"Die nackte Kanone" - DER SPIEGEL
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"Die nackte Kanone" Flacher als die Polizei erlaubt

Drei Pointen pro Minute: Ende der Achtziger versetzte eine Spezialeinheit das Kinopublikum in schallendes Gelächter. Leslie Nielsen mischte in seiner Rolle als Polizeiinspektor Drebin mit flachen Gags und absurdem Humor das Verständnis von Komik gründlich auf - davon hat sich das Kino bis heute nicht erholt.
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Anna Nicole Smith und Leslie Nielsen: Die Hauptfigur der Reihe "Die nackten Kanone" war der Polizist Frank Drebin, gespielt von Leslie Nielsen. Er konnte es zwar mit allen Superschurken der Welt gleichzeitig aufnehmen, doch er hatte auch das Talent, mit einer falschen Bewegung eine Kettenreaktion auszulösen, die zum Beispiel zum Einsturz eines Hochhauses führte. Hier in einer Szene aus "Die Nackte Kanone 33 1/3" mit Anna Nicole Smith als Tanya Peters.

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Der die Patrone reitet: Die Filme aus der "Nackten Kanone"-Reihe um den Polizisten Frank Drebin waren ein wilder Ritt durch alle Arten von Gags, Slapstick, Wortwitze und Genre-Parodien. Beliebtes Stilmittel: die langsame Eskalation von Aufzählungen und Handlungen ins Absurde oder auch gezieltes Sich-Falsch-Verstehen.

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Suche nach Halt: In einer atemlosen Geschwindigkeit hangelte sich Frank Drebin in "Die nackte Kanone" von einer flachen Pointe zur nächsten. So musste er beispielsweise im ersten Film von 1988 in luftiger Höhe an einer mit nackten Statuen geschmückten Häuserfassade entlangklettern. Seine Mimik dabei war ein Brüller.

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Spritzattacke: Auf etwa diesem Niveau bewegten sich die Witze in "Die nackte Kanone"

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Mit vereinten Kräften: Der zweite Teil, "Die nackte Kanone 2 1/2" lief 1991 in den Kinos und überbot seinen Vorgänger noch an Absurdität, unter anderem mit umwerfendem Slapstick. Hier eine Szene mit Leslie Nielsen alias Frank Drebin beim Hummer-Essen.

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Hände hoch! Mindestens drei Lacher pro Minute hatten sich die Macher von "Die nackte Kanone" vorgenommen - dazu war ihnen jedes Mittel recht. Wichtig waren dabei immer auch Parodien auf andere bekannte Filme, wie hier eine Anspielung auf die "Alien"-Reihe.

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Seitenwechsel: Frank Drebins glückloser Assistent Nordberg in "Die nackte Kanone" wurde von dem Ex-Football-Star O. J. Simpson gespielt. Im echten Leben wurde dieser allerdings 1994 nach einer spektakulären Verfolgungsjagd von der Polizei verhaftet und wegen Mordes an seiner Ex-Frau und ihrem neuen Freund angeklagt.

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S.O.S. - Pointe im Anflug: Ein Vorgänger der "Nackten Kanone"-Reihe ist der Katastrophen-Klamauk "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" von 1980. Sämtliche Flugzeugunglücke, die sich Filmemacher bis dahin ausgedacht hatten, wurde hier parodiert. Freunde von flachen Witzen kamen dabei voll auf ihre Kosten, wenn beispielsweise eine aufblasbare Puppe erschien, nachdem der Knopf "Autopilot" gedrückt wurde.

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Polizei-Parodie: Die "Nackte Kanone"-Filme markierten den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung, die bereits seit den späten Sechzigern lief. So hatte beispielsweise der Drehbuchautor Pat Proft bereits an der Kult-Reihe "Police Academy" mitgearbeitet. Der erste Film um einen Haufen schusseliger Polizeikadetten war 1984 erschienen.

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Alter Pennälerstreich: Die Witze in den "Police Academy"-Filmen wurden nicht nur immer absurder, sondern auch flacher, wie hier in einer Szene aus dem sechsten Teil "Widerstand zwecklos" von 1989. Der siebte und bislang letzte Film aus der Serie kam 1994 in die Kinos: "Mission in Moskau".

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Sex, Nachrichten und Gewalt: Mit einem Budget von gerade einmal 650.000 US-Dollar drehten David und Jerry Zucker 1977 ihr absurdes Erstlingswerk "Kentucky Fried Movie". Der Film bestand aus etlichen kurzen Episoden, die von Porno-Filmtrailern über schiefgelaufene Nachrichten bis zu Werbespots für Kopfschmerztabletten reichten.

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Kentucky Fried Movie: Die Brüder David und Jerry Zucker hatten schon lange vor den "Nackte Kanone"-Filmen gemeinsam mit Jim Abrahams das "Kentucky Fried Theatre" gegründet, eine Comedybühne, die es über die Jahre zu so großem Erfolg brachte, dass 1977 der Film "Kentucky Fried Movie" entstand. Regie führte damals John Landis, der anschließend allerdings nicht mit den Zucker-Brüder weiterarbeitete, sondern 1980 mit "Blues Brothers" einen großen Hit landete.

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John Landis: Der Regisseur zeigt der Presse gern auch mal den gestreckten Mittelfinger, wie hier 2003. Insider verehren ihn aber lieber für die Regie von "Kentucky Fried Movie" und "Blues Brothers".

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?