Michael Schumacher WM-Titel, Rekorde, Unfälle
Michael Schumacher macht Schluss. Nach der laufenden Saison wird der Rekordweltmeister der Formel 1 seine Karriere beenden.
Eine Woche zuvor hatte Mercedes mitgeteilt, dass der Rennstall den Vertrag mit dem 43-jährigen Schumacher nicht verlängern werde.
Mercedes hat für die kommende Saison bereits den Briten und früheren Weltmeister Lewis Hamilton als Nachfolger Schumachers verpflichtet. Er hat einen Dreijahresvertrag erhalten.
Vor drei Jahren hatte Schumacher seinen Rücktritt vom Rücktritt erklärt und war für Mercedes wieder ins Rennen gegangen.
Mercedes-Teamchef Ross Brown (Mitte) stellte Schumacher 2009 als neuen Piloten vor - doch oft hatte er gegenüber seinem Teamkollegen Nico Rosberg (r.) das Nachsehen.
Der 43-Jährige konnte nicht an die Erfolge von früher anknüpfen. Zuletzt machte er vor allem mit Pannen und Unfällen auf sich aufmerksam. Im jüngsten Rennen in Singapur crashte er ins Heck von Jean-Eric Vergne.
Seine Karriere begann so richtig 1994 beim Grand Prix in Australien: Im Benetton wurde Schumacher als erster deutscher Fahrer Formel-1-Weltmeister. Zuvor war er in eine spektakuläre Kollision mit seinem britischen Titelkonkurrenten Damon Hill verwickelt, nach der er das Rennen beenden musste. Doch auch Hill schied aus - Schumacher war Weltmeister. Ein fader Beigeschmack aber blieb.
Am 22. Oktober 2006, nach dem Rennen in Brasilien, beendete Schumacher zum ersten Mal seine Karriere. Doch nach drei Jahren Abstinenz juckte es den Altmeister wieder im Gas-Fuß.
Schumacher heuerte in einer vermeintlichen Traumehe bei Mercedes an. Zunächst sah es gut aus: Im Auftaktrennen in Bahrain am 12. März 2010 fuhr er auf den sechsten Rang - durchaus respektabel für das erste Rennen nach dreijähriger Pause. Danach lief aber nicht mehr viel zusammen.
Sinnbildlich der Grand Prix von Shanghai am 18. April 2010: Obwohl der von Schumacher erhoffte Regen einsetzte, fuhr er zeitweise mehr als eine Sekunde pro Runde langsamer als Teamkollege Nico Rosberg.
Im November des Jahres crashte er beim Großen Preis von Abu Dhabi in den Force-India-Fahrer Vitantonio Liuzzi.
Die Kritik am siebenmaligen Weltmeister wurde immer lauter, auch weil sich der einstige Dominator kaum aus seinem Tief herausarbeiten konnte. Ohne Podestplatz beendete Schumacher die Saison auf einem enttäuschenden neunten Rang.
Ein anderer Deutscher wurde zum Gesicht der Formel 1: Sebastian Vettel wurde 2010 in Abu Dhabi zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte gekürt. Auch 2011 blieb Schumacher nur die Rolle als Gratulant für Vettel, der seinen Titel verteidigte.
Im selben Jahr gewannen beide deutschen Weltmeister zusammen den Nationen-Cup in Düsseldorf. Danach durfte Schumacher nur noch 2012 bei seinem dritten Platz in Valencia mit Champagner duschen.
Was Schumacher nach seinem Karriereende machen wird, ist noch offen. Zuletzt war darüber spekuliert worden, ob er Markenbotschafter von Mercedes wird und dem Formel-1-Team als Berater verbunden bleibt.