Weltklimavertrag tritt in Kraft Der Weg zum Wunder
Auf dem ersten Uno-Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 vereinbaren 178 Staaten einen "Aktionsplan 21. Jahrhundert".
Die Industrieländer kündigen in Rio unverbindlich an, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2000 auf den Stand von 1990 senken zu wollen. Das Ziel wird nicht erreicht.
Die erste Uno-Klimakonferenz findet 1995 in Berlin statt, die historischen Verhandlungen beginnen.
Mit dem "Berliner Mandat" verpflichten sich mehr als 160 Staaten, im Jahr 1997 ein verbindliches Protokoll für den Klimaschutz zu verabschieden. Für Deutschland leitet Umweltministerin Angela Merkel die Verhandlungen.
Bundeskanzler Helmut Kohl fungiert als Gastgeber.
Auf der dritten Uno-Klimakonferenz in Kyoto vereinbaren 160 Staaten das "Protokoll von Kyoto". Die Industrieländer sollen ihre Treibhausgase im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 im Vergleich zu 1990 um 5,2 Prozent vermindern.
Das Kyoto-Protokoll wird in nervenaufreibender Nachtsitzung beschlossen, viele Delegierte waren am Ende ihrer Kräfte.
Erst acht Jahre später tritt das Kyoto-Protokoll in Kraft, so lange dauert es, bis genügend Staaten ihm beigetreten sind. Die Klimakonferenz in Montreal 2005 ist die erste, die unter gültigem Abkommen tagt - dennoch gibt es Proteste.
Klimakonferenz in Montreal 2005: Die USA unter Präsident Bill Clinton und Kanada unter Premierminister Paul Martin (rechts) haben das Kyoto-Protokoll nie unterzeichnet.
Klimakonferenz in Bali 2007: Die Tagung wird als Erfolg gefeiert, weil es nach zwei Tagen Verlängerung gelingt, einen "Wegweiser" ("Road Map") für einen Weltklima-Vertrag zu verabschieden.
Großes Ziel ist die Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen, wo das Abkommen zustande kommen sollte - doch Uno-Klimachef Yvo de Boer bricht vor Verzweiflung über den Verhandlungsverlauf in Kopenhagen in Tränen aus.
"Die wichtigste Konferenz der Geschichte", so nennen viele Medien, Politiker und Wissenschaftler die COP 15 im Dezember 2009. Doch Kopenhagen wird zum Tiefpunkt der Klimadiplomatie.
Sämtliche führende Akteure blamieren sich. Selbst spontan einberufene Notverhandlungen zwischen den Staatschefs bringen nichts. Vor allem der Streit zwischen China und den USA lähmt die Konferenz.
Nach Kopenhagen scheint der Weltklimavertrag endgültig gescheitert zu sein.
Doch auf der nächsten Uno-Klimakonferenz in Cancún die Überraschung: Die Staatengemeinschaft rappelt sich auf, verabschiedet einen neuen Plan, wie ein Klimavertrag bis 2015 zustande kommen soll.
Und sie beschließt auch noch das Zwei-Grad-Ziel: Die globale Erwärmung soll auf zwei Grad über das Niveau des 19. Jahrhunderts begrenzt werden. Wie das genau gelingen soll - darüber gab es keine Einigung.
Und tatsächlich: Im Dezember 2015 einigt sich die ganze Welt in Paris auf einen Klimavertrag.
Die Klimakonferenz von Paris wird als diplomatisches Wunder gefeiert. Bereits ein Jahr später tritt der Weltklimavertrag am 4. November 2016 in Kraft, weil ihn genügend Staaten von ihren Parlamenten absegnen ließen. Ein historischer Erfolg der Weltgemeinschaft. Hier können Sie im Quiz testen, ob Sie das Zeug zum Klimadiplomaten haben.