arbeitet sich den Hintern ab."

Foto: John Heng/ dpa
14 / 16

Auch Sebastian Vettels Teamkollege Mark Webber sorgt einen Tag nach dem Rennen in Singapur für große Schlagzeilen. Allerdings keine sportlichen, denn der Red-Bull-Pilot schied aus. Dafür rennt er auf die Strecke und hält den auf seiner Ehrenrunde fahrenden Fernando Alonso an. Der Ferrari-Pilot stoppt und chauffiert den auf dem Seitenkasten sitzenden Australier in die Box. Was lustig aussieht, hätte böse Folgen haben können. Doch Mercedes-Pilot Lewis Hamilton reagiert schnell und fährt Webber zum Glück nicht über den Haufen. Alonsos "Beifahrer" bekommt eine Verwarnung, die dritte in dieser Saison, weswegen er in Südkorea zehn Plätze nach hinten versetzt wird.

Foto: Paul Gilham/ Getty Images
15 / 16

Sebastian Vettel siegt weiter, aber beim Großen Preis von Südkorea ist ein anderer Deutscher das Gesprächsthema: Nico Hülkenberg liefert das wohl beste Rennen seiner Karriere ab, verteidigt seine Position gegen ständige Attacken von Ferrari-Pilot Fernando Alonso sowie Lewis Hamilton im Mercedes und wird am Ende Vierter. Das gute Ergebnis kommt gerade zur rechten Zeit, schließlich kämpft Hülkenberg noch für ein Cockpit für die kommende Saison. Vettel hingegen schafft mit seinem vierten Sieg in Folge die Basis, um schon beim kommenden Rennen in Japan Weltmeister werden zu können.

Foto: Srdjan Suki / dpa
16 / 16

Juan Manuel Fangio und Michael Schumacher: Sebastian Vettel steht nun auf einer Stufe mit diesen beiden Formel-1-Legenden. Nach dem Rennen in Indien ist der Red-Bull-Pilot Formel-1-Weltmeister 2013. Es ist nach 2010, 2011 und 2012 sein vierter Titel in Folge. Das schafften vor ihm nur Fangio und Schumacher. Der Argentinier wurde fünfmal F1-Weltmeister, "Schumi" gewann sieben Titel. Womöglich wird Vettel beide noch einholen - er ist ja gerade erst 26 Jahre alt.

Foto: Clive Mason/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?