Die Kandidaten: Dafür stehen sie - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Die Kandidaten Dafür stehen sie

Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz treten in Hamburg für die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU-Spitze an. Wer steht wofür?
1 / 3

Annegret Kramp-Karrenbauer, 56: Die langjährige saarländische Ministerpräsidentin ist die Sowohl-als-auch-Kandidatin für den Parteivorsitz. Als Vertraute der Amtsinhaberin will sie den Mitte-Kurs Merkels fortsetzen, gleichzeitig die Debatten in der Partei beleben und eigene Akzente setzen. Wie das gehen kann, zeigte Kramp-Karrenbauer mit ihrem Vorschlag, straffälligen Asylbewerbern künftig die Wiedereinreise in den Schengen-Raum zu verwehren oder skeptischen Äußerungen zur Ehe für alle. Kramp-Karrenbauer ist keine Mini-Merkel, wie sie sagt. Die Mutter von drei Kindern will mit ihrer Erfahrung als Regierungschefin und Ministerin in verschiedenen Ressorts punkten - und als erfolgreiche Wahlkämpferin: Das letzte CDU-Ergebnis knapp über der 40-Prozent-Marke holte sie im März 2017 im Saarland.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
2 / 3

Jens Spahn, 38: Der Gesundheitsminister ist der junge Wilde des Kandidaten-Trios, auch wenn Spahn sich gar nicht mehr so jung fühlt, wie er zuletzt mehrfach betonte. Spahn sitzt seit 2002 im Bundestag, von 2015 bis 2018 war er parlamentarischer Staatsekretär im Bundesfinanzministerium und sitzt seit 2014 im CDU-Präsidium. In den vergangenen Jahren profilierte sich Spahn vor allem in der Flüchtlingspolitik als Merkel-Kritiker, weshalb ihn viele als Konservativen sehen, in der Familienpolitik vertritt der verheiratete Homosexuelle dagegen liberale Positionen. Im Wahlkampf um den Parteivorsitz sprach sich der Mann aus dem Münsterland immer wieder für offene Debatten in der CDU und gegen Denkverbote aus.

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
3 / 3

Friedrich Merz, 63: Seit seinem Abschied aus dem Bundestag 2009 war der frühere Unionsfraktionschef eine politische Sehnsuchtsfigur vieler Konservativer in der CDU - nun ist er wieder da. Merz trat in den vergangenen Wochen genauso forsch auf, wie man ihn in Erinnerung hat, er ist der Klare-Kante-Kandidat. Seine Jahre als Wirtschaftsanwalt und Multi-Aufsichtsrat scheinen sein politisches Temperament wenig gebremst zu haben - und so ging auch mal etwas daneben, beispielsweise als Merz auf einer Regionalkonferenz das deutsche Asylrecht in Frage stellte (was er tags darauf korrigierte und als Missverständnis erklärte). Die spannende Frage: Will Merz, der 2002 den Fraktionsvorsitz an Merkel abgeben musste, als Vorsitzender nur eine Art Rückspiel oder geht es ihm wirklich um die CDU?

Foto: Sean Gallup/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?