Aufsichtsräte Die mächtigsten Kontrolleure der Republik
Platz 5:
Gerhard Cromme bekam 2014 für seine Tätigkeit als Chefkontrolleur beim Industriekonzern Siemens 615.500 Euro. Damit nimmt er in der von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erstellten Rangliste Platz 5 unter den bestbezahlten Aufsichtsräten Deutschlands ein.
Platz 4:
793.000 Euro zahlte der Autobauer Volkswagen im Jahr 2014 an Ferdinand Oliver Porsche. Mit dieser Summe steht er aber nicht allein.
Platz 3:
Auch Berthold Huber, der Ex-Chef der IG-Metall, nach dem Abgang von Ferdinand Piëch vorübergehend sogar Aufsichtsratsvorsitzender, kassierte 793.000 Euro. Im Normalfall kam ein ordentliches AR-Mitglied 2014 auf 114.521 Euro, so die Studie der DSW. Ein Ausschussmitglied brachte es auf 159.119 Euro.
Platz 2:
Der zweitteuerste Aufsichtsrat, wenn man so will, war 2014 Paul Achleitner. Er brachte es bei der Deutschen Bank auf 818.548 Euro Vergütung.
Platz 1:
Ferdinand Piëch bekam für sein Aufsichtsratsmandat bei Volkswagen im Jahr 2014 1.186.500 Euro. Nach dem verlorenen Machtkampf gegen VW-Chef Martin Winterkorn zog sich VW-Patriarch Piëch 2015 aus dem Aufsichtsrat zurück. Im Durchschnitt erhielt ein Chefkontrolleur eines Dax-Konzerns laut DSW-Studie 365.000 Euro.
Die Macht eines Aufsichtsrats bemisst sich jedoch auch in der Zahl der Mandate - viele Aufsichtsräte sind für mehrere Unternehmen als Kontrolleur tätig. Die DSW wertet auch das Gewicht eines Aufsichtsratsmandats aus. Zehn Punkte zum Beispiel bringt ein Aufsichtsratsvorsitz in Kombination mit mindestens einem Vorsitz eines Ausschusses. Ein einfaches AR-Mandat dagegen bringt nur vier Punkte. Wer also sind nach dieser Berechnung die mächtigsten Aufsichtsräte Deutschlands?
Platz 11 geht an Karl-Ludwig Kley . In der Punktewertung des DSW kommt er auf 26 Punkte. Kley ist zum Beispiel bei BMW aktiv und bei der Deutschen Lufthansa.
Einen Rang höher auf Platz 10 der einflussreichsten Aufsichtsräte konnte sich Klaus-Peter Müller platzieren. Mit 27 Punkten hat er allerdings nur einen knappen Vorsprung. Müller sitzt in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne Commerzbank, Fresenius und Linde.
29 Punkte in der DSW-Wertung wurden zweimal erreicht. Den achten Platz teilen sich Helmut Perlet, der bei Allianz und Commerzbank als Aufsichtsrat aktiv ist. . .
. . . und Gerd Krick , der bei Fresenius Medical Care und bei Fresenius im Aufsichtsrat sitzt.
31 Punkte sammelte Henning Kagermann. Der SAP-Mitgründer kontrolliert als Multi-Aufsichtsrat die Dax-Konzerne BMW, Deutsche Bank, Deutsche Post und Münchener Rück. Das macht Rang 7 im Ranking der DSW.
Michael Diekmann erreichte 33 Punkte, das ist Rang 6. In welchen Aufsichtsräten war er 2014 aktiv? BASF, Fresenius, Linde, Siemens.
Manfred Schneider kommt ebenfalls auf 35 Punkte. Schneider kann mit Mandaten von Linde und RWE aufwarten.
Platz 3 in der Liste der mächtigsten Aufsichtsräte geht an Wolfgang Mayrhuber. Er kontrolliert die Deutsche Lufthansa, Infineon und die Münchener Rück - zum Teil in herausgehobenen Positionen. Das ist der DSW 39 Punkte wert.
Ex-Henkel-Chef Ulrich Lehner ist mit 50 Punkten laut DSW der zweitmächtigste Aufsichtsrat in Deutschland. Die Liste seiner Mandate: Telekom, E.on, Thyssen Krupp - und dazu ist Lehner noch im Gesellschafterausschuss von Henkel aktiv.
Mr. Aufsichtsrat 2014 ist Werner Wenning. Er erreichte 52 Punkte. Wenning sitzt in den Aufsichtsräten von Bayer, E.on, Siemens und war im Jahr 2014 darüber hinaus noch im Gesellschafterausschuss von Henkel aktiv.