Bildband über Tankstellen Tankstellen aus 130 Jahren
Tanken als Idyll. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kraftstoffversorgung in Europa im Eiltempo ausgebaut. Selbst in wenig befahrenen Gebieten wie den Alpen wurden die Reisenden mit Benzin versorgt.
Eine Fotografie aus dem frühen 20. Jahrhundert führt zurück in die Anfänge des Benzingeschäfts. Damals wurde der Kraftstoff noch in Drogerien und in Flaschen verkauft. Einen solchen Anblick findet man heute nur noch äußerst selten.
Vor rund hundert Jahren wurde diese Tankstelle im Landhausstil in England eröffnet. Brandschutzbestimmungen gab es damals offenbar noch nicht. Ein Reetdach auf einem Tankstellenhäuschen wäre heutzutage undenkbar.
Was vor rund hundert Jahren noch üblich war, ist heute nur noch selten zu finden: Benzin, das in Flaschen verkauft wird. Auf der Abbildung ist eine thailändische Tankstelle zu sehen, an der das Benzin in alten Spirituosenflaschen angeboten wird.
Das Tankstellenhäuschen in Form eines überdimensionalen Tipis im US-Bundesstaat Kansas erinnert an die Ureinwohner Nordamerikas.
Was aussieht wie ein Kinder-Playmobil-Spielzeug, ist tatsächlich eine Tankstelle. Das Unikat ist am Yangon-Mandalay-Expressway in Myanmar zu finden.
Not macht erfinderisch. Trotz der schmalen Straße und dem steilen Berghang auf der griechischen Insel Lefkada am ionischen Meer ist noch ein Plätzchen für eine Tankstelle gefunden worden.
Diese Tankstelle im Irak ist schon aus weiter Ferne zu sehen. Während in den ländlichen Gegenden des Landes die Zapfsäulen meist vor alten Containern stehen, sticht dieses, im Sonnenlicht goldfarben funkelnde Exemplar besonders hervor.
Der Besitzer dieser Tankstelle war ein echter Glückspilz. Er arbeitete als Farmer und fand auf seinem Land eine Ölquelle. Die zapfte er an, gründete das Unternehmen Gilmore Gas - und wurde zu einem der erfolgreichsten Kraftstofflieferanten seiner Zeit.
Seit 1936 steht diese außergewöhnliche Tankstelle im kalifornischen Ukiah. Früher diente der rund 1500 Jahre alte Baumstumpf mit einem Umfang von 25 Metern als Tankstellenhäuschen. Heute ist das Innere ein Museum.
Auch bei diesem Exemplar im US-Bundesstaat Washington ist Kreativität Trumpf. Die Tankstelle in Teekannenform wurde 1922 eröffnet und erinnert an den Teapot-Dome-Skandal der Zwanzigerjahre, der damals als größter politischer Korruptionsskandal in die Geschichte einging. Per Bestechung wollten zwei Ölkonzerne die private Erschließung staatlicher Ölfelder erreichen.
2007 entstand zwischen Pamplona und Legroño in Spanien die erste Tankstelle, die Biodiesel und Bioethanol verkaufte. Umweltbewusstsein stand bei den Architekten hoch im Kurs: Auch das Fotovoltaik-Holzdach liefert saubere Energie.
60 Kilometer östlich der slowakischen Hauptstadt Bratislava, in Matuskovo, steht seit 2011 diese Tankstelle. Die Architekten orientierten sich an der Kunstrichtung des Brutalismus und reduzierten die Tankstelle auf die wesentlichen Bestandteile. Das Besondere: Durch die Lichtgebung sieht das Bauwerk bei Nacht aus wie ein Ufo im Landeanflug.
Reisende müssen wohl mehrmals hingucken, um zu verstehen, dass hier getankt werden kann. Die Tankstelle mit der geschwungenen Formgebung steht im georgischen Lochini und ist von Gebäuden im gleichen Stil umgeben. In der Theorie lassen sich alle Gebäude wie ein Puzzle zusammensetzen.
An der 2007 errichteten Helios House Tankstelle in Los Angeles trifft Umweltbewusstsein auf unkonventionelle Formgebung. Auf dem an Origami erinnernden Solardach aus Edelstahl sind Vorrichtungen zur Sammlung von Regenwasser angebracht.
"Schöner Tanken - Tankstellen und ihre Geschichte" ist seit Mai 2018 im Handel erhältlich. Preis: 39,90 Euro.