Deutschlands Nord- und Ostseestrände Spiekeroog bis Zinnowitz
Spiekeroog
Auf Spiekeroog steht die Zeit still. Keine Hektik. Kein Lärm. Kein Stress. Keine Abgase. Mit dem Bollerwagen zuckelt man zum 15 Kilometer langen Sandstrand. Nirgendwo an der Nordsee sonst kann man Einsamkeit, Freiheit und Weite so intensiv spüren. Der Sand ist fein, fast zart. Im Westen tummeln sich die Kitesurfer und die Zelturlauber.
Lesen Sie hier mehr: Spiekeroog: Das pure Glück auf 18,25 Quadratkilometern
St. Peter-Ording
Zwölf Kilometer ist der Strand in St. Peter-Ording lang und in der Hochsaison ziemlich überlaufen. Wer die Ruhe sucht, findet sie trotzdem - abseits der Badestellen, im Vorland oder bei einem Gang durch die Dünenlandschaft. Spaziergänger sind hier richtig ebenso wie Jogger, Familien, wie Kitesurfer oder Strandsegler. Der Sand ist mal weich und mal hart, der Blick immer weit. Wer einmal nachts das Meeresleuchten erlebt hat, vergisst dies nie.
Am schönsten sind die milden Sommerabende, wenn sich der Strand schon geleert hat. Ein Bad im Abendlicht? Unbezahlbar.
Lesen Sie hier mehr:
St. Peter-Ording: Strand, Beachpartys und milde Sommernächte
Wenningstedt auf Sylt
Auf Sylt, in Wenningstedt, am letzten Zugang vor Kampen tobt das manierliche Leben, da laufen oder dösen Hunde, spielen Kinder, da kann man aufregende Strandmoden begutachten - und vor allem: Essen und Trinken in Hülle, Fülle und achtbarer Qualität befinden sich in Gehweite. Die Wellen verdienen auch den Namen, der Strand ist anständig breit und feinsandig, die Dünen sorgen für ein ästhetisch äquivalentes Weichbild. Liegen gibt es keine, aber geräumige Körbe. Ist halt die Möbel-Folklore vor Ort. Geht auch.
Lesen Sie hier mehr: Wenningstedt auf Sylt: Hier tobt das manierliche Leben
Keitum auf Sylt
Meer ohne Strand - auch das kann ein Traum sein. In Keitum auf Sylt braucht es keine bunten Schwimmenten, um Kinder zu animieren. Keitum, einst Hauptstadt von Sylt, ist ein Paradies für Kinder, auch ohne Eiskiosk und Luftmatratze. Keitum ist übrigens auch für Erwachsene ein hinreißendes Reiseziel. Hier gibt es hundertjährige Kastanien, friesische Teestuben und ofenfrischen Kuchen.
Lesen Sie hier mehr: Keitum auf Sylt: Wattspielplatz und friesische Teestuben
Kniepsand auf Amrum
Die Kniepsand ist morgens ein Traum für Jogger. Hier kann man die Laufschuhe ausziehen und die Zehen in den noch kalten Sand graben. Wohin man auch schaut, sieht man keine Menschenseele. Man ist allein an einem der größten Sandstrände Europas. Nur eine leichte Brise weht, die Wellen laufen sanft aus und weisen einem den Weg. Man kann durchs knöcheltiefe Wasser rennen und sich vom Platschen des Wassers begleiten lassen. Und in weiter Ferne erkennt man die Strandkörbe von Nebel, in denen man geschützt vor der Sonne am Nachmittag entspannen kann.
Lesen Sie hier mehr: Kniepsand auf Amrum: Traumstrand für Jogger
Region Angeln in Schleswig-Holstein
Außerhalb des Sommers verleiten die Strände Angelns Besucher zu dem Eindruck, den letzten Überlebenden der Art Homo sapiens anzugehören, so herrlich einsam ist es dort im Nordosten Schleswig-Holsteins. Schnell das Segel aufs Surfbrett, ins Wasser stürzen und zu sich selbst zurückkehren. Im Süden blinkt der Leuchtturm von Schleimünde, das einzige Zeichen der Zivilisation.
Lesen Sie hier mehr: Angeln in Schleswig-Holstein: Herrlich einsam
Kalifornien in Schleswig-Holstein
Diesen Strand muss man alleine wegen seines Namens lieben. Kalifornien! Dass es keinen schöneren Platz zum Baden gibt, weiß doch jeder. Die Rede ist von Kalifornien in Schleswig-Holstein. Der Ortsteil von Schönberg, 20 Kilometer nordöstlich von Kiel, heißt tatsächlich so. Und: Hier darf auch der Hund mit an den Strand. Kalifornien ist herrlich unaufgeregt, da kommt es seinem amerikanischen Namensvetter recht nahe. Nur die Selbstdarsteller in ihren knappen Höschen und neonfarbenen Muskelshirts sucht man hier vergeblich. Und wer schon mal in der Abendsonne auf dem Deich in Kalifornien ein Fischbrötchen gegessen hat, der lässt sich sowieso von nichts mehr die Laune verderben.
