Von der Neuen Klasse bis Projekt i Die wichtigsten BMW-Modelle
BMW 3/15
Das allererste Serienauto von BMW. Der Hersteller hatte 1928 die Fahrzeugfabrik Eisenach übernommen, inklusive eines Lizenzvertrags mit der Austin Motor Company für deren Modell Dixi 3/15 A. BMWs 3/15 war eine Weiterentwicklung des britischen Wagens, ein Vierzylinder. Er kam 1929 auf den Markt. Schlechtes Timing im gleichen Jahr kam es zum Börsencrash.
BMW 3/20
Das erste von BMW selbst entwickelte Serienauto stammt aus dem Jahr 1932. Die Karosserie wurde von einem anderen deutschen Autohersteller produziert - bei Daimler-Benz in Sindelfingen.
BMW 303
Der 303 aus dem Jahr 1933 hat eigentlich schon alles, was BMW auf Jahrzehnte berühmt machen sollte: einen Reihensechszylindermotor, Heckantrieb und einen Kühlergrill in Nierenform. Für damalige Verhältnisse war der 303 auch nicht gerade unsportlich, bis zu 90 km/h waren mit dem Wagen drin.
BMW 501/502
Der "Barockengel". Die umgangssprachliche Bezeichnung verdankte das Modell seinen ausladenden und schwungvollen Linien. Der 501 wurde ab 1952 mit Sechszylindermotor gebaut, in der Variante 502 (ab 1954) kam ein Achtzylinder zum Einsatz. Obwohl der Barockengel teuer war und nur wenige Privatkunden ihn sich leisten konnten, prägte er in vielen Städten das Straßenbild: als Streifenwagen der Polizei.
BMW Isetta
Ein Design-Ikönchen und Bestseller. Im Vergleich zum den Sechszylindermodellen von BMW war dieses Einzylinder-Wägelchen zwar ziemlich schwach auf der Brust außerdem klappte die Türe wie bei einem Kühlschrank nach vorne auf - doch das sogenannte Motocoupé verkaufte sich während seiner Produktionszeit von 1955 bis 1962 hervorragend. Zum Preis von rund 2500 Mark machte die Isetta Mobilität in Deutschland für viele erschwinglich und wurde damit zu einem Symbol des Wirtschaftswunders.
Neue Klasse
Fast jeder erfolgreiche Autohersteller hat eine Modellreihe, auf der sein Mythos gründet. Bei BMW ist das die Neue Klasse. Die Mittelklassewagen mit den Bezeichnungen 1500, 1600 oder 2000 verfügten über Vierzylindermotoren und trafen den damaligen Massengeschmack. Hatte BMW zuvor ausschließlich Autos für "Tagelöhner und Generaldirektoren" gebaut, wie der SPIEGEL 1960 schrieb - also entweder die billige Isetta oder den teuren Barockengel -, zielten die Modelle der Neuen Klasse auf die Mittelschicht. Im Jahrzehnt zwischen 1962 und 1972 produzierten die Bayern fast 330.000 Exemplare der Limousinen.
BMW 2002
Sein sportliches Image verdankte BMW maßgeblich diesem Auto. Der 2002 gehörte zur Neuen Klasse und kam 1968 auf den Markt. Ein Zweilitermotor sorgte für 100 PS Leistung und ermöglichte 170 km/h, der 2002 ti mit zwei Doppelvergasern schaffte sogar Tempo 200 - eine für damalige Maßstäbe unerhörte Geschwindigkeit.
BMW 2002 Turbo
Als erster Hersteller führte BMW den aus dem Motorrennsport bekannten Abgasturbolader in einem Serienauto ein. Mit der Innovation kam Anfang der Siebziger allerdings auch Größenwahn bei den Bayern auf der "Turbo"-Schriftzug sollte ursprünglich verkehrt herum auf dem Frontspoiler angebracht werden, als deutlich lesbare Drohschrift in den Rückspiegeln vorausfahrender Autos. Der 2002 Turbo war in seiner ganzen Aufmachung dermaßen aggressiv, dass im Bundestag darüber debattiert wurde, ob er nicht die Sicherheit gefährde.
BMW 3.0 CSL
Das Coupé Sport Leichtbau war 1971 der erste BMW, der von der hauseigenen Tuningschmiede M GmbH entwickelt wurde. Gleichzeitig war auch der Tuner Alpina an dem Wagen beteiligt. Im Vergleich zu den anderen Coupé-Modellen der Baureihe E3 war er bis zu 200 Kilo leichter.
BMW 5er
Ab 1972 kamen bei BMW die bis heute gebräuchlichen Zahlen ins Spiel. Den Anfang machte der BMW 5er im Segment der oberen Mittelklasse. Die Nomenklatur geht auf den damaligen Marketingchef Bob Lutz zurück.
