Ausrutscher im TV Falsche Flaggen, vertauschte Ansprachen
Unter falscher Flagge: In den "Tagesthemen" vom 21. Juni 2008 blendete die Redaktion eine Grafik mit der türkischen und einer anderen Fahne ein - die deutsche war es nicht. Dabei sollte es in dem Bericht, den "Tagesthemen"-Anchorman Tom Buhrow gerade anmoderierte, um das bevorstehende EM-Halbfinale zwischen der Türkei und Deutschland gehen.
Bild Höppner, Stimme Biedenkopf: Der MDR sendete 2001 zwar die richtige Neujahrsansprache, nämlich von Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reinhard Höppner (l., SPD). Von der Tonspur erschall allerdings die Stimme von Höppners Amtskollegen Kurt Biedenkopf (r., CDU), seinerzeit Ministerpräsident des benachbarten Freistaats Sachsen. Die Panne offenbarte die mitunter speziellen Probleme, die öffentlich-rechtlichen Mehrländeranstalten auftreten können. Das Bild zeigt die beiden Politiker bei einer Bundesratssitzung am 30. März 2001.
Carmen Thomas und "Schalke 05": Carmen Thomas, die erste Moderatorin der ZDF-Sendung "Aktuelles Sportstudio", wurde 1973 mit einem Versprecher zur Legende, der zum geflügelten Wort avancierte: "Schalke 05". Es war dies gewissermaßen die Mutter aller Sportreporterpatzer. Die Aufnahme zeigt Thomas 1976.
Warmes Reich: Kurz vor seiner Pensionierung leistete sich ZDF-Metereologe Dr. Uwe Wesp am 5. Juli 2007 im "heute jounal"einen peinlichen Wetter-Versprecher: "Am Sonntag ist es im ganzen deutschen Reich... äh, Bereich, recht warm..."
Knockout für Waldi: ARD-Sportreporter Waldemar Hartmann (l.) verkündete im Januar 2007 live vor 7,5 Millionen Zuschauern die Nachricht vom Ableben des früheren Box-Europameisters Jürgen Blin (r.) in die Kamera. Der erfreute sich allerdings bester Gesundheit - und verlangte eine Richtigstellung in der "Tagesschau".
Wolken aus Ost und West: Auf einen kleinen logischen Konflikt reagierte ARD-Wetterfee Claudia Kleinert mit einem kleinen Ausraster. "Die Wolken kommen aus Osten und aus Westen", stellte sie fest - um sich sogleich mit Schenkelklopfen und überschlagender Stimme selbst zu kommentieren: "Mensch gibts denn das? Bin ich doof oder was?"
Wer wird Millionär: Große Wellen schlug ein Patzer der Macher von Günther Jauchs "Wer wird Millionär" im Oktober 2005 - einem Kandidaten waren vier falsche Lösungsvorschläge angeboten worden, woraufhin der logischerweise ausschied. Der Fehler war passiert, weil die Redaktion dem Brockhaus-Lexikon entnommen hatten, dass der Physik-Nobelpreisträger Niels Bohr auch Fußballnationalspieler gewesen sei. Tatsächlich hatte einmal Bohrs Bruder das dänische Nationaltrikot getragen - der düpierte Kandidat durfte daraufhin noch einmal bei Jauch antreten und gewann 125.000 Euro.
Alter Kohl: An Silvester 1986 brachte das Erste wie gewohnt nach der Tagesschau die Neujahrsansprache des Bundeskanzlers - nur diesmal leider die falsche. Als der Regierungschef nach zwanzig Minuten seinen lieben Mitbürgern ein "friedvolles 1986" wünschte, brach die Hölle los. Der Kanzler selbst äußerte sich "empört", andere Unionspolitiker witterten gar Sabotage durch linke Redakteure. Hunderte Anrufer beschimpften den ahnungslosen Pförtner des WDR. Bis heute gilt diese Verwechslung als der größte Bildschirmblamage der neueren Fernsehgeschichte.
Der Schattenmann: Gute Miene zum seltsamen Spiel zu machen, ist oberste Pflicht für TV-Moderatoren - denn sonst wird alles nur noch schlimmer. Was mag "Tagesschau"-Sprecherin Susanne Daubner gedacht haben, als ein Putzmann während der Live-Sendung ins Studio schneite und in aller Ruhe den Papierkorb ausleerte? Immerhin bewies der NDR Humor und nahm die Szene in seine Sendung "Die lustigsten TV-Pannen" auf.
Zahlensalat: Lottofee Franziska Reichenbacher steigerte 2005 die Spannung für Lottospieler mit einem Fauxpas fast ins Unermessliche. Kaum war die Zusatzzahl gefallen - die 18 - verkündete Reichenbacher mit engelsgleicher Unschuldsmiene als Zusatzzahl die 8. Bei Tippern, die sich dicht am Millionengewinn wähnten, dürfte der Fehler schweres Herzkammerflimmern ausgelöst haben.
Bierselig: Sportreporter-Urgestein Jörg Wontorra hielt gegen Ende seiner DSF-Sendung "Doppelpass" gern ein Bierchen der Marke des Sponsors in die Kamera. Einmal führte die Allgegenwart des Gerstensafts in der Sendung aber zu Ungemach, als sich von einem wackeligen Tablett der Inhalt von gleich fünf gut gefüllten Weißbiergläsern über den Moderator ergoss.
Chaos bei XY: Multiples Technikversagen ereilte einmal TV-Legende Eduard Zimmermann und sein Team bei der Liveschalte im Fernsehklassiker "Aktenzeichen XY ungelöst". Lautes mechanisches Klackern im Hintergrund, Moderatorenstimmen im Endlos-Echo, zuckende Bilder, Fehlschaltungen und Lichtausfall im Zürcher Studio legte zeitweise fast die Sendung lahm. Dass da auch Versprecher nicht ausblieben, war den Moderatoren fast schon nachzusehen.