Die wahren PC-Erfinder - DER SPIEGEL
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Die wahren PC-Erfinder Weltherrschaft verschlafen

Sie zeigten Bill Gates wo's lang geht: In den siebziger Jahren versammelte ein Fotokopiererhersteller geniale Tüftler in einer Denkfabrik in Kalifornien. Im Xerox Parc wurden Laserdrucker und Ethernet erfunden - und sogar der Computer, wie wir ihn heute kennen. Doch dann ging alles furchtbar schief. Von Sven Stillich
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Der Blick in die Zukunft: Mit dem "Xerox Alto" stellte man bei Parc 1973 die Verbindung zwischen alter und neuer Bürowelt her. Der erste Personal Computer konnte auch ohne eine Ausbildung zum Techniker bedient werden - und der Bildschirm zeigte nicht nur Buchstaben, sondern auch Grafiken an.

Foto: PARC
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Fernkopierer: Xerox konnte mehr als nur Kopierer - bereits 1970 stellte die Firma den "Xerox 400" vor, das erste transportable Faxgerät.

Foto: PARC
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Der Heimcomputer: Im August 1981 stellte IBM seinen ersten Personal Computer, kurz PC vor. Der mit einem Betriebssystem von Microsoft arbeitende Computer war mit einem Monitor, einem Diskettenlaufwerk und einem Drucker ausgerüstet.

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Der Urahn des PC: In den siebziger Jahren waren Computer noch so groß wie ein Schrank und so teuer wie ein Haus. Die "Elektronenhirne", wie dieses hier im Computer History Museum in Kalifornien, konnten zudem nur von Spezialisten bedient werden. Dafür benötigten sie lediglich wenige Minuten zum berechnen von Aufgaben, für die Menschen Stunden gebraucht hätten. Die Vorstellung, dass es einmal Rechner für jedermann geben würde, die auf einen Schreibtisch passten - das war damals undenkbar.

Foto: Computer History Museum
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Douglas Engelbart: Der Erfinder leitete in den siebziger Jahren das kalifornische "Augmentation Research Center", ein Institut für Computertechnik. Bereits 1963 erfand Engelbart den "X-Y-Positions-Anzeiger für ein Bildschirmsystem", heute besser bekannt als die Computermaus. Das Gerät, dessen Prototyp er hier in der Hand hält, war damals noch ein Holzkasten mit einem oben angebrachten Knopf und einem Rad an der Seite. Neben der Maus erdachte Engelbart auch Konzepte für Grafische Benutzoberflächen von Computern, Hypertext und Computernetzwerke und war somit ein wichtiger Vorreiter für die Erfindung des Personal Computers. Einige Mitarbeiter Engelbarts wechselten während der Siebziger vom "Augmentation Research Center" zum Xerox Parc.

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Mighty Mouse' Urahn: Die erste Computermaus, wie Douglas Engelbart sie 1963 entwickelt hatte - ihr offizieller Name war zu der Zeit allerdings noch "X-Y-Positions-Anzeiger für ein Bildschirmsystem".

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Denken statt Kopieren: Die Firma Xerox stellte eigentlich Kopierer her, gründete aber im Juli 1970 das "Palo Alto Research Center" (Parc). Die firmeneigene Denkfabrik sollte einen technologischen Entwicklungsrückstand gegenüber den Japanern verhindern und tatsächlich - in den nächsten Jahren wurden im Parc viele wichtige Erfindungen erdacht. Viele von ihnen definierten den Computer, wie wir ihn heute kennen. Xerox selbst konnte aus ihnen jedoch keinen Profit schlagen: Die Manager in der Chefetage des Konzerns verkannten das Potenzial - den Reibach machten andere.

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Der Xerox 4000: 1970 stellte Xerox auch das erste Faxgerät der zweiten Generation mit Duplexfunktion vor.

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Druck mit Laser: Was aussieht wie eine ultramoderne Küche ist in Wahrheit der 1977 von Xerox auf den Markt gebrachte "Xerox 9700" - der erste Laserdrucker.

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Die Pixel zum Laufen bringen: Parc entwickelte bereits 1973 den ersten Personal Computer, den selbst Laien mit ein paar Mausklicks bedienen konnten. Neu war auch, dass der Bildschirm nicht nur seelenlose Buchstaben, sondern auch Grafiken anzeigen konnte.

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Chester F. Carlson: Der Physiker entwickelte bereits in den dreißiger Jahren das Prinzip der Xerographie, des Fotokopierens. Carlson machte seinen Universitätsabschluss während der Weltwirtschaftskrise. Um nach dem Studium seine Schulden zu begleichen, arbeitete er in der Patentabteilung einer Elektrofirma. Dort beobachtete er immer wieder, wie die Patentschriften ein ums andere Mal mühsam abgetippt werden mussten - die Idee einer Kopie auf Knopfdruck war geboren.

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Die erste Fotokopie: Chester F. Carlson erhielt 1937 das Patent auf ein Verfahren, das er "Elektrophotographie" nannte. Er richtete sich in dem New Yorker Vorort Astoria ein Behelfslabor ein, und begann zu tüfteln. Am 22. Oktober 1938 war es soweit: Mit Hilfe einer mit Schwefel beschichtete Metallplatte und einer Lampe übertrug Chester den Schriftzug "10.-22.-38 Astoria" auf ein Wachspapier.

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Kopien am laufenden Band: Chester F. Carlson (M.) führte 1948 seinen "Xeroprinter" vor. Die Maschine mit den auf Rollenpapier hergestellten Kopien erregte zwar viel Aufsehen, ging aber nie in Produktion.

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Der erste Mac: Apple-Chef Steve Jobs stellte am 24. Januar 1984 seinen "Macintosh" vor. Es war der erste Personal Computer mit Maus und einer grafischen Benutzeroberfläche für den Massenmarkt. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit hatte ein Besuch zwei Jahre zuvor im Xerox Parc Jobs zu diesem Produkt inspiriert - dort war ihm ausführlich der Xerox "Alto" vorgestellt worden - der PC der Xerox-Forscher.

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Der Star: Xeros brachte 1981 diesen Computer auf den Markt - die "Star Workstation", offiziell auch "Xerox 8010 Information System" genannt. Auch wenn er bereits über viele Features späterer Heimcomputer wie ein Bitmap-Display, eine grafische Benutzeroberfläche, eine Maus, einen Ethernetanschluss und Netzwerkanbindung für Drucker sowie ein Emailprogramm verfügte, war er vor allem ein Businesscomputer: 16.000 US-Dollar kostete ein einzelnes Exemplar, bei zwei weiteren Rechnern sowie den nötigen File- und Druckerservern war man schnell bei 100.000 US-Dollar angelangt - nicht gerade eine Summe für den Hausgebrauch.

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Eyetracking: Noch heute werden im Xerox Parc allerlei Erfindungen in die Welt gesetzt, die Zeit der bahnbrechenden Entdeckungen ist jedoch vorbei. Hier führt der Psychologe und Computerspezialist Ed Chi ein Gerät vor, das die Augenbewegungen des Trägers verfolgt und analysiert.

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Der Xerox-Parc: Im legendären Palo Alto Research Center, kurz Parc, wurden viele Technologien entwickelt, die aus der heutigen Computerwelt einfach nicht mehr wegzudenken sind, wie Bildschirmfenster, Icons, Menüs und das Konzept, dass Texte und Bilder auf dem Monitor genau so abgebildet werden, wie sie später auf Papier erscheinen. Der Kopiererhersteller Xerox hat diesen Entwicklungsteil seiner Firma inzwischen verkauft, Ideen entstehen hier aber immer noch.

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