Lesen Sie hier mehr: Kalifornien an der Ostsee: Hier kann auch der Hund mit
Eckernförde an der Ostsee
Wenn der Sommer in Eckernförde angekommen ist, ist der endlose Herbstwintermischmasch ohne richtigen Schnee, der Sturm und der Dauerregen vergessen. Die Fußgängerzone riecht an heißen Tagen nach Sonnencreme und Softeis. Sand häufelt sich in den Geschäften an, von Strandbesuchern eingeschleppt. Die Eistruhen sind leer gekauft, die Abende an versteckten Stränden irgendwo in der Bucht sind endlos. Dieses Gefühl, dass der Sommer einfach nicht mehr aufhört.
Lesen Sie hier mehr: Eckernförde an der Ostsee: Die Softeis-Zone
Klützer Winkel an der Ostsee
Der Klützer Winkel gehörte zu jenem Teil der Lübecker Bucht, der zur DDR gehörte und in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Es ist eine dieser wunderbar einsamen Ecken der Republik, wie man sie nur in ihrem Osten findet. Aus Angst, seine Bürger könnten von hier aus in den Westen schwimmen, verbot das DDR-Regime ihnen jahrzehntelang den Zugang zu diesen Stränden. Auch 24 Jahre nach der Wiedervereinigung ist der Kommerz noch nicht eingezogen: An den Stränden im Klützer Winkel gibt es keine Strandkörbe, keine Kurtaxe, keine Eisbuden. Hier findet man keine Seebrücken, keine Yachthäfen, und in der Nebensaison trifft man kaum auf andere Menschen. Dafür gibt es Dünen und Strandhafer, rundgeschliffene Steine und Muschelbruch. Und mit Algengirlanden umrankten Naturstrand, wie er im Westen, zwischen dem Priwall und Pelzerhaken, lange verschwunden ist.
Lesen Sie hier mehr: Klützer Winkel an der Ostsee: Der einsame Strand
Weststrand am Darß
Der Weststrand am Darß, mitten im Naturschutzgebiet gelegen, verkörpert die Kraft von Meer und Wind. Ein kleines Stück Wildnis im geordneten Deutschland. Kontinuierlich trägt die Strömung die weißen Sandmassen davon und lagert sie weiter im Norden wieder an. Windflüchter beugen sich über den Sandstreifen, vom Sturm umgeworfene Bäume liegen quer auf dem Strand. Kein Kiosk. Kein Auto. Kein Strandkorb. Nur die Weiten des Meeres, der feine Sand, der zwischen den Fußzehen rieselt, und raue, unberührte Natur.
Lesen Sie hier mehr: Darß: Der Weststrand - ein kleines Stück Wildnis in Deutschland
Zinnowitz auf Usedom
Frühmorgens taucht sie als glutroter Feuerball aus der Ostsee auf, abends versinkt sie über den Wäldern und Wiesen von Usedom. Die Sonne ist der treueste Dauergast auf Deutschlands zweitgrößter Insel. 1869 Stunden scheint sie dort im langfristigen Durchschnitt pro Jahr, wie der Deutsche Wetterdienst über 30 Jahre hinweg in seiner Station am Kap Arkona gemessen hat.
Was Usedom neben Sonne sonst noch zu bieten hat: Elf zertifizierte Wellness-Hotels sind Europarekord. Und auch der Strand ist spitze: Bis zu 70 Meter breit funkelt er im Sonnenlicht an manchen Tagen wie auf einer Insel der Malediven, auf die sich Hunderte Strandkörbe verirrt haben.
Lesen Sie hier mehr: Zinnowitz auf Usedom: Deutschlands sonnigster Ort
Övelgönne in Hamburg
Sand zwischen den Zehen kleben zu haben, das ist kein typisches Stadtgefühl. Aber mancherorts ist Hamburg auch keine typische Stadt. In Oevelgönne zum Beispiel ist der Bürgersteig aus Sand. Die Straße ein Fluss. Und das, was darauf fährt, sind nicht Autos, sondern Frachtschiffe, die Tausende Container fassen. Der Elbstrand in Hamburg gehört zu den schönsten Flecken der Hansestadt. Wer braucht schon einen aquamarinblauen Ozean, wenn er die gelbstichige Elbbrühe haben kann? Inklusive hungriger Möwen, die den Schleppern hinterherhetzen. Den Wellen, die größer werden, wenn ein Schiff vorbeikommt. Und der Strandperle, einem kleinen Kiosk, der immer ein eiskaltes Alsterwasser und eine Bockwurst oder ein Fischbrötchen bereithält.
Lesen Sie hier mehr: Elbstrand in Övelgönne, Hamburg: Sonnenbad mit Schiffblick
Bassenfleth an der Elbe
Auch Bassenfleth gehört zu den schönsten Stränden Deutschlands. Hinterm Deich an der Unterelbe ist so viel zu sehen: die riesigen Schiffe, von weitem nur Punkte am Horizont, die man freudig erwartet, bis sie groß und majestätisch in nur wenigen hundert Metern Entfernung an einem vorbeifahren, unterwegs nach Hamburg. Oder in umgekehrte Richtung raus in die Nordsee, immer kleiner werdend, bis sie ganz verschwunden sind. Die Wellen, die die Pötte verursachen. Das Rauschen, das einen die große, weite Welt da draußen erahnen lässt.
Lesen Sie hier mehr: Bassenfleth an der Elbe: Der Traum von Fernurlaub