Fotostrecke Tier macht Sachen - Best of 2016
Verschüchtert: Die Welt ist voller Eindrücke - und manchmal wird es eben einfach zu viel. Wie bei diesem Faultier, das sich im Januar auf eine Verkehrsinsel verlaufen hatte und sich dort verängstigt an einem Pfosten festklammerte. Verkehrspolizisten retteten das Tier schließlich und brachten es zu einem Arzt. Nach einer Untersuchung wurde der Verirrte gesund in seinen natürlichen Lebensraum zurückgebracht.
Verzweifelt: Wohin noch mal, wenn es einem nicht gut geht und man keine Krankenversicherung hat? Genau! In die Apotheke. Dies beherzigte auch ein Storch. Gegen Mittag sei der Jungvogel in den Laden gestakst. Die Apothekerinnen bewirteten das ausgehungerte und dehydrierte Tier umgehend mit einer Gießkanne Wasser. Dann verständigten sie einen Storchexperten, der den Vogel zur Pflege in den Nürnberger Tiergarten brachte.
Verbildlicht: Der Weißkopfseeadler ist bekanntlich das Wappentier der USA. Was zwei der Tiere kurz nach der Wahl im November veranstalteten, wirkte fast wie eine symbolische Protestaktion. Die beiden Greifvögel lieferten sich einen erbitterten Luftkampf, landeten schließlich in einer Rinne am Straßenrand - und blieben im Gully stecken. Erst nach 90 Minuten konnte sich einer der beiden befreien und flog davon. Der andere stürzte schwer verletzt in den Schacht.
Verbissen: Warum um Himmels Willen sollte ein Esel seine Zähne in ein Auto rammen?! Schwer zu sagen. Es sei denn, das Auto wäre möhrenfarben. Das wäre schon eine ziemlich witzige Verwechslung aber wiederum so beknackt, dass man es kaum glauben könnte. Im September hat trotzdem ein Esel in das Heck eines orangefarbenen Wagen gebissen. Witzig für fast alle - außer dem Autobesitzer. Der fährt nämlich einen 300.000 Euro teuren McLaren und allein die Reparatur des angeknabberten Teils kostete rund 40.000 Euro und musste außerdem in England vorgenommen werden.
Verschmust: Vor einem Fast-Food-Restaurant in Soest trieb sich im August ein Wildschwein herum. Das war aber eher hungrig nach Liebe als nach einem schnellen Imbiss. Als die Polizei eintraf, war das Tier allerdings alles andere als wild. Im Gegenteil, es genoss die Streicheleinheiten einer Beamtin, ließ sich Ilse taufen und wurde schließlich in ein Tierheim gebracht.
Ver-Ei-nt: Eine Geierin im Tierpark Nordhorn legte ein Ei auf einen Ast und kümmerte sich nicht weiter darum. So landete es bei dem einzigen Geierpärchen des Tierparks. Dem schwulen Gespann Isis und Nordhorn. Damals wusste man noch nicht, ob das Ei auch befruchtet war und die beiden nun Daddys werden. Anruf im Tierpark im Dezember: Eine Pflegerin des Tierpark sagt, das Pärchen habe sich vorbildlich gekümmert. Nachdem die Brutzeit allerdings um zehn Tage überschritten gewesen sei, hätte man das Ei unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es leider nicht befruchtet war. Und wie haben die Geier-Daddys darauf reagiert? Sie hätten, so die Tierpflegerin, es sich nicht allzu sehr zu Herzen genommen.
Vereidigt: Sir Nils Olav hats geschafft. Im August watschelte er als neuer Brigadegeneral an mehr als 50 in Reih und Glied salutierenden Soldaten der Leibgarde des norwegischen Königshauses vorbei. Der neue General, der im Frack auftrat, hat keinen Gehfehler, er ist ein schottischer Königspinguin. Für Sir Nils Olav war es vermutlich kein überraschender Karriereschritt. Bereits 2008 war er zum Ritter geschlagen worden.
Verwegen: Da musste einer offenbar sehr dringend schlafen. Im Juli entdeckte eine Besucherin des Friedhofs von Davenport in Tasmanien einen 120 Kilo schweren Seehund auf dem Klo. Die Verwaltung dachte erst, das sei ein Witz. Denn die Toilette ist rund 500 Meter vom Meer entfernt.
Verbeult: Manchmal muss man einfach ein bisschen Dampf ablassen. Ein Elefant hat im Februar in einem chinesischen Naturpark bei einem Streit um eine Elefantendame den Kürzeren gezogen - und ließ danach seinen Frust an einigen Autos aus. Insgesamt verbeulte er 18 Pkw. Verletzt waren zum Glück nur Herz und Ego des gekränkten Dickhäuters.
Verfärbt: Bei diesem Tier handelt es sich weder um einen extrem seltenen Vogel aus dem tiefsten Dschungel noch um einen Statisten aus der Muppet Show. Der knallfarben Gefiederte ist eine Möwe nach einem unfreiwilligen Umstyling. Das Tier ist im Juni auf dem Gelände einer Fleischfabrik in einen Container voll Hähnchencurry gefallen. Das Curry, so eine Tierpflegerin, sei ganz gut aus dem Federkleid gegangen, der Geruch sei geblieben. Anscheinend verstehen sich die Duftnoten Curry und Möwe aber ganz gut. Die Tierpflegerin zumindest fand: "Das riecht fantastisch."
Verbunden: Es ist nicht leicht, den richtigen Partner zu finden. Schon, wenn man nicht in einem Käfig sitzt. Die Orang-Utan-Damen Sinta und Conny waren im Stuttgarter Zoo Wilhelma beheimatet und sind im Juli auf Video-Dating umgestiegen. Damals sah es so aus, als hätte es gleich zwei Treffer gegeben. Sinta traf Gempa in einem Zoo nahe Brüssel, Conny datete Tuan aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck. Und? Hats gefunkt? Die stellvertretende Zoo-Direktorin Marianne Holtkötter berichtete im Dezember am Telefon: Gempa sei sehr verliebt und hätte Sinta schon mehrfach gedeckt. Bei Conny und Tuan sei die Sache komplizierter.
Verfahren: War es ein Geisterfahrer? Ein Blitzer ins Leere? Oder am Ende doch Superman? Im Mai löste eine mobile Geschwindigkeitskontrolle in Zweibrücken aus - obwohl gar kein Auto in Sicht war. Erst beim Blick auf das Beweisfoto gab der geheimnisvolle Raser seine Identität preis. Ein wildlebender Halsbandsittich aus einem in der Nähe gelegenen Park. Die Geschwindigkeit hatte der Tiefflieger übrigens um 13 km/h überschritten.
Verflixt! Bodyshaming ist eine ätzende Angelegenheit, da sind wir uns alle einig. Aber manchmal führt eine körperbauliche Besonderheit eben doch zu Problemen. In München wollte sich im März ein Biber durch einen Zaun zwängen und blieb mit seinem voluminösen Hintern stecken. Ein dickes Ende hat die Story trotzdem nicht: Die Feuerwehr konnte das Tier mit einem Bolzenschneider befreien. Es passiert übrigens immer wieder, dass Tiere in missliche Situationen geraten, weil sie irgendwo feststecken.