Die Schmeichler von Kabukicho - DER SPIEGEL
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Japan Die Schmeichler von Kabukicho

Reiche Japanerinnen haben ein Mittel gegen den Verlust von Romantik in ihren Beziehungen entdeckt. Sie besorgen sich Zuneigung bei männlichen Hostessen. Ein Milliardengeschäft.
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In Japan steigt die Zahl der Menschen, die nicht in Beziehungen leben oder keinen Sex haben. Medienberichten zufolge nimmt dabei auch die Zahl vermögender Japanerinnen zu, die sich Zuneigung einfach kaufen.

Foto: BEHROUZ MEHRI/ AFP
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In einem der rund 800 Host-Klubs des Landes buchen sie junge Männer. Zum Süßholzraspeln, zur Unterhaltung - und manchmal auch, um Sex zu haben.

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Die männlichen Hostessen verkaufen Aufmerksamkeit und Romantik, die vielen ihrer Kundinnen im Alltag fehlen. "Hosts existieren, um eine Leere in jemandes Leben zu füllen", sagt der ehemalige Unterhalter Ken Ichijo.

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Eine Frau tanzt mit einer männlichen Hostess in einem Nachtklub im Tokioter Rotlichtviertel Kubkicho. Der Handel mit der Romantik ist in Japan ein Milliardengeschäft.

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"Als ich 20 war, hat mir eine Kundin einen Porsche gekauft", sagt der ehemalige Host Sho Takami. Heute besitzt er selbst mehrere Klubs. Hier sind männliche Hostessen mit einer Kundin in einem der Etablissements zu sehen.

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Frauen zwischen Mitte Zwanzig und Sechzig überhäufen die jungen Männer mit teuren Geschenken. Uhren, Sportwagen und sogar Wohnungen gehören zu den Aufmerksamkeiten.

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Die Klubs und ihre Hostessen verheißen den Japanerinnen Romantik und Zuneigung - gegen Bares.

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Wie die "South China Morning Post" berichtet, zeigen viele Klubs vor ihren Türen riesige Fotos der erfolgreichsten "Hosts" - gestaffelt nach Einnahmen.

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Der Host Haruma und seine Kollegen schenken Champagner ein. Das Phänomen des männlichen Unterhalters existiert in seiner modernen Form in Japan seit Beginn der Siebzigerjahre.

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Männliche Hostessen feiern den Geburtstag ihres Kollegen Haruma in einem Klub im Rotlichtviertel Kabukicho. Rund 260 der "Host-Klubs" sind in der japanischen Hauptstadt angesiedelt.

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Eine Frau läuft vor einem der Klubs in Kabukicho vorbei, der mit den Porträts seiner männlichen Hostessen wirbt. "Wir sind hier, um den gesellschaftlichen Fortschritt der Frauen zu unterstützen", sagt der ehemalige Host Sho Takami.

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Ein Host wartet auf seine Kundin. Die Arbeit sei ein 24-Stunden-Job, sagt Sho Takami. Nach einer durchzechten Nacht stehe oft schon mittags ein Treffen mit der nächsten Kundin an.

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Eine männliche Hostess reinigt den Boden eines Klubs in Tokyo mit dem Staubsauger. Neben Süßholzraspeln und Champagnerschlürfen eine der vielen Aufgaben der Männer.

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Host Noel und seine Kundin Megumi Suzuki verlassen einen Klub im Stadtteil Kabukicho. Sex kann, muss aber kein Bestandteil der Vereinbarung sein.

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"Wir verkaufen Träume", sagt der Nachtklubbesitzer Ken Ichijo. "Du lügst, dass du sie liebst und bekommst dafür einen Haufen Geld."

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Eine männliche Hostess gibt sich mit Eyeliner den letzten Schliff. Um in dem umkämpften Markt bestehen zu können, achten die "Hosts" sehr auf ihr Äußeres: extravagante Frisuren, Selbstbräuner und lässige Kleidung gehören zum Standard.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?