BMW 3er
Nach der 5 kam 1975 die 3. Der Dreier ist das meistverkaufte Modell von BMW und wird mittlerweile in der sechsten Generation gebaut. Gab es ihn anfangs als Limousine mit sechs Zylindern, kamen wie beim 5er über die Jahre immer mehr Variationen (zum Beispiel das Kombimodell Touring oder ein Gran Turismo) hinzu. Und die Zylinderzahl schrumpfte: Den 3er gibt es heute auch mit nur drei Töpfen.
BMW 7er
BMWs Flaggschiff kam 1977 auf den Markt und misst sich seitdem mit der Mercedes S-Klasse. Die bisher jüngste Baureihe von 2015 verfügt beispielsweise über Gestensteuerung und kann ohne Fahrer aus der Garage ausparken. Bei dem abgebildeten Modell von 1987 gab es ein anderes Alleinstellungsmerkmal - es war das erste deutsche Nachkriegsauto mit einem Zwölfzylindermotor.
BMW M1
BMWs Supersportwagen wurde Mitte der Siebziger bei Lamborghini in Sant Agata Bolognese gefertigt. Das Design der Flunder stammte von Giorgio Giugiaro. In der Serienversion steckte ein 3,5-Liter großer Sechszylindermotor mit Turboaufladung. Damit brachte es der M1 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h und galt somit ab dem Verkaufsstart 1978 als schnellster Sportwagen mit Straßenzulassung eines deutschen Herstellers. Erst mit dem Erscheinen des Porsche Turbo im Jahr 1983 endete seine Vorherrschaft.
BMW Z1
Lange Zeit hatte BMW keinen Roadster im Programm dann kam 1989 der Z1 auf den Markt. Mit Sechszylinderaggregat (natürlich), 170 PS und einem Frontmittelmotor, der zwecks idealer Gewichtsverteilung hinter der Vorderachse eingebaut war. Aber wo waren die Türen? Sie ließen sich in den Seitenschwellern versenken so offen wie der Z1 war kein anderer BMW zu fahren. Später folgten die - etwas weniger exklusiven - Roadstermodelle Z3 und Z4.
Mini
Im Zuge der Übernahme des britischen Herstellers Rover ging 1994 auch die Marke Mini an BMW. Sechs Jahre und mehrere Milliarden Mark an Verlusten später trennten sich die Münchner wieder von Rover, behielten jedoch den Kleinwagenhersteller. Mittlerweile gibt es SUV-, Kombi-, Roadster-, Cabrio- und Fünftürermodelle von Mini, die Markenfamilie ist riesig.
BMW X5
Das erste Geländewagenmodell von BMW kam 1999 auf den Markt. Mittlerweile gibt es auch die ein bis zwei Nummern kleineren X3 und X1 sowie das SUV-Coupé X6. Wie bei fast allen Herstellern verkaufen sich die aufgebockten Modelle hervorragend und tragen durch ihren vergleichsweise hohen Verbrauch gleichzeitig dazu bei, dass das Einhalten der CO2-Grenzwerte für BMW schwierig ist.
Das Sakrilegmobil: Ein BMW mit Dreizylindermotor (quer eingebaut!). Mit Frontantrieb. Und dazu noch ein Van. Familienautos seien in der Vergangenheit nun mal etwas zu kurz gekommen, hieß es bei der Präsentation des Active Tourers und der Frontantrieb erlaube mehr Platz im Innenbereich, was für einen Van ja nicht unwesentlich ist. Mittlerweile gibt es auch den Kompaktwagen 1er ohne BMW-typischen Heckantrieb.
BMW i3
Das vielleicht mutigste Auto, das ein deutscher Hersteller in den vergangenen Jahren gebaut hat. Mit dem Projekt i hat BMW die gesamte Branche überrascht - von der für ihre Sportlichkeit bekannte Marke hatte niemand so ein konsequentes Bekenntnis zur Elektromobilität erwartet. Die Verkaufszahlen des i3 sind seit 2013 zwar hinter den Erwartungen geblieben, doch fürs BMW-Image ist dieses E-Mobil von unschätzbarem Wert.
BMW i8
Der Beweis, dass Hybridautos nicht langweilig sein müssen. Ein 1,5 Liter kleiner Dreizylindermotor und ein Elektroantrieb verschaffen dem i8 eine Gesamtsystemleistung von 362 PS. Genauso beachtlich wie das Antriebskonzept ist das Design so gewagt futuristisch sehen normalerweise nur Studien aus.
DriveNow
BMWs Carsharing-Standbein. Außer Mercedes investiert kein anderer Autohersteller so viel Geld ins Teil-Geschäft. In europäischen Städten sind laut Angaben von BMW mehr als eine halbe Million Kunden registriert. Wer hätte zu Zeiten eines 2002 Turbo gedacht, dass Menschen mal Autos von BMW einfach an der Straße abstellen und nur dann benutzen, wenn gerade keine U-Bahn fährt?