Raubsaurier Es muss nicht immer Fleisch sein
Chilesaurus diegosuarez: Der eher kleine, nur bis zu drei Meter lange Theropode wird seiner Einordnung unter die "Räuber" kaum gerecht - er "jagte" nur Pflanzen.
Und da fangen die Seltsamkeiten erst an. Völlig untypisch für Raubsaurier ist nicht nur der lange Hals. Auch zahlreiche Details im Knochenbau ...
... erinnern eher an Saurier aus völlig anderen Gruppen. Ein Fall konvergenter Evolution, sagen die Forscher: Der kleine, vegetarische eben-nicht-Raubsaurier prägte Merkmale aus, die für Saurier ganz anderer Gruppen typisch sind.
Das Modell eines Raubsauriers: Tyrannosaurus rex ist ein Theropode, wie man ihn sich vorstellt - das Musterbeispiel eines blutigen Fleischfressers. Neben diesen mörderischen Riesen ...
... hat man in den letzten Jahrzehnten auch die flinken kleinen Raubsaurier, für die hier Utahraptor steht, als fürchterliche Jäger akzeptieren gelernt: Man sieht sie als "Wölfe der Urzeit", als hochintelligente Rudeljäger - und möglicherweise als weit gefährlicher als T-rex und Co.
Aber die Gruppe der Theropoda hat weit mehr Vielfalt hervorgebracht als das. Wofür Concavenator sein "Segel" brauchte, ist den Wissenschaftlern schleierhaft.
Aus den Theropoda gingen auch die Vögel hervor - und jeder Schritt auf diesem Weg brachte andere, filigranere Formen hervor, die zum Teil auch mit Umstellungen der Ernährungsweisen einhergingen.
Federn waren unter Theropoden schon früh verbreitete Körpermerkmale. Trotz seines Schnabels, seines vergleichsweise kleinen Kopfes und seines langen Halses gehörte auch Falcarius Utahensis zu den Raubsauriern. Er gehörte zur Gruppe der Therizinosauroidea, die sich vor allem durch zwei Eigenschaften auszeichneten: Ihre oft bizarr großen, messerscharfen Klauen - und ihre vegetarische Lebensweise.
Zu den Therizinosauroidea gehörte auch Erlikosaurus andrewsi, von dem man den bisher besterhaltenen Kopf fand. Der half, den Nachweis zu führen, wie diese Theropoden ihr Futter schnitten - mit einem breiten, zahnlosen Keratin-Schnabel. Zerkleinert wurde die Nahrung dann mit vielen kleinen Zähnen.
Völlig zahnlos war Gigantoraptor, und wahrscheinlich ein Pflanzen- oder Allesfresser. Wovon sich die Vertreter der kleineren, flinken Ornithomimidae (Vordergrund) ernährten, ist umstritten. Zähne besaßen auch diese "Raubsaurier" nicht.
Linhenykus monodactylus: Viele dieser kleineren Theropoden ähnelten eben großen Laufvögeln, die ja auch ihre Nachfahren darstellen. Linhenykus gehört ins Kuriositätenkabinett der Theropoden, weil er statt Vorderklauen nur noch einen einzigen Finger besaß. Er gehörte zu einer Gruppe innerhalb der Theropoden, die sich wahrscheinlich von in Bauten lebenden Insekten ernährten - Termiten oder Ameisen.
Hier schlägt ein Microraptor gui einen frühen Vogel - und beide sind natürlich späte Vertreter der Gruppe der Theropoden. Deren Nachfahren, die Vögel, sind heute mit rund 10.000 Arten präsent: Theropoda sind damit die einzige Entwicklungslinie der Dinosaurier, die mit der Kreidezeit nicht endete.