Die verrückten Mitford-Schwestern - DER SPIEGEL
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Die verrückten Mitford-Schwestern "Heil Hitler! Love, Bobo"

Verwandt mit Churchill, verliebt in den "Führer": Die britische Aristokratin Unity Mitford ging in die Geschichte ein - als Hitlers Groupie. Zusammen mit ihren fünf exzentrischen Schwestern genoss sie zwischen den Weltkriegen das frivole Leben der Upperclass und provozierte Skandale in ganz Europa. Von Peter Münder
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Diana Mitford und "Putzi" Hanfstaengl: Diana Mitford sitzt während des "Reichsparteitages" der NSDAP vom 30. August bis zum 3. September 1933 in Nürnberg mit Ernst Hanfstaengl auf der Tribüne. Hanfstaengl, genannt "Putzi", hatte in Harvard studiert und war mit Churchills Sohn Randolph befreundet. Er hatte früh Hitler mit den "besseren Kreisen" bekannt gemacht und diente dem "Führer" als Auslandspressechef der NSDAP. Nachdem Unity und Diana Mitford sich ihm gegenüber auf einer Londoner Party besorgt über die Judenprogrome in Deutschland nach der "Machtübernahme" geäußert hatten, lud Hanfstaengel die beiden Schwestern nach Nürnberg zum Parteitag ein, um ihnen das "neue Deutschland" vorzuführen - mit durchschlagendem Erfolg.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Adolf Hitler und Unity Mitford: Bewundernd schaut die britische Aristokratentochter in dieser um 1937 im Englischen Garten in München entstandenen Aufnahme auf ihr Idol Adolf Hitler. Der "Führer" seinerseits schätzte Unity nicht nur wegen ihrer hervorragenden Kontakte in die britische Oberschicht, sondern auch als "perfekte" Arierin. Seine Geliebte Eva Braun stürzte das Auftauchen der attraktiven Rivalin dagegen in Depressionen, die in einen Selbstmordversuch mündeten.

Foto: ullstein bild
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Lady mit Parteiabzeichen: Unity Valkyrie Mitford verehrte Adolf Hitler und zog eigens nach Deutschland, um dem "Führer" nahe zu sein. Tatsächlich gelang es ihr 1935, in einem Münchner Lokal Hitlers Bekanntschaft zu machen und eine enge Freundschaft zum Diktator aufzubauen. Das Bild zeigt die überzeugte Nationalsozialistin in einer Aufnahme vom 11. August 1938 - an ihrem Kleid prangt das Hakenkreuz der NSDAP.

Foto: Getty Images
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Drei Mitford-Schwestern: Unity, Diana und Nancy (v.l.) - drei der sechs Mitford-Schwestern, aufgenommen 1932 bei der Hochzeit von Lord Stanley of Aldernay. Während Unity und Diana offen dem Faschismus anhingen, karikierte Nancy in erfolgreichen Romanen das Leben der britischen Upper Class mit bissigem Humor.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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Unity mit Julius Streicher: Unity Mitford steht am 23. Juni 1935 neben Gauleiter Julius Streicher auf dem Rednerpult des "Frankentages". Die zwischen 1933 und 1939 auf dem Hesselberg bei Gerolfingen abgehaltenen Aufmärsche waren neben den NSDAP-Reichsparteitagen in Nürnberg die größten NS-Kundgebungen in Franken.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Heinrich Hoffmann
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Die Nazi-Schwestern: Unity (L.) und Diana Mitford bekannten sich offen zu Hitler. Diese Aufnahme vom Dezember 1935 zeigt sie mit den beiden Söhnen Dianas aus ihrer ersten Ehe mit dem Brauerei-Erben Bryan Walter Guinness. 1932 hatte sie Guiness für den Gründer und Führer der "British Fascist Party" Sir Oswald Mosley verlassen.

Foto: Getty Images
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Plausch mit dem "Führer": Im Oktober 1938 besuchte die Familie Mitford den Obersalzberg, Hitlers Refugium bei Berchtesgaden. Das bei diesem Anlass im Kehlsteinhaus am 21. Oktober entstandene Bild zeigt (von rechts nach links) Eva Braun, Adolf Hitler, Magda Goebbels und Gerda Bormann, Ehefrau des Leiters der NSDAP-Parteikanzlei, Martin Bormann.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Nazi im Abendkleid: Diana Mitford, die ihre faschistische Überzeugung bis zu ihrem Tod 2003 nicht ablegte, in einer Aufnahme vom 17. März 1933. Kurz darauf reiste sie nach Nazi-Deutschland und nahm in Nürnberg am ersten NSDAP-Parteitag nach der "Machtergreifung" Hitlers teil.

Foto: Getty Images
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Faschistenführer Mosley: Sir Oswald Mosley, Gründer und Anführer der British Union of Fascists, grüßt im Oktober 1936 in der Royal Mint Street in London angetretene Mitglieder in Parteiuniform. Während des Krieges wurden Mosley und seine Frau Diana, geb. Mitford, von den britischen Behörden drei Jahre lang als "gefährliche Personen" interniert.

Foto: Getty Images
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Ungleiche Schwestern: Die beiden Mitford-Schwestern Jessica (r.) und Unity1923 im Alter von sechs und neun Jahren im elterlichen Garten. Als Teenager verfiel Unity Hitler und dem Faschismus, Jessica dem Kommunismus.

Foto: Getty Images
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Kugel im Kopf: Unity Mitford wird am 4. Januar 1940 auf einer Tragbahre aus einem Hotel in Folkestone (England) zu einem Krankenwagen gebracht. Nach der Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland im September 1939 hatte sich die Verehrerin Adolf Hitlers im Englischen Garten in München zu erschießen versucht, jedoch schwer verletzt mit einer Kugel im Kopf überlebt. Mit nur 34 Jahren starb sie 1948 an den Folgen der Verwundung.

Foto: Fred Ramage/ Getty Images
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Die Churchills: Das Ehepaar Winston und Clementine Churchill (Bildmitte) mit ihren Kindern Diana und Randolph sowie dem Schauspieler Charlie Chaplin (r.) im Juli 1931 in Chartwell. Ganz links steht Tom Mitford, einziger Bruder der Mitford-Schwestern, der 1945 als Soldat in Burma fiel - Clementine Churchill war eine Cousine der Mitfords.

Foto: Getty Images
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Adelige Kommunistin: Jessica Mitford, genannt "Decca", wandte sich als einzige der Mitford-Schwestern dem Kommunismus zu. 1936 ging sie nach Spanien, um im Bürgerkrieg die Republikaner gegen Francos Faschisten zu unterstützen. Die Aufnahme zeigt Jessica am 9. März 1937 in Bermeo, westlich von San Sebastian.

Foto: Getty Images
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Herzogliche Hochzeit: Am 19. April 1941 heiratete Deborah, die jüngste der Mitford-Schwestern, den Herzog von Devonshire. Anders als bei ihren Schwestern hielt die Ehe bis zu Tod des Herzogs im Jahre 2004, und auch ansonsten fiel Deborah nicht durch besondere Exzesse auf - ihr einziger Spleen blieb eine Vorliebe für Elvis Presley.

Foto: Getty Images
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Unity vor der NS-Parteizentrale: Unity Mitford in einer undatierten Aufnahme vor dem Münchner "Braunen Haus", der Parteizentrale der NSDAP von 1930 bis 1945. Um ihrem Idol Hitler nahe zu sein, ging Unity 1934 nach München und belegte in einer Sprachschule in der Nähe der NSDAP-Zentrale einen Deutschkurs. In einem Münchner Restaurant lernte sie Hitler zehn Monate später tatsächlich kennen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Mosley in Nürnberg: Auch Diana Mitfords Ehemann Sir Oswald Mosley (M.) besuchte Anfang September 1933 mit einer Delegation seiner British Union of Fascists den "Reichsparteitag des Sieges" in Nürnberg - hier in Begleitung eines Fotografen einer NS-Propagandakompanie (mit Kamera) und einem SS-Offizier (im Hintergrund).

Foto: Bayerische Staatsbibliothek
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