Die Risiken des Eistourismus - DER SPIEGEL
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Jedermann-Expeditionen Die Risiken des Eistourismus

Sehen Sie die Polarregionen, solange das noch geht: Fast scheint es, als folgten Eis-Kreuzfahrten diesem Motto. Polarreisen versprechen exklusive Erlebnisse, werden aber zunehmend zum Problem. Sie sind ein wachsendes Risiko für die Umwelt - aber auch noch immer ein Risiko in sich.
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Die "Akademik Shokalskiy": Gerade die Veranstalter exklusiver Touren verkaufen ihre Kreuzfahrten gern als "Expeditionen". Zum Einsatz kommen dann gern mittelgroße ehemalige Forschungsschiffe. Der "Shokalskiy" fehlte es nun an Kraft und Masse, sich aus dem Packeis freizukämpfen, was eine international koordinierte Rettungsaktion mit schwer kalkulierbaren Kosten nötig machte.

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Auch große Schiffe sind aber keineswegs gefeit vor den Gefahren der polaren Meere. Im Dezember 2010 geriet das Kreuzfahrtschiff "Clelia II" in Seenot, nachdem es in arktischer See von einer Riesenwelle lahmgelegt wurde - ein gefährlicher Alptraum für die 165 Abenteuer-Touristen und Besatzungsmitglieder. Die hatten schon Übung: Im Jahr davor war die "Clelia II" in der Antarktis auf Grund gelaufen und musste befreit werden.

Foto: AP
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Im Dezember 2008 erwischte es die "Ushuaia": Nachdem sie im antarktischen Meer südlich von Argentien auf einen Felsen auflief, zog sie nicht nur Wasser, sondern verlor auch Treibstoff. Das ist fast ein Sinnbild für die zweifache Gefährdung durch den Eistourismus - durch und für die Umwelt.

Foto: STRINGER/ARGENTINA/ REUTERS
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Die Eis-Idylle hat zahlreiche Tücken. 2007 wurden 17 britische Touristen und ein russisches Besatzungsmitglied verletzt, als Eisbrocken einer kollabierenden Eisklippe auf das Kreuzfahrtschiff "Alexej Maryshev" hinabstürzten.

Foto: AFP / Governor of Svalbard / Scanpix Norway
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Seenotfälle erleben die polaren Meere auch schon ohne den Eistourismus genug. Im Dezember 2011 erwischte es das Fischerboot "Sparta". Die Besatzung hatte sich...

Foto: Yna/ dpa
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...zweitweilig mit Rettungsbooten auf das Eis retten müssen, nachdem der Rumpf des Trawlers von Eis aufgerissen worden war. Nach notdürftigem Flicken des Lecks konnte die "Sparta" abgeschleppt werden.

Foto: REUTERS/United States Air Force
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Eigentlich suchen Eistouristen nur die Einsamkeit und Idylle der letzten vermeintlich unberührten Flecken auf diesem Planeten. Das ist mittlerweile eine Illussion: Zu dem Zeitpunkt, als am 24. Dezember 2013 die "Akademik Shokalskiy" ihre Notrufe absetzte, tummelten sich allein am Rand des Ross-Shelfs in der Antarktis acht Kreuzfahrtschiffe im Umkreis von 50 Kilometern.

Foto: Hapag-Lloyd/ picture-alliance/ dpa
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Das ist zunehmend problematisch, weil jeder der Hunderte Touristen natürlich auch seine Naturerlebnisse sucht. In vielen Regionen wird inzwischen der Zugang zu den dortigen Tierbeständen reglementiert.

Foto: STAFF/ Reuters
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In den nördlichen Polarregionen kann der sogar richtig problematisch werden. Eisbären, durch rapiden Eisrückgang und Veränderung ihrer Biotope unter erheblichem Druck, mögen spektakuläre, schöne Tiere sein, sie sind aber auch gefährlich: 2011 tötete ein Eisbär...

Foto: Hinrich Bäsemann/ dpa
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...auf Spitzbergen einen 17-jährigen Jugendlichen, der mit einer Campinggruppe unterwegs war. Andere Touristen wurden verletzt.

Foto: SPIEGEL ONLINE